02. März 2020

Klimanotstand

Klimanotstand ist ein streitbarer Begriff für eine Aufgabe von höchster Priorität – auch für uns in Haar.
In der Januarsitzung des Gemeinderates haben wir mehrheitlich den Klimanotstand für Haar ausgerufen. Wir sind bisher die 69. Gemeinde in Deutschland, die diesen Schritt geht.
Ich habe sehr viel Verständnis dafür, dass man sich mit dem Begriff „Notstand“ schwer tut. Es ist ein großes Wort, das bei der Kriegsgeneration und den 68ern ganz andere Assoziationen freisetzt. Rechtliche Konsequenzen hat der Klimanotstand ausdrücklich nicht. Wir erkennen mit dem Status die dringliche Notwendigkeit an, die Erderwärmung zu begrenzen und all unser kommunales Handeln auch unter dem Aspekt des Klimaschutzes zu betrachten. Kritiker nennen das Symbolpolitik. Das ist nicht unser Ansatz. Wir tun in Haar schon sehr viel und wir wollen noch mehr machen.
Unter der Federführung des Umweltreferates werden wir quer durch alle Abteilungen Maßnahmen überlegen und zusammenstellen. Im Juni wollen wir Ergebnisse präsentieren. Die Wirksamkeit werden wir über die jährliche CO2-Analyse prüfen und gegebenenfalls nachjustieren. Anhand von abgestimmten Leitlinien wollen wir Standards und Verfahren definieren, die Gemeinderats- und Ausschussentscheidungen zu Grunde gelegt werden.
Aber nicht nur das Rathaus, wir alle miteinander sind aufgerufen, uns verstärkt mit Klimaschutzmaßnahmen auseinander zu setzen. Unsere Schulen sind hier schon vorbildlich. Auch in den Kitas ist der Klimaschutz Thema, kindgerecht verpackt in die neuen Klima-Boxen. Um die erneuerbaren Energien voranzubringen, laden wir Hausbesitzer demnächst zu einer PV-Bündelaktion ein.  Und auch das Plastikfasten ist ein Beitrag. Gemeinsam können wir mehr erreichen.