Die Grundsteuer-Reform


Symbolisches Haus mit einigen Stapeln Münzgeld

Wohnungsbesitzer und Hauseigentümer aufgepasst: Von 2025 an spielt der Wert eines Grundstücks bei der Berechnung der Grundsteuer in Bayern keine Rolle mehr. Die Grundsteuer wird im Freistaat dann nicht nach dem Wert des Grundstücks, sondern nach der Größe der Fläche von Grundstück und Gebäude berechnet.

Wie läuft das Verfahren ab?

Eigentümer:innen sind verpflichtet,  eine Grundsteuererklärung abzugeben. Das Finanzamt stellt auf Basis der erklärten Angaben den Grundsteuermessbetrag fest und übermittelt diesen an die Kommune. Dieser wird von der Kommune mit dem aktuellen Hebesatz multipliziert, den jede Kommune selbst bestimmt. Eigentümer:innen erhalten einen Grundsteuerbescheid. Die darin angegebene Summe ist ab dem Jahr 2025 an die Gemeinde zu bezahlen.

Was bedeutet die Neuregelung für Sie?

Ihre Grundsteuererklärung können Sie in der Zeit vom 1. Juli 2022 bis spätestens 31. Oktober 2022 bequem und einfach elektronisch über das Portal ELSTER – Ihr Online-Finanzamt unter www.elster.de abgeben. Maßgeblich sind die Eigentumsverhältnisse und die tatsächlichen baulichen Gegebenheiten am 1. Januar 2022. Sofern Sie noch kein Benutzerkonto bei ELSTER haben, können Sie sich bereits jetzt registrieren. Bitte beachten Sie, dass die Registrierung bis zu zwei Wochen dauern kann.

Sollte eine elektronische Abgabe der Grundsteuererklärung für Sie nicht möglich sein, können Sie diese auch auf Papier einreichen. Die Vordrucke hierfür finden Sie ab dem 1. Juli 2022 im Internet unter www.grundsteuer.bayern.de, in Ihrem Finanzamt oder im Rathaus. Bitte halten Sie die Abgabefrist ein.

Woher bekommen Sie Angaben zu den Grundstücksflächen?

Die benötigten Informationen zu Ihren Flurstücken bekommen Sie entweder

  • für den Stichtag 1. Januar 2022 über den BayernAtlas . Hierfür steht Ihnen vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2022 ein kostenloser Zugang zur Verfügung

oder

  • aus den Ihnen vorliegenden Kataster- oder Grundbuchauszügen (und den jeweiligen Grundakten des Grundbuchamtes dazu).

Woher bekommen Sie Angaben zu den Wohnflächen?

Die Wohnfläche ist am einfachsten in den Bauunterlagen, dem Mietvertrag oder der  Nebenkostenabrechnung ersichtlich. Bei Eigentumswohnungen ist die Wohnfläche auch aus der Wohngeldabrechnung ersichtlich. Sie können die Wohnfläche in der Regel aber auch selbst händisch ausmessen.

Übrigens: Umfang und Ermittlung der Wohnfläche für die Grundsteuerreform eines Gebäudes bzw. Gebäudeteils ergeben sich aus der Wohnflächenberechnung nach der Wohnflächenverordnung. Dort ist festgelegt, welche Flächen zur Berechnung zählen und welche nicht – als zum Beispiel, wie mit Flächen unter Dachschrägen umgegangen wird, wie viel eine Terrasse zur Wohnfläche zählt und ähnliches. Die Wohnflächenverordnung finden Sie unter
www.gesetze-im-internet.de/woflv/BJNR234610003.html

Was müssen Sie beachten, wenn Sie die Wohnfläche aus den Baugenehmigungsakten entnehmen?

Die Bauakten geben die Größe des Baukörpers zum Zeitpunkt der Erteilung der Baugenehmigung wieder. Für die Grundsteuer müssen Sie die tatsächlichen und aktuellen Maße des Gebäudes oder der Wohnung angeben (inkl. Putz, Verkleidung usw.)

Das bedeutet für Sie: Wenn Sie den Genehmigungsplan für eine Wohn- und Nutzflächenberechnung verwenden, muss dieser sehr sorgfältig überprüft werden – denn in der Regel sind in den Zeichnungen der Bauvorlage weder Wandbekleidungen oder Putzstärken abgebildet. Insofern entsprechen die Bauzeichnungen in der Genehmigungs-Bauakte nicht immer zweifelsfrei dem tatsächlichen Bestand. Maßgebend für eine richtige Steuererklärung sind aber die tatsächlichen Verhältnisse.

Wo können Sie die Bauakten einsehen?

Die Bauakten liegen den Eigentümer häufig vor. Bitte schauen Sie deshalb zunächst Ihre Unterlagen durch. Wenn das nicht so ist und Sie Akteneinsicht in die Bauakten wünschen, geht das auch in der jeweiligen Gemeindeverwaltung. Wir bitten Sie, die Akteneinsicht unter Verwendung des  Formulars  bei der Gemeinde Haar zu beantragen. Die Akteneinsicht ist kostenpflichtig und nimmt etwas Zeit in Anspruch, da hierzu eine Recherche im Archiv erforderlich ist.

Bitte beachten Sie, dass es derzeit auf Grund der Grundsteuerreform zu einer erhöhten Nachfrage und deshalb zu längeren Bearbeitungszeiten kommen kann.

Nähere Infos zur Grundsteuer finden Sie unter www.grundsteuer.bayern.de oder über die Hotline unter 089 - 30 70 00 77.