19. Mai 2021

Klimapositiv denken

Ökologie und Ökonomie sind kein Widerspruch. Im Gegenteil. Aus der klugen Verbindung nachhaltiger Konzepte für Bauen, Energieversorgung und Mobilität mit sozio-kulturellen Aspekten können wir einen Mehrwert schaffen. Für die Unternehmen und ihre Beschäftigten, für unser Klima und die Artenvielfalt, für uns alle in Haar.

Die Cradle-to-Cradle-Theorie liefert das Fundament. Zugegeben, noch steckt zirkuläres Bauen in den Kinderschuhen, aber die Entwicklung geht rasant voran. In den Niederlanden, in Norwegen und in Baden-Württemberg stehen die ersten zirkulären Gebäude, deren Baustoffe nach Nutzungsende nahezu komplett wiederverwendet werden können. Ganz und gar aus nachhaltigen Rohstoffen gefertigt, erzeugen sie die benötigte Energie selbst – natürlich regenerativ – und nutzen Regenwasser für die Bewässerung von begrünten Dachflächen oder Fassaden. Googeln Sie mal das Rathaus in Venlo und Sie werden stauen, was schon alles möglich ist. Als erste Gemeinde in Bayern sind wir mit dem Label „StadtGrün naturnah“ ausgezeichnet worden. Warum sollten wir nicht auch ein zirkuläres Leuchtturmprojekt im Freistaat verwirklichen? Ein Jugendheim oder eine Kita ist gut vorstellbar. Aber auch eine gewerbliche Immobilie.

Tatsächlich gibt es bereits eine Anfrage eines Investors. Die Inhaber des Gebäudes Hans-Stießberger-Str. 2a haben erste Pläne im Bauausschuss vorgelegt, die genau in die richtige Richtung weisen. Der 70er-Jahre-Bau wird nicht abgerissen, sondern aufgewertet: So werden Flächen entsiegelt, indem die oberirdischen Stellplätze in eine Tiefgarage verlegt werden. Das Untergeschoss wird belichtet, um mehr Fläche nutzbar zu machen. Ein ergänzender Holzanbau schafft Raum für eine moderne Gastronomie mit Sonnenterrasse und kleine Läden. Baurechtlich müssen wir noch die Voraussetzungen schaffen, aber ich bin überzeugt, dass sich hierfür eine breite Mehrheit finden wird, weil das Konzept schlüssig ist.

Mit unseren kommunalen Leitlinien, die wir gerade aktualisieren, den Anstößen aus dem Initiativkreis Wirtschaft sowie der Arbeitsgruppe erneuerbare Energien stellen wir Weichen für unsere Ortsentwicklung und positionieren uns als innovativer Standort und lebendiges Zentrum im Münchner Osten. Wie heißt es bei der C2C-Philosophie so schön: Gehe bei Innovation immer weiter, akzeptiere die Lernkurve und fange einfach an. Treten wir also ein in den Kreislauf der Kreativität. Nutzen wir die Ideen der Zirkularität und gestalten Zukunft.  
Ihr
Bürgermeister Dr. Andreas Bukowski