Dienstleistung

Witwen- und Witwerrente in der gesetzlichen Rentenversicherung; Beantragung durch Hinterbliebene

Neben Beratungsterminen, direkt bei der Deutschen Rentenversicherung, bietet auch die Gemeinde Haar Termine beim ehrenamtlich tätigen Rentenberater Jürgen Wuttke von der Deutschen Rentenversicherung an. Bitte vereinbaren Sie einen Termin über das Sozialamt.

In der Rentenversicherung erhält die Witwe nach dem Tod eines versicherten Ehemannes Witwenrente, wenn dem Verstorbenen zur Zeit seines Todes Versichertenrente zustand (Erwerbsminderungsrente, Berufsunfähigkeitsrente, Erwerbsunfähigkeitsrente, Rente für Bergleute aus der Knappschaftsversicherung oder Altersrente) oder die Wartezeit von 5 Jahren (60 Monaten) erfüllt ist oder als erfüllt gilt.

Ein Ehemann erhält nach dem Tod seiner versicherten Ehefrau unter den gleichen Voraussetzungen Witwerrente. Unter bestimmten Voraussetzungen kann nach dem Tod des Versicherten (der Versicherten) auch einer früheren Ehefrau (einem früheren Ehemann), deren (dessen) Ehe mit dem Versicherten (der Versicherten) vor dem 01.07.1977 geschieden, für nichtig erklärt oder aufgehoben ist, Rente gewährt werden. Für Scheidungsfälle ab 01.07.1977 siehe Erziehungsrente, Versorgungsausgleich

Seit dem 01.01.2005 erhalten auch Lebenspartner unter den entsprechenden Voraussetzungen nach dem Tod ihres Lebenspartners oder ihrer Lebenspartnerin Witwen- oder Witwerrente.

Große Witwen- oder Witwerrente
Die Höhe der sogenannten großen Witwen-/Witwerrente beträgt für Berechtigte 55 % der auf den Todestag des Versicherten berechneten Rente wegen voller Erwerbsminderung (Erwerbsminderungsrente). Bei Todesfällen, die bis zum 31.12.2001 eingetreten sind, sowie bei Ehepaaren bzw. Lebenspartnern, die bis zum 31.12.2001 geheiratet bzw. ihre Lebenspartnerschaft begründet haben und bei denen mindestens einer der Ehepartner bzw. Lebenspartner vor dem 02.01.1961 geboren ist, sind es 60 %.

Berechtigte sind:

  • die entweder das 45. Lebensjahr vollendet haben,
  • teilweise oder voll erwerbsgemindert sind (Erwerbsminderungsrente) oder
  • mindestens ein eigenes Kind oder ein Kind des verstorbenen Ehegatten erziehen, das das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.
  • Sorgt die Witwe oder der Witwer für ein in häuslicher Gemeinschaft lebendes eigenes Kind oder Kind des verstorbenen Ehegatten, das wegen geistiger, körperlicher oder seelischer Behinderung außerstande ist, sich selbst zu unterhalten, besteht unabhängig vom Alter des Kindes - also auch nach Vollendung dessen 18. Lebensjahres - Anspruch auf große Witwen-/Witwerrente.

Die Altersgrenze von 45 Jahren wird seit 2012 schrittweise auf 47 Jahre angehoben.

Kleine Witwen- oder Witwerrente
Liegt keine dieser Voraussetzungen vor, beträgt die sogenannte kleine Witwen-/Witwerrente 25 % der auf den Todestag berechneten Rente wegen voller Erwerbsminderung. Bei Versicherungsfällen (Tod eines Ehegatten bzw. Lebenspartners) nach dem 31.12.1985 wird auf die Witwen-/Witwerrente - außer während des sogenannten Sterbevierteljahres - eigenes Einkommen oder eine eigene Rente angerechnet, soweit der Freibetrag überschritten wird (siehe Einkommensanrechnung).

Bei mehreren Berechtigten (Witwe und frühere Ehefrau) werden Teilrenten in Höhe des Verhältnisses der Dauer der Ehe bzw. Lebenspartnerschaft mit dem oder der Verstorbenen (der Verstorbenen) gezahlt. Beim Zusammentreffen mit Witwen- oder Witwerrente aus der gesetzlichen Unfallversicherung  kann es zum Ruhen eines Teils der Rente kommen.

Wegen der Höhe der Rentenleistung für die ersten 3 Monate nach dem Sterbemonat siehe "Sterbevierteljahr". Bei Wiederverheiratung oder (erstmaliger oder erneuter) Begründung einer Lebenspartnerschaft fällt die Rente weg; stattdessen kann eine Abfindung beantragt oder ggf. ein Rentensplitting durchgeführt werden.

Witwen(r)renten, die ab 01.01.2001 beginnen, werden - wie die Waisenrente - um einen Rentenabschlag bis zu maximal 10,8 % gemindert, wenn der versicherte Ehegatte bzw. Lebenspartner vor Vollendung seines/ihres 63. Lebensjahres verstorben ist. Seit 01.01.2012 wird diese Altersgrenze vom 63. auf das 65. Lebensjahr angehoben.

