08. April 2019

Barrierrefreiheit zügig herstellen

Die erneuten Verzögerungen bei der Freigabe der Aufzüge haben mich veranlasst, dem Konzernbevollmächtigten für die Deutsche Bahn im Freistaat Bayern zu schreiben. Hier der Wortlaut meines Briefes und eines von vielen Mails einer Bürgerin, die mich derzeit erreichen:

"Leider muss ich mich heute mit einer massiven Beschwerde an Sie richten.

In der Anlage angefügt habe ich ein Mail einer Haarer Bürgerin, die die Situation an unserem S-Bahnhof in Haar beschreibt. Diese und ähnliche Begebenheiten sind an der Tagesordnung. Der Zustand am Bahnhof ist unerträglich, die Haarer und auch ich, wir sind am Ende unserer Geduld.

Bei unserem letzten persönlichen Gespräch mit DB-Verantwortlichen am 7. März im Rathaus wurde uns gesagt, dass es Probleme mit den Aufzügen gäbe. Man versicherte uns darauf aber, dass der Aufzug zum Bahnsteig auf der Nordseite des S-Bahnhofs, die wir im Herbst barrierefrei zugänglich gestalteten, Anfang April in Betrieb gehen kann; der auf der Südseite wegen der aktuellen Umbauarbeiten an Treppe und Dach Anfang Mai. Ein halbes Jahr ist der Aufzug nun schon stillgelegt Seit Dezember letzten Jahres sind die neuen eingebaut und nun stellt sich heraus, dass die Stromzuleitung erneuert werden muss. Unglaublich. Der Unmut der Fahrgäste ist entsprechend groß, was ich sehr gut nachvollziehen kann.

Erst auf beharrliches Nachhaken haben wir am 3. April in Erfahrung bringen können, dass unser Bahnhof weitere 4 Wochen nicht barrierefrei erreichbar sein wird. Es ist bedauerlich, dass die Bahn Verzögerungen nicht von sich aus kommuniziert und auch die Fahrgäste vor Ort nicht mit Hinweisschildern informiert. Das haben wir nun auch seitens des Rathauses in die Hand genommen.

Meinem Mitarbeiter, Herrn Blank, hat man beim wöchentlichen Jour Fixe am Bahnhof seitens Ihrer Verantwortlichen berichtet, dass die Leitungsverlegung an sich in wenigen Tagen zu erledigen wäre. Mit Planung und Genehmigungen visiere man „das ehrgeizige Ziel von Anfang Mai“ an. Unterschwellig schwingt da schon die Botschaft mit, es könne auch noch länger dauern.

Wie soll ich das unseren Bürger*innen noch erklären? Ich fordere Sie nun auf, die Planungen wirklich zügig voranzutreiben, die Genehmigungen auf dem kürzesten Dienstweg zu erledigen und die Barrierefreiheit verlässlich Anfang Mai herzustellen.

Um weitere Arbeiten, die die Gemeinde in der Unterführung durchführen möchte, zu beginnen, brauchen wir eine Sicherheitseinweisung einer Ihrer Mitarbeiter. Der Mitarbeiter ist leider erkrankt, eine Vertretung scheint es nicht zu geben. Das heißt für die Bahnkunden, wir müssen zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal die Unterführung zumindest teilweise sperren, wenn wir überhaupt dieses Jahr die neue künstlerische Fliesengestaltung, die die Gemeinde finanziert, realisieren können.

Das sind unzumutbare Zustände und ich bitte Sie eindringlich, sofort tätig zu werden. Ich erlaube mir, mein Schreiben auch an die Presse weiterzuleiten."

MAIL einer Bürgerin:

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin,

heute Nachmittag fuhr ich mit der S-Bahn Richtung Haar. In dieser S-Bahn befand sich eine Dame im Rollstuhl die erzählte, dass sie von Kiel kommend dringend nach Haar muss. Angekommen am Bahnsteig, das große Entsetzen, wie kommt diese an den Rollstuhl gebunden, die Treppen hinunter. Es geht trotz mehrmaliger Zusage kein Lift, keine barrierefreie Zone. Man hätte vielleicht Überlegungen anstellen können und müssen, auf der breiten Treppe einen Ab/ und Aufgang für Personen mit Kinderwagen usw. zu machen. Dass ein Umbau immer mit Unannehmlichkeiten verbunden ist, ist klar, aber was uns seit Monaten in Haar zugemutet wird, ist wirklich eine Katastrophe. O. g. Dame, die völlig verzweifelt war, konnte nach längerer Wartezeit nur geholfen werden, indem man auf zwei Männer warteten, die diese im Rollstuhl,( ein großer Kraftakt) die Treppen herunter getragen haben. Das ganze wiederholt sich, denn sie muss abends wieder mit dem Zug zurück.