07. Juni 2016

Ja zur Realschule, aber nicht um jeden Preis

In seiner letzten Sitzung hat sich der Gemeinderat in Haar für einen Schulcampus mit Realschule und FOS / BOS in Haar ausgesprochen. – Grundsätzlich. Einen Scheck über 15 Millionen Euro, wie ihn die CSU nun forderte, wollten die anderen Fraktionen, die Verwaltung und ich aber nicht ausstellen. Der Beschluss fiel dann einstimmig

Die Christsozialen hatten schon vor der Sitzung eine Kehrtwende vollzogen und einen Antrag eingebracht, der – bei genauer Lektüre – das Aus der Realschule besiegelt hätte. Monatelang waren ihre Vertreter mit ungesicherten Zahlen und Fehlinformationen unterwegs gewesen und haben die Öffentlichkeit verunsichert. Schlussendlich hat die Vernunft gesiegt. Wie beim Hauskauf verlangen wir nun vor der Entscheidung einen Finanzierungsplan. Den können wir aber erst bekommen, wenn klar ist, welche Kosten im Raum stehen. Es stimmt, Landrat Göbel spricht immer von Synergieeffekten, die zu nutzen sind. Machen wir auch gerne. Deshalb fordern wir jetzt vom Kreistag klare Beschlüsse, welche Form und welche Höhe die Vergünstigungen haben. Dann erst kann der Haarer Gemeinderat verantwortungsbewusst entscheiden.

Haar hat über die letzten Jahrzehnte immer eine besonnene und vorausschauende Haushaltspolitik betrieben. Konsequent wurde erst angespart, dann gerechnet und dann erst gebaut. Wir haben gemacht, was wir uns leisten konnten. Und das streben wir nun – in neuer Eintracht – auch an. Der Gemeinderat ist ein Kollegialorgan. Hier gibt es keine Opposition, schon gar keine „außerparlamentarische“.

Es sind große Themen zu bewältigen in den nächsten Jahren in Haar. Wird der Schulcampus gebaut, dann am wahrscheinlichsten in Gronsdorf. Die Stadt München ist verhandlungsbereit, knüpft ihre Zusage aber an die Schaffung von Baurecht. Die beiden Themen müssen wir im Haarer Gemeinderat  trennen. Wir sind gerne bereit, mit München über die Bebauung zu verhandeln. Gelingt – wie es sich andeutet – ein erster Grundstückstausch am Rappenweg, dann hat die Stadt München den Grundstein gelegt zur Spange Nord, die unsere Ortsteile vom Verkehr entlasten soll. Das wird nicht heute und morgen passieren. Hier stehen lange Verhandlungen mit Grundbesitzern an – sowohl auf Münchner wie auf unserer Seite. Die städtebauliche Entwicklung unseres Ortes geht in eine neue Dimension. Es wäre mehr als hilfreich, wenn wir alle Kräfte dafür bündeln könnten, um das zu tun, wofür wir gewählt wurden: Gemeinsam daran zu arbeiten, Haar weiterzuentwickeln, die Finanzkraft zu stärken und  die Lebensqualität der Haarer Bürgerinnen und Bürger auszubauen.