Seit dem 01.01.2002 gelten folgende Änderungen gegenüber dem früheren Recht:

  • Die große Witwen-/Witwerrente beträgt nur noch 55 % statt 60 % der auf den Todestag des Versicherten berechneten Rente wegen voller Erwerbsminderung (Erwerbsminderungsrente).
  • Witwen-/Witwerrentenberechtigte, die Kinder erzogen haben, erhalten für jedes Kind einen Zuschlag .
  • Witwen- oder Witwerrente steht grundsätzlich nur noch zu, wenn die Ehe oder Lebenspartnerschaft mindestens ein Jahr gedauert hat. Bei einer kürzeren Dauer besteht die Vermutung, dass der Zweck der Heirat bzw. der Begründung der Lebenspartnerschaft die finanzielle Versorgung des Hinterbliebenen war. Diese Vermutung kann vom Hinterbliebenen widerlegt werden, so z.B. wenn der andere Ehe- bzw. Lebenspartner durch einen Unfall, ein Verbrechen oder eine nach der Heirat aufgetretene Infektionskrankheit verstorben ist.
  • Die kleine Witwen- oder Witwerrente kann nur noch befristet für 2 Jahre gezahlt werden. Vollendet der überlebende Ehegatte oder die Lebenspartnerin das 45. Lebensjahr, besteht Anspruch auf große Witwen- oder Witwerrente. Die Altersgrenze von 45 Jahren wird seit 2012 schrittweise auf 47 Jahre angehoben.

Es werden weitere Einkommensarten in die Einkommensanrechnung einbezogen, wie Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung sowie Zinseinkünfte. Von einer Anrechnung ausgenommen bleiben Einnahmen aus der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge.

Ehe- bzw. Lebenspartner können statt einer aus der Rentenanwartschaft des Verstorbenen abgeleiteten Witwen- oder Witwerrente ein Rentensplitting wählen.

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Mitarbeiter
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Zuständige Stelle
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Verfahrensablauf

Die Witwen- oder Witwerrente können Sie schriftlich, persönlich oder per Onlineverfahren beantragen.

Tipp: Bevor Sie Ihren Antrag stellen, können Sie sich von der Deutschen Rentenversicherung beraten lassen.

Schriftlicher Rentenantrag:

  • Laden Sie den Antrag auf Hinterbliebenenrente auf der Internetseite der Deutschen Rentenversicherung herunter. Füllen Sie den Antrag auf Versichertenrente und die darin genannten Formulare vollständig aus und stellen Sie die benötigten Unterlagen zusammen.
  • Ihren ausgefüllten und unterschriebenen Antrag können Sie mit den erforderlichen Unterlagen entweder
    • per Post an die Deutschen Rentenversicherung senden oder
    • in einer der örtlichen Beratungsstellen abgeben.
  • Sie erhalten eine Eingangsbestätigung.
  • Die Deutsche Rentenversicherung prüft Ihren Antrag auf Vollständigkeit und fordert bei Bedarf fehlende Unterlagen an.
  • Die Deutsche Rentenversicherung prüft die Voraussetzungen für Ihren Rentenanspruch und den Versicherungsverlauf auf Vollständigkeit. Gegebenenfalls klärt sie Lücken im Versicherungsverlauf.
  • Die Deutsche Rentenversicherung klärt weitere Sachverhalte, zum Beispiel Ihr Krankenversicherungsverhältnis, ob Sie hinzuverdienen oder eine andere Rente erhalten.
  • Wenn Sie einen Anspruch auf die Witwen- oder Witwerrente haben, erhalten Sie einen Rentenbescheid mit Angaben zum Beginn, zur Aufnahme der laufenden Zahlung und zur Höhe. Des Weiteren werden Sie über Ihre Rechte und Pflichten informiert.
  • Wenn Sie keinen Anspruch auf die Witwen- oder Witwerrente haben, erhalten Sie einen Ablehnungsbescheid mit dem Grund für die Ablehnung.

Rentenantrag per Online-Verfahren:

  • Gehen Sie auf das Online-Portal der Deutschen Rentenversicherung und melden Sie sich an. Dazu können Sie Ihre Signaturkarte, Ihren Personalausweis mit elektronischem Identitätsnachweis oder Ihren elektronischen Aufenthaltstitel nutzen.
  • Füllen Sie den Antrag auf Hinterbliebenenrente aus und laden Sie die notwendigen Unterlagen hoch. Danach senden Sie Ihren Rentenantrag online ab.
  • Sie erhalten eine Eingangsbestätigung.
  • Die Deutsche Rentenversicherung prüft Ihren Antrag auf Vollständigkeit und fordert bei Bedarf fehlende Unterlagen an.
  • Die Deutsche Rentenversicherung prüft die Voraussetzungen für Ihren Rentenanspruch und den Versicherungsverlauf auf Vollständigkeit. Gegebenenfalls klärt sie Lücken im Versicherungsverlauf.
  • Die Deutsche Rentenversicherung klärt weitere Sachverhalte, zum Beispiel Ihr Krankenversicherungsverhältnis, ob Sie hinzuverdienen oder eine andere Rente erhalten.
  • Wenn Sie einen Anspruch auf die Witwen -oder Witwerrente haben, erhalten Sie einen Rentenbescheid mit Angaben zum Beginn, zur Aufnahme der laufenden Zahlung und zur Höhe. Des Weiteren werden Sie über Ihre Rechte und Pflichten informiert.
  • Wenn Sie keinen Anspruch auf die Witwen -oder Witwerrente haben, erhalten Sie einen Ablehnungsbescheid mit dem Grund für die Ablehnung.

