Dienstleistung

Kindergeld; Beantragung

Wenn Sie ein Kind haben, können Sie Kindergeld beantragen.

Das Kindergeld beträgt seit 01.01.2021 für das erste und zweite Kind 219 € monatlich, für das dritte Kind 225 € und für das vierte und jedes weitere Kind jeweils 250€ monatlich. (Für 2020 betrug das Kindergeld für erste und zweite Kinder 204 €, für dritte Kinder 210 €, sowie für das vierte und jedes weitere Kind jeweils 235 €. Darüber hinaus wurde in 2020 für jedes Kind für den Monat September 200 € und für den Monat Oktober 100 € Einmalbetrag als Kindergeld ausbezahlt.) Zentrale Rechtsgrundlage für das Kindergeld ist das Einkommensteuergesetz.

Kindergeld wird grundsätzlich an Berechtigte, die in Deutschland ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben, und für die Kinder gezahlt, die einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland, einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union, in der Schweiz oder in einem Staat haben, auf den das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum Anwendung findet.

Zum Anspruch von freizügigkeitsberechtigten Staatsangehörigen der EU, des EWR sowie der Schweiz und zu den besonderen Voraussetzungen für einen Anspruch von nicht freizügigkeitsberechtigten ausländischen Staatsangehörigen sind die näheren Informationen dem Merkblatt zum Kindergeld und den Internetinformationen „Kindergeld für Menschen im oder aus dem Ausland“ der Bundesagentur für Arbeit zu entnehmen.

In einigen Sonderfällen, z. B. bei ins Ausland entsandten Entwicklungshelfern oder bei Vollwaisen bzw. Kindern, die den Aufenthalt ihrer Eltern nicht kennen, wird gegebenenfalls Kindergeld nach dem Bundeskindergeldgesetz gezahlt.

Als Kinder können neben leiblichen und angenommenen Kindern insbesondere Stief- und Enkelkinder sowie Pflegekinder nach den besonderen gesetzlichen Maßgaben berücksichtigt werden.

Für ein Kind, das bereits das 18. Lebensjahr vollendet hat, wird Kindergeld nach näheren gesetzlichen Voraussetzungen grundsätzlich weiterhin gezahlt:

bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres für Kinder ohne Arbeitsplatz, wenn das Kind insbesondere als Arbeitssuchender gemeldet ist.

bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres für Kinder in Ausbildung, wenn sich das Kind noch in Schul- oder Berufsausbildung oder noch im Studium befindet. Entsprechendes gilt, wenn sich das Kind in einer Übergangszeit zwischen zwei Ausbildungsabschnitten von höchstens 4 Monaten befindet, ein Beginn bzw. eine Fortsetzung der Berufsausbildung mangels Ausbildungsplatzes nicht möglich ist oder das Kind einen im Gesetz benannten geregelten Freiwilligendienst leistet.

Ohne Altersbegrenzung wird Kindergeld für Kinder mit Behinderung nach den näheren gesetzlichen Maßgaben gezahlt, wenn es wegen der Behinderung nicht in der Lage ist, sich selbst zu unterhalten.

Nach Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung oder eines Erststudiums können volljährige Kinder in Ausbildung nur berücksichtigt werden, wenn sie keiner Erwerbstätigkeit nachgehen. Eine Erwerbstätigkeit mit bis zu 20 Stunden regelmäßiger durchschnittlicher wöchentlicher Arbeitszeit, ein Ausbildungsdienstverhältnis oder ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis sind dabei jedoch unschädlich.

Besonderheiten können u.a. bei Bezug von Kinderzulagen oder Kinderzuschüssen (Unfall- bzw. Rentenversicherung), wegen vergleichbarer Leistungen im Ausland oder durch Bezug von Leistungen zwischen- und überstaatlicher Einrichtungen bestehen oder in grenzüberschreitenden Fällen nach europäischem Recht (ggf. „Teilkindergeld“).

Kindergeld wird rückwirkend nur für die letzten 6 Monate vor Beginn des Monats gezahlt, in dem der Antrag bei der zuständigen Familienkasse eingegangen ist.

Das Kindergeld ist eine Bundesleistung und wird von Bundesbehörden vollzogen. Das Kindergeld muss bei der zuständigen Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit, in erster Linie also bei der Familienkasse, in deren Bezirk der Antragsteller seinen Wohnsitz bzw. gewöhnlichen Aufenthalt hat, schriftlich beantragt werden. Ein online-Formularservice besteht unter http://www.familienkasse.de/.

Für Angehörige des öffentlichen Dienstes bzw. Empfängern von Versorgungsbezügen kann eine andere Familienkasse, z.B. die Bezügestelle, zuständig sein.

Nähere Informationen zum Kindergeld sind dem Merkblatt zum Kindergeld, den Internetinformationen der Bundesagentur für Arbeit oder den Dienstanweisungen des Bundeszentralamtes für Steuern zu entnehmen.

