16. März 2018

Fairtrade - fair einkaufen

Die Gemeinde Haar macht sich auf den Weg Fairtrade-Town zu werden. 528 Städte und Gemeinden sind uns den Schritt schon voraus – wir sind zuversichtlich, dass wir uns bald in den wachsenden Kreis einreihen werden.

Mir ist „Fairtrade“ ein großes Anliegen. Während der letzten Osterferien war ich mit Mitgliedern des Ilembula Arbeitskreises der evangelischen Jesuskirche und der Schulleiterin des Ernst Mach Gymnasiums in Tansania. Das größte Land Ostafrikas zählt zu den ärmsten Nationen der Erde. Bis dahin kannte ich die Bilder nur aus den Medien. Die tatsächliche Not, vor Ort persönlich erlebt, macht schier sprachlos. Die Jesuskirche ist Ilembula seit vielen Jahren eng verbunden. Unser Gymnasium hat eine Schulpartnerschaft mit der Secondary School Ilembula. Inzwischen wurde ein eigener Verein ‚HA-ILE Haar Ilembula‘ gegründet. Es werden Hilfsgüter ins Land geschickt und zunehmend wird auch Hilfe zur Selbsthilfe gegeben.

Hilfsorganisationen und die Kirchen leisten wertvolle Entwicklungsbeiträge. Fairtrade will im normalen Wirtschaftskreislauf „Leben verändern durch einen Wandel im Handel“. Ziel ist es, dass sich durch faire Preise die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Kleinbauern, die Kaffee, Kakao, Blumen oder Baumwolle anbauen, verbessern. Damit sie von ihrer eigenen Hände Arbeit leben können. Damit sie sich Maschinen kaufen und ihre Ernten steigern können. Damit auch ihre Kinder in die Schule gehen können und nicht wie Erwachsene täglich arbeiten müssen, um ihren Familien das Überleben zu sichern. Fairtrade setzt ein Zeichen in unserer globalisierten Welt. So werden Arbeitsplätze gesichert und die Menschen sind nicht gezwungen, ihre Heimat zu verlassen.

Die Vorteile im Welthandel sind noch immer ungerecht verteilt. Doch erste Erfolge zeigen sich: Immer mehr Unternehmen kaufen Rohstoffe, die unter fairen Bedingungen gefördert wurden. Die Zahl der Fairtrade-Betriebe steigt. Immer mehr Kunden achten darauf, wie die Waren produziert werden und woher sie kommen. Als Gemeinde sind wir auch Kunde und wollen verstärkt faire Produkte kaufen. Wir wollen weiter Eine-Welt-Initiativen fördern und noch mehr aufklären. Über unser Einkaufsverhalten können wir einen Beitrag gegen Ausbeutung und zur Armutsbekämpfung leisten und die Welt so ein bisschen besser machen: Sie, ich, jeder Einzelne.