26. Mai 2020

Danke für ehrenamtlichen Einsatz

Haarer Teststation wird runtergefahren

872 Corona-Tests wurden innerhalb der letzten zwei Monate in der Haarer Teststation durchgeführt – eine große Entlastung für die Haarer Ärztinnen und Ärzte. Und zu verdanken ist diese beeindruckende Bilanz vor allem dem ehrenamtlichen Einsatz von Krankenschwestern, Medizinstudent*innen und Ärztinnen. Da in den letzten Tagen immer weniger Überweisungen aus den Arztpraxen kamen, wurde der Teststation-Betrieb nun heruntergefahren. Ein guter Zeitpunkt, um Danke zu sagen.

Der Aufruf auf Facebook und Instagram war kaum veröffentlicht, da quoll das Mail-Postfach im Rathaus fast über: Innerhalb weniger Tage meldeten sich 31 Helfer*innen aus der Gemeinde Haar und Umgebung, die bei der Teststation mithelfen wollten. Ehrenamtlich wohlgemerkt. Es war die kbo-Fachärztin Dr. Janina Seebach, die als medizinische Leitung der Teststation schließlich zwölf Freiwillige des medizinischen Personals im Rachen- und Nasenabstrich schulte. Ab da standen sie - bei teilweise eisigen Temperaturen und bis zu fünf Stunden in kompletter Schutzmontur - in der Teststation.

Leistungsstarke Teststation in Rekordzeit

In nur dreieinhalb Tagen hat man es in der Gemeinde Haar geschafft, eine Corona-Teststation auf die Beine zu stellen. In einer großen Gemeinschaftsleistung entstand eine äußerst leistungsstarke Station: Am 13.März informierte der Landrat in einer Sitzung die Landkreis-Bürgermeister, dass möglichst jede Gemeinde eine Teststation einrichten soll. In Haar wartete man nicht auf eine offizielle Anweisung, sondern reagierte sofort: Bereits am nächsten Tag waren die damalige Bürgermeisterin Gabriele Müller und Geschäftsleiter Helmut Schmid mit der Feuerwehr auf der Suche nach dem idealen Standort. Gefunden wurde er in der Tiefgarage beim Poststadel.

Am Montag den 16. März wurde der Kontakt zur Polizei und den Haarer Ärzten hergestellt. Ein absoluter Glücksfall war zudem die Zusammenarbeit mit dem kbo-Isar-Amper-Klinikum, das nicht nur Personal abstellte, sondern auch bei der Beschaffung der Test Kits behilflich war und den Kontakt zu einem Labor herstellen konnte. Als am 17.März die offizielle Anweisung aus dem Landratsamt kam, war man in Haar schon mit dem nötigen medizinischen Personal ausgestattet, die Testsation war durch den Bauhof, die Hausmeister und die Freiwillige Feuerwehr unter der Federführung von Geschäftsleiter Helmut Schmid bereits aufgebaut. Schon am 19.März wurden die ersten Testungen durchgeführt, unterstützt durch das Bäder-Personal und unter der Koordination der gemeindlichen Gesundheitsschutzbeauftragten Silvia Estermann.

Tests im 3-Minuten-Takt

Anfangs wurden bis zu 200 Tests im 3-Minuten-Takt pro Woche aus dem Auto heraus abgenommen, die Überweisungen für Haarer Bürger*innen kamen von 30 Ärzten. Ebenfalls ins Aufgabengebiet der Rathausverwaltung fiel die Ermittlung der Kontaktpersonen der Infizierten, was nach einigen Tagen vom Kita- und Büchereipersonal übernommen werden konnte. Eine turbulente Zeit, die letztendlich mit viel Fachwissen und bester Zusammenarbeit sehr gut gemeistert werden konnte.

Dank der Gemeinde

Jetzt, über zwei Monate später sind nicht nur die Neuinfektionen gesunken, sondern auch die Testungen auf zwei Tage in der Woche zurückgefahren. Auf Einladung von Bürgermeister Andreas Bukowski kamen alle Ehrenamtlichen noch einmal zusammen, um sich das Dankeschön in Form eines Blumenstraußes und einiger „Haarer Zehner“ der Gemeinde abzuholen. „Es kann sein, dass es nur ein „Zwischendankeschön“ ist. Denn möglicherweise brauchen wir euch noch einmal. Wir hoffen natürlich nicht“, betonte der Rathauschef.

Vertrautes Team mit viel Engagement

Doch alle Anwesenden betonten, dass sie sofort wieder zur Verfügung stünden und gerne ihre Freizeit opfern, sollten tatsächlich wieder mehr Tests benötigt werden. Auch vom kbo wurde signalisiert, dass das zur Verfügung gestellte Personal auch erneut für die Teststation abgestellt wird. Insgesamt spürte man beim Treffen, was für ein vertrautes Team dort in der Tiefgarage gewachsen ist. Auch wenn die eine oder andere Helferin einen etwas kritischen Blick auf ihr Gegenüber hatte, denn ohne Schutzkleidung erkannte man sich kaum - was mit viel Gelächter quittiert wurde …

Landratsamt entscheidet über Teststation

Die Teststation in Haar bleibt mindestens noch bis Pfingsten aktiv. Dann entscheidet das Landratsamt, wie weiter verfahren wird. Silvia Estermann betonte jedoch, dass sie auch nach einer möglichen Einstellung der Drive-In-Station in Kontakt mit den Helfern bleiben wird. Denn notfalls muss die Teststation schnell wieder aufgebaut werden. „Das dürfte ja kein Problem sein – in dreieinhalb Tagen ist das sicher wie beim ersten Mal wieder zu schaffen“, zeigt sich Andreas Bukowski optimistisch. „Dann geht es noch schneller“, betonte Estermann lachend. Aber alle hoffen inständig, dass dies nicht nötig sein wird.