03. März 2015

Bezahlbaren Wohnraum schaffen

Der Großraum München boomt. Wohnungen sind schwer zu finden, vor allem solche mit bezahlbaren Mieten. Eine Tagung des Regionalen Planungsverbands beschäftigte sich im Bürgersaal in Haar kürzlich mit der Frage, wie die Städte und Gemeinden der Preisexplosion auf dem Immobilienmarkt einerseits und der steigenden Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum anderseits begegenen können.

Der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München ist ein Zusammenschluss der Landeshauptstadt München mit acht Landkreisen und 146 Städten, Märkten und Gemeinden im Großraum München. Der Verband hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Mitglieder in Fragen der räumlichen Entwicklung zu beraten, von Strukturgutachten bis hin zu Schulbedarfsanalysen. Die Gemeinde Haar hat auf diesen Service zurückgegriffen, als es in den letzten Monaten darum ging, den Bedarf für eine weitere Grundschule zu ermitteln. Seit November 2014 ist Bürgermeisterin Gabriele Müller Mitglied im Verbandsausschuss des Regionalen Planungsverbands. So war es ihr eine besondere Freude, Gastgeberin der letzten Veranstaltung "Bezahlbaren Wohnraum schaffen!" sein zu dürfen, zu der Christian Breu, Geschäftsführer des Verbandes, eingeladen hatte.

Billiges Baugeld, teurer Grund
Bevölkerung, Wirtschaft und Arbeitsmarkt in und um die Landeshauptstadt wachsen stetig. Beim Wohnungsbau jedoch gibt es Nachholbedarf, bezahlbare Wohnungen sind noch rarer. In ihrem Grußwort umschrieb die Bürgermeisterin die derzeitige Situation mit den Worten:"Das Baugeld ist billig wie nie, der Grund ist teuer wie nie und das Bauen selbst ist teuer wie nie." Diese Einschätzung wurde von den anwesenden Fachleuten bestätigt und untermauert. Mit diesen Bedingungen ist ein Mietpreis im Neubau von 12.-€  beinahe schon als günstig zu bezeichnen. Eine Aussicht, die Gabriele Müller bedenklich stimmt: "Welche Familie soll das bezahlen können?"

Gemeinden müssen zusteuern
Die Vorträge der Wohnungsbaugesellschaften machten deutlich, ohne massives Subventionieren durch die Gemeinden, indem sie Grundstücke kostenlos einbringen und sich auch noch finanziell beteiligen, kann ein einstelliger Quadratmeterpreis nicht erzielt werden. „Das allerdings kann nur begrenzt möglich sein“, sagt Bürgermeisterin Müller. Die Gemeinde Haar hat sich ein Wohnbauprojekt vorgenommen und wird in der nächsten Zeit entscheiden müssen, ob sie das Vorhaben allein oder mit einer Wohnungsbaugesellschaft verwirklicht. Dazu die Rathaus-Chefin: „Und der Gemeinderat muss sich in einer der nächsten Sitzungen Gedanken darüber machen, wie viel konkrete Subventionierung er zu leisten bereit ist, um tatsächlich günstige Mietpreise anbieten zu können.“

Ute Dechent