07. Juli 2020

Gemeinsame Lösung für den Kiesverkehr

Die Ankündigung war wie ein Paukenschlag. Wir Haarer erfuhren es aus der Zeitung, dass der Münchner Stadtrat 2019 beschlossen hatte, die Bahnstraße für 3,5-Tonner zu sperren. Das Rathaus hatte daraufhin sofort Beschwerde eingelegt, äußerte aber schon damals die Vermutung, dass die Sperrung juristisch nicht haltbar sei.
Dies hat sich nun als zutreffend erwiesen. So stellten die Juristen der Landeshauptstadt sowie der Regierung von Oberbayern fest, dass ein Verbot nicht ausgesprochen werden könne, wenn an anderer Stelle dadurch erhebliche Mehrbelastungen entstehen. Zudem hätte die Entscheidung im Kreisverwaltungsreferat und nicht im Stadtrat gefällt werden müssen. So bleibt vorerst alles, wie es ist.
Es ist verständlich, dass die Anwohner der Bahnstraße sowie der Bezirksausschuss Trudering darüber nicht erfreut  sind. Für Haar stellt die Niederschlagung keinesweg einen Sieg dar. Es ist schlichtweg die Auslegung geltenden Rechts.
Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter will den Beschluss nun im Stadtrat aufheben, wie er in einem Schreiben an die Gemeinde darlegte. Reiter wie auch der neue Vorsitzende des Bezirksausschusses Trudering, Stefan Ziegler, wollen weiter mit uns im Gespräch bleiben, um eine gemeinsame Lösung für den Kiesverkehr zu suchen. Denn es ist unbestritten, dass die Bewohner auf Haarer Seite, in Gronsdorf, Ottendichl, Salmdorf sowie an der Vockestraße genauso belastet sind wie die Anrainer der Truderinger Bahnstraße. Mit Stefan Ziegler habe ich mich bereits persönlich getroffen. Wir sind beide der Meinung, dass wir mit gegenseitigen Schuldzuweisungen nicht weiterkommen. Eine befriedigende Lösung wird sich letztlich nur im Dialog unter Nachbarn finden lassen und im Einvernehmen mit dem Kieswerk-Betreiber. Dieser Aufgabe stellen wir uns.

Ihr Bürgermeister Dr. Andreas Bukowski