18. September 2015

Zusammenhalt, der Mut macht

Die große Zahl der Flüchtlinge, die seit Ende August in München ankommt, ist das beherrschende Thema in den Medien. Zwar sind wir in Haar nicht unmittelbar betroffen, dennoch wissen wir, dass die Verantwortung, die Menschen unterzubringen, auch unser Gemeindegebiet mit einschließen wird.

Momentan geht das Landratsamt davon aus, dass Haar knapp 300 Flüchtlinge aufnehmen muss. Das schaffen wir.

Wie Sie vielleicht schon nach dem Ferienausschuss Mitte August gelesen haben, planen wir den Bau von Unterkünften an der Vockestraße, die 96 Menschen eine Bleibe bieten können. Der Bauträger sieht drei Häuser mit je zwei Stockwerken vor (Erdgeschoss plus 1. Stock) in denen pro Etage je 8 Personen leben können. Auf jeder Etage wird es eine Küche und Bäder geben, so dass die Wohnungen auch für Familien geeignet sind. Da viele Asylanträge eine lange Bearbeitungszeit haben und die anerkannten Asylbewerber Schwierigkeiten haben, bezahlbare Wohnungen zu finden, haben wir das Grundstück an der Ecke Brunnerstraße für zehn Jahre verpachtet. Der Bauantrag ist beim Landratsamt. Baubeginn soll noch dieses Jahr sein.

Eine weitere Option ist ein leerstehendes Gewerbegebäude an der Hans-Pinsel-Straße, in dem rund 150 Asylbewerber untergebracht werden könnten. Absichtserklärungen liegen uns vor. Die endgültige Entscheidung liegt freilich bei den Eigentümern, nicht bei uns im Rathaus.

Aufs herzlichste bedanken möchte ich mich bei den zahlreichen Spendern, die auf meinen Aufruf über unsere Facebook-Seite reagiert haben. Wir konnten zwei LKWs beladen lassen mit Kleidung, Schuhen und Spielsachen für die Tausende von Menschen, die in München-Riem und in den Tennishallen in Keferloh eine Notunterkunft gefunden hatten. Mittlerweile ist alles verteilt, sortiert und verpackt. Dafür auch einen herzlichen Dank allen ehrenamtlichen Helfern, die mitgearbeitet haben. Diese spontane Woge der Hilfsbereitschaft hat mich sehr berührt. Es erfüllt mich mit Stolz und Dankbarkeit, Bürgermeisterin einer solchen Gemeinde und Gemeinschaft zu sein.