13. Mai 2016

Ein Lernhaus für Haarer Kinder

Die Gemeinde Haar braucht eine dritte Grundschule. Die Bevölkerung wächst und die Elternnachfrage nach Ganztagskonzepten steigt – und zwar enorm. Schon jetzt sind unsere beiden Grundschulen an der Belastungsgrenze angekommen. Die Konradschule ist bereits überbelegt: Alle Fachräume werden als Klassenzimmer genutzt. Die Mittagsbetreuung ist in die „Alte Schule“ am Kirchenplatz verlegt worden. Seit Herbst besuchen die Erstklässler aus Gronsdorf die Jagdfeldschule. Dieser droht die Überbelegung. Im September wird es erstmals sechs erste Klassen geben. Damit ist auch die Jagdfeldschule voll. Ausweichmöglichkeiten gibt es keine mehr.

In der März-Sitzung des Gemeinderates haben wir deshalb mehrheitlich beschlossen, auf dem Gelände des Schulzentrums am Jagdfeldring eine weitere Grundschule zu errichten. Wir hatten im Vorfeld eine Machbarkeitsstudie beauftragt, die von allen Fraktionen befürwortet worden war. Das Gros der Grundschulkinder kommt dauerhaft aus dem Ortszentrum von Haar. Deshalb siedeln wir die neue Schule hier an. Zudem können wir an diesem Standort auch zeitlich mit dem Bau schneller vorankommen, weil das Grundstück der Gemeinde gehört.

Mittlerweile sind wir bei der Ausarbeitung des Raumprogramms. In enger Abstimmung mit der Schulleitung wird der Neubau dem „Münchner Lernhaus Konzept“ folgen: Das bedeutet, Schüler und Lehrer haben neben dem Klassenzimmer zugeordnete Gruppenräume, um die Klasse zu teilen; individueller zu fördern und auch inklusiv zu arbeiten. Es sind Ruhe- und Bewegungsbereiche auf den Stockwerken vorgesehen. Durch den Bau auf Stelzen gewinnen die Kinder im Freien eine Pausenfläche hinzu, die mehr als doppelt so groß ist wie vorgeschrieben. Selbst bei Regen können die Kinder dann raus auf den überdachten Pausenhof und sich austoben. Sogar das Dach der neuen Dreifachturnhalle kann ein grüner Sportplatz werden.

Die Qualität einer Schule wird bestimmt vom pädagogischen Konzept, von den Lehrkräften und der Ausstattung. Vertrauen Sie auf das Engagement und die Kompetenz der Schulleitung und der Lehrkräfte, auf die kommt es an. Für den schulischen Erfolg der Kinder wird die Schule ein vielfältiges Unterrichts- und Betreuungsangebot und beste Fördermöglichkeiten bieten, wie sie in einer kleinen Schule nicht möglich wären.

Die Mehrheit der Gemeinderäte will den Kindern möglichst schnell gute Bedingungen für den Unterricht und die Nachmittagsbetreuung bieten. Beides erreichen wir und schaffen zudem noch die Mensa, weitere Sportflächen und den nötigen Ausbau der Ganztagsbetreuung in der jetzigen Grundschule am Jagdfeldring. Wir vermeiden damit Unterricht im Container, welcher anstünde, wenn wir erst ein Grundstück kaufen müssten. Das ist für die meisten Gemeinderäte keine Alternative gewesen – und für die Kinder bestimmt nicht.