18. Dezember 2018

Weihnachtswünsche

im Rathaus haben wir dieses Jahr erstmals einen Wunschbaum aufgestellt: Eine festlich geschmückten Tanne, an die Kinder aus Familien, denen es finanziell nicht so gut geht, ihre Wunschzettel hinhängen konnten. Eine Playstation durfte natürlich nicht draufstehen und auch keine teuren Turnschuhe. Kinder und Jugendlichen haben auch kleinere unerfüllte Wünsche.

Unsere Bürgerstiftung, zahlreiche Bürger*innen und die Firma Attocube, die seit Oktober ihren Firmensitz am S-Bahnhof hat, haben Wunschzettel abgeholt und Geschenkpäckchen gebracht. Es sind nicht wenige Kinder, die eingeladen waren, uns ihre Wünsche zu schicken. Die Zahl von 300 Mädchen und Jungen ist für mich erschreckend hoch. Bedeutet sie doch, dass diesen Kindern nicht alle Möglichkeiten offen stehen. Dass sie nicht so oft ins Kino gehen, dass sie nicht jeden Sport ausprobieren können, der ihnen gefällt und vielleicht auch kein Musikinstrument lernen können. Noch schlimmer finde ich, dass diesen Kindern auch in unserem Schulsystem nicht alle Wege offen stehen. Theoretisch natürlich schon. Aber auch die aktuellen Studien belegen wieder, dass Kinder aus wohlhabenden Familien viel häufiger einen guten Bildungsabschluss erreichen als die anderen.

Schon länger versuchen wir in Haar dagegen zu steuern. Mit Erfolg. Und mit großer Unterstützung unserer Firmen und Bürger*innen, die spenden. Herzlichen Dank dafür. Seit 2009 gibt es bei uns das Programm „Kindern Chancen geben“. Waren es anfangs finanzielle Zuwendungen, die wir an Familien mit niedrigem Einkommen vergeben konnten, sind es seit 2012 vornehmlich Förderstunden an den Grundschulen und an der Mittelschule, die wir ermöglichen. Parallel zum Unterricht erhalten jährlich rund 150 Kinder, die sich schwer tun, Zusatzunterricht in Deutsch und Mathematik. Förderkräfte unserer Volkshochschule arbeiten hier eng mit den Lehrer*innen zusammen. Viele erzählen, dass die Kinder regelrecht aufblühen. Die Arbeit in den kleinen Gruppen macht die Kinder selbstbewusster, disziplinierter und wissbegieriger und einige verbessern sogar ihre Noten.

Wir tun in Haar gern mehr für ein gutes Miteinander als wir tun müssten. Mit voller Überzeugung. Weil wir finden, dass alle sich bei uns wohlfühlen und teilhaben sollen an Bildung, Kultur, Sport, Freizeitangeboten: Von der Bürgerstiftung über unseren Fahrservice bis zum Asylhelferkreis, vom Haarer Tisch, unseren Jugendzentren bis zu unseren Vereinen, Institutionen und gemeinsamen Festen. Danke an alle, die dazu beitragen.

Oft sind es ganz kleine Dinge, die uns Menschen glücklich machen. Lassen Sie uns zusammen achtsam sein aufeinander – das ganze Jahr über.

Frohe Weihnachtsfeiertage und ein glückliches neues Jahr.

Ihre

Gabriele Müller

Erste Bürgermeisterin der Gemeinde Haar