Haar wird digital


Übergabe der Auszeichnung "Digitales Amt", v.l. Alicia Frey (Amt für Innovation, Wirtschaftsförderung und zentrale Dienste), bayerische Digitalministerin Judith Gerlach, Dr. Andreas Bukowski, Bürgermeister HaarÜbergabe der Auszeichnung durch die Bayerische Digitalministerin Judith Gerlach (Mitte) an Bürgermeister Dr. Andreas Bukowski und Alicia Frey (li. Amt für Innovation, Wirtschaftsförderung und zentrale Dienste im Haarer Rathaus)

Als die Nachricht das Haarer Rathaus erreichte, war die Freude groß: Die Arbeit der letzten Monate hat sich gelohnt, Haar darf ab sofort den Titel „Digitales Amt“ tragen. Doch für die Verwaltung ist der Prozess damit keinesfalls abgeschlossen. Im Gegenteil, wie Haars Bürgermeister Dr. Andreas Bukowski betonte: "Ich sehe die Auszeichnung als Ansporn."

Es war Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach persönlich, die dem Haarer Bürgermeister die neue Auszeichnung überreichte. Als "Digitales Amt" dürfen sich bayerische Kommunen bezeichnen, die bereits mindestens 50 kommunale und zentrale Online-Verfahren im sogenannten BayernPortal verlinkt haben. Das hat die Gemeinde Haar mit dem Relaunch ihrer Homepage locker erreicht. Man sieht in Haar aber auf jeden Fall noch Luft nach oben – und daran wird weiter gearbeitet.

Gesetzgeber muss aktiver werden

Eines muss aber wohl gleich vorweg gesagt werden: Im Vergleich mit anderen Ländern hinkt Deutschland beim Online-Angebot von Verwaltungsdienstleistungen immer noch gehörig hinterher. "Hier muss der Gesetzgeber endlich aktiver werden, um den veränderten Lebensbedingungen vieler Menschen Rechnung zu tragen und uns als Verwaltung ein größeres Angebot an Online-Services zu ermöglichen“, betont Haars Bürgermeister Dr. Andreas Bukowski. Besonders wichtig wäre es seiner Meinung nach, eine gute Lösung für die Signatur bereitzustellen. Diese fehlende digitale Unterschrift für jeden Bürger und jede Bürgerin verhindere es nämlich maßgeblich, den E-Bürgerservice zu erweitern.

Eine Teamleistung

Die Gemeinde Haar bietet mittlerweile so ziemlich alles an, was möglich und sinnvoll ist. "Aus diesem Grund freuen wir uns auch über die erhaltene Auszeichnung. Besonders auch, weil das „Digitale Amt“ Ergebnis einer außergewöhnlichen Teamleistung ist", so der Haarer Bürgermeister. In jeder Abteilung des Rathauses haben sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gefunden, die sich zu "Digitalbeauftragten" fortgebildet haben und unter Führung der Öffentlichkeitsarbeit und des Innovationsamtes das Online-Angebot aufbauen und pflegen.

Digitalisierungsstrategie erarbeitet

Natürlich gibt es noch Ausbaupotenzial, an dem mit viel Energie gearbeitet wird. "Ich persönlich sehe die Auszeichnung als Ansporn, unseren Service auch digital immer weiter zu verbessern. Für die aktuelle Amtsperiode haben wir dazu eine Digitalsierungsstrategie erarbeitet, die die Bereiche Bürgerservice, Verwaltung und Wirtschaftsförderung umfasst. Wir werden Sie in Kürze dem Gemeinderat präsentieren und darüber berichten", betont Dr. Bukowski.

Dienstleistungen ohne digitales Angebot sind nicht mehr zeitgemäß - und trotzdem auch in Haar nur eine Ergänzung zum Besuch im Rathaus. Denn eines gilt auch bei dieser Kommune weiterhin: Von Angesicht zu Angesicht ist’s halt doch am schönsten.

^
Redakteur / Urheber
Claudia Erl