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Zuständige Stelle
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Voraussetzungen

Voraussetzungen, die für Sie als Eltern gelten:

  • Sie sind in Deutschland unbeschränkt einkommensteuerpflichtig oder werden so veranlagt. Dies gilt auch für Staatangehörige der EU, des EWR oder der Schweiz. Ein inländischer Wohnsitz ist nicht zwingend erforderlich. 
  • Für Staatsangehörige der EU oder des EWR, die ab August 2019 nach Deutschland ziehen, gelten weitere Voraussetzungen. In den ersten 3 Monaten ab Einreise müssen Sie inländische Einkünfte erzielen; ab dem 4. Monat ab Einreise müssen die Voraussetzungen des Freizügigkeitsgesetzes erfüllt sein. Unionsbürgerinnen und Unionsbürger sind freizügigkeitsberechtigt, wenn sie
    • selbständig oder unselbständig erwerbstätig sind
    • arbeitsuchend oder unfreiwillig arbeitslos sind
    • ihr Freizügigkeitsrecht von einem Familienangehörigen ableiten können
    • über ausreichende Existenzmittel und ausreichenden Krankenversicherungsschutz verfügen oder
    • ein Daueraufenthaltsrecht erworben haben.
  • Sie sind zwar nicht Staatsbürgerin oder Staatsbürger der EU, des EWR oder der Schweiz, aber besitzen eine gültige Niederlassungserlaubnis oder einen bestimmten anderen Aufenthaltstitel, der zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit berechtigt oder
  • Sie sind rechtskräftig anerkannter Flüchtling oder asylberechtigt.

Voraussetzungen, die für Ihr Kind gelten:

  • Ihr Kind muss seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland oder in einem anderen EU- beziehungsweise EWR-Staat oder der Schweiz haben.
  • Eventuell haben Sie auch dann Anspruch auf Kindergeld, wenn Ihr Kind zwar in einem Haushalt in der EU, der EWR oder der Schweiz lebt, beispielsweise Sie oder der andere Elternteil aber in Deutschland unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist oder so veranlagt wird.
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Verfahrensablauf

Sie müssen das Kindergeld schriftlich beantragen. 

Wenn Sie den Antrag online stellen möchten:

  • Gehen Sie auf die Internetseite der Familienkasse, wählen Sie den für sie passenden Bereich aus und folgen Sie den Anweisungen.
  • Reichen Sie die geforderten Unterlagen per Post ein.
  • Die Familienkasse teilt Ihnen per Post mit, ob Sie Anspruch auf Kindergeld haben.
  • Wenn Ihr Antrag genehmigt wurde, zahlt die Familienkasse Ihnen das Kindergeld monatlich aus.
  • Wenn Sie im öffentlichen Dienst arbeiten oder Versorgungsbezüge beziehen, dann bekommen Sie das Kindergeld unter Umständen von Ihrem Dienstherren oder Arbeitgeber, sofern dieser nicht auf seine Sonderzuständigkeit verzichtet hat. Den Antrag müssen Sie in diesem Fall auch bei Ihrem Dienstherren oder Arbeitgeber einreichen.

Wenn Sie den Antrag schriftlich per Post stellen möchten:

  • Verwenden Sie bitte für Ihren Antrag die Vordrucke, die Sie bei Ihrer zuständigen Familienkasse oder im Internet unter www.familienkasse.de bekommen. Sie können den Antrag auch online ausfüllen.
  • Senden Sie den unterschriebenen Antrag per Post an die für Sie zuständige Familienkasse.
  • Die Familienkasse teilt Ihnen per Post mit, ob Sie Anspruch auf Kindergeld haben.
  • Wenn Ihr Antrag genehmigt wurde, zahlt die Familienkasse Ihnen das Kindergeld monatlich aus.
  • Wenn Sie im öffentlichen Dienst arbeiten oder Versorgungsbezüge beziehen, dann bekommen Sie das Kindergeld unter Umständen von Ihrem Dienstherren oder Arbeitgeber, sofern dieser nicht auf seine Sonderzuständigkeit verzichtet hat.
  • Sie müssen Ihrer Familienkasse sofort mitteilen, wenn sich bei Ihnen etwas ändert, das sich auf das Kindergeld auswirken könnte (z. B. Kind bricht Schulausbildung ab, Sie oder ein anderer Elternteil nehmen eine Erwerbstätigkeit im Ausland auf).
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Erforderliche Unterlagen
  • Erforderliche Unterlage/n
    • Die Steuer-Identifikationsnummer des Kindes oder der Kinder,
    • die Steuer-Identifikationsnummer des Elternteils, der das Kindergeld beantragt, und 
    • eventuell zusätzliche Unterlagen (beispielsweise Geburtsurkunde, Nachweis der Schul-/ Berufsausbildung des Kindes, Schwerbehindertenausweis)
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Frist/Dauer

Keine

Hinweis: Nach Antragseingang wird das Kindergeld rückwirkend höchstens für die letzten sechs Monate gezahlt.


Die Bearbeitung erfolgt in der Regel innerhalb eines Monats nach Eingang des vollständigen Antrages auf Kindergeld.

Hinweis: Nutzen Sie den Online-Service der Familienkasse, um die Bearbeitungsdauer zu verkürzen.

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Kosten/Leistung

keine

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Rechtsbehelf
  • Einspruch
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Online-Verfahren
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Sonstiges
Formulare
Weiterführende Links
Verwandte Themen
Hinweise

Die zuständige Familienkasse prüft in bestimmten Abständen, ob Sie die Voraussetzungen für den Kindergeldanspruch noch erfüllen.

Wenn Sie im öffentlichen Dienst arbeiten und Ihr Dienstherr oder Arbeitgeber noch nicht auf seine Sonderzuständigkeit verzichtet hat, wenden Sie sich bitte an die für Ihr Kindergeld zuständige Abteilung Ihres Dienstherren oder Arbeitgebers.


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Rechtsgrundlage
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Zugehörigkeit zu