Persönlicher Antrag im Beratungsgespräch:

  • Stellen Sie die nötigen Unterlagen für den Antrag zusammen und vereinbaren Sie einen Termin in einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung.
  • Im Beratungsgespräch wird Ihr Antrag auf Witwen- oder Witwerrente in der Regel gleich elektronisch aufgenommen und online weitergeleitet.
  • Wenn Ihr Rentenantrag eingetroffen ist, erhalten Sie eine Eingangsbestätigung.
  • Die Deutsche Rentenversicherung prüft den Antrag auf Vollständigkeit und fordert bei Bedarf fehlende Unterlagen an.
  • Die Deutsche Rentenversicherung prüft die Voraussetzungen für Ihren Rentenanspruch und Ihren Versicherungsverlauf auf Vollständigkeit. Gegebenenfalls klärt sie Lücken im Versicherungsverlauf.
  • Die Deutsche Rentenversicherung klärt weitere Sachverhalte, zum Beispiel Ihr Krankenversicherungsverhältnis, ob Sie hinzuverdienen oder eine Unfallrente erhalten.
  • Wenn Sie einen Anspruch auf Witwen- oder Witwerrente haben, erhalten Sie einen Rentenbescheid mit Angaben zum Beginn, zur Aufnahme der laufenden Zahlung und zur Höhe. Des Weiteren werden Sie über Ihre Rechte und Pflichten informiert.
  • Wenn Sie keinen Anspruch auf die Witwen- oder Witwerrente haben, erhalten Sie einen Ablehnungsbescheid mit dem Grund für die Ablehnung.

Den Rentenantrag kann auch eine Person Ihres Vertrauens für Sie stellen. Reichen Sie hierfür bitte eine entsprechende Vollmacht bei der Deutschen Rentenversicherung ein. Solange die Vollmacht gilt, wendet sie sich ausschließlich an Ihre bevollmächtigte Person.

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Erforderliche Unterlagen
  • Erforderliche Unterlage/n
    • gültiger Personalausweis oder Reisepass

    • Nachweise, die im Versicherungsverlauf des Hinterbliebenen nicht erfasst sind, beispielsweise:

      • Aufrechnungsbescheinigungen
      • Nachweise über Ausbildungszeiten
      • Nachweise über Arbeitslosigkeit
      • Nachweise über Krankheitszeiten
    • Sterbeurkunde

    • Heiratsurkunde

    • Angaben zu Ihren Einkünften

    • Letzte Rentenanpassungsmitteilung der oder des Verstorbenen oder sonstige Rentenunterlagen

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Frist/Dauer

Zahlung der Rente: Wenn der oder die Verstorbene

  • bereits eine eigene Rente erhalten hat, beginnt Ihre Witwen- oder Witwerrente frühestens mit dem Monat nach dem Todesfall.
  • noch keine eigene Rente erhalten hat, beginnt Ihre Witwen- oder Witwerrente mit dem Todestag.

Antragsfristen:

  • Stellen Sie den Antrag spätestens 12 Kalendermonate nach dem Todestag.
  • Stellen Sie Antrag später, beginnt die Rente erst ab dem Antragsmonat.

  • kleine Witwen und Witwerrenten: in der Regel 4 Monate
  • große Witwen und Witwerrenten: in der Regel 3 Monate

Hinweis: Wenn Ihr Partner oder Ihre Partnerin schon eine Rente erhalten hat, können Sie in den ersten 30 Tagen nach dem Tod einen Vorschuss beantragen. Dazu wenden Sie sich mit der Sterbeurkunde an den Rentenservice der Deutschen Post und reichen später den formellen Rentenantrag nach. Auf der Sterbeurkunde müssen Sie als Hinterbliebener eingetragen sein.

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Kosten/Leistung

keine

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Online-Verfahren
  • Online-Dienste der Deutschen Rentenversicherung
    Sie können verschiedene Anträge online an die Deutsche Rentenversicherung übermitteln, Versicherungs- und Rentenunterlagen online anfordern sowie Nachweise / Dokumente online einreichen.
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Sonstiges

Neben Beratungsterminen, direkt bei der Deutschen Rentenversicherung, bietet auch die Gemeinde Haar Termine bei unserem ehrenamtlichen Rentenberater Herrn Wuttke an.

Terminvereinbarung nur über das Sozialamt möglich.

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Rechtsgrundlage
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Zugehörigkeit zu