26. März 2020

Taktausdünnung wäre fatal

Kontaktverbot, Sicherheitsabstand – in Zeiten von Corona ist Distanz zