28. Januar 2016

Jetzt Bäume nachpflanzen

Im Herbst 2012 wurde er erstmals in der Gemeinde Haar entdeckt - der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB). 300 Bäume aller Größen mussten seither, vorrangig in Ottendichl und Salmdorf, vorsorglich gefällt werden - zum großen Bedauern aller Bürger. Nun können zumindest Teile des wertvollen Baumbestands ausgeglichen werden – mit finanzieller Unterstützung des Landkreises.

20.000 Euro Fördermittel für Ersatzpflanzungen stellt das Landratsamt den betroffenen Gemeinden (Feldkirchen, Neubiberg und Haar) jeweils zur Verfügung. Da die drei Kommunen jedoch völlig unterschiedlich vom asiatischen Käfer betroffen sind, konnte man sich bei einem Abstimmungsgespräch nicht auf einen einheitlichen Förderweg einigen, wie Haars Bürgermeisterin Gabriele Müller während der jüngsten Gemeinderatssitzung betonte. So gibt es nun ein Haarer Verfahren, dem alle Gemeinderäte zustimmen konnten.

70 Prozent werden bezahlt
Damit möglichst viele der betroffenen Grundstückseigentümer in den Genuss einer Förderung kommen, werden maximal 70 % der Pflanzkosten übernommen. Gefördert wir dabei abhängig von den Pflanzgrößen: Beträgt der Stammumfang des neuen Baums in einem Meter Höhe über dem Boden zwischen 12 und 14 Zentimeter, werden maximal 300 Euro zugeschossen. Liegt der Stammumfang über 14 Zentimeter, dann werden maximal 400 Euro dazugegeben. Gefördert werden nur Bäume, die vom Käfer nachweislich nicht befallen werden – dazu gibt es eine Liste im Haarer Umweltreferat.

Im „Windhundverfahren“ – bis zum 30.4.
Alle durch Fällung betroffene Grundstückseigentümer sind zur Teilnahme an diesem Programm berechtigt. Allerdings sollte man schnell sein. Zum einen werden die Fördermittel im sogenannten „Windhundverfahren“ vergeben – das bedeutet, es werden alle Anträge berücksichtigt, bis die Summe verbraucht ist. Wenn die Fördermittel aufgebraucht sind, können keine Anträge mehr genehmigt werden. Zum anderen gibt es eine Deadline: Da der vom Landratsamt ausbezahlte Förderbetrag innerhalb von drei Monaten abgerechnet werden muss, muss bis spätestens 30.4.2016 der Förderantrag der Haarer Bürger in der Gemeinde liegen.

So funktioniert’s
Und so funktioniert es: Der Antrag auf Förderung ist beim Umweltreferat der Gemeinde Haar einzureichen. Darin enthalten sein muss ein Angebot der Firma, die den Auftrag erhalten soll. Falls die Pflanzung in Eigenarbeit erfolgt, genügt ein Angebot über den Kaufpreis des Baumes. Bitte beachten: Der Auftrag darf erst nach Genehmigung des Förderantrags erteilt werden. Nach Abschluss der Arbeiten ist die bezahlte Rechnung im Original spätestens zum 30.06.2016 beim Umweltreferat einzureichen. Im Anschluss daran erfolgt eine zeitnahe Besichtigung vor Ort und erst dann der Förderbetrag überwiesen...zum Förderprogramm

Gerechtigkeit?
Im Gremium des Gemeinderats kam dann noch die Frage nach der Gerechtigkeit auf: Werner Kozlik fragte, ob die zwei Bäume pro Flurnummer wirklich festgeschrieben sind, oder ob man nicht prozentual am Baumverlust der einzelnen Grundstücksbesitzer die Förderung bemessen könnte. Gerechtigkeit sei bei dem Thema schwer zu finden, betonte Gabriele Müller. Und Umweltreferent Michael von Ferrari ergänzte, dass man dann auch noch beachten müsste, wie groß die gefällten Bäume waren. Oft wären viele kleine Bäume auf einer Flurnummer den Käfer-Maßnahmen zum Opfer gefallen.

Claudia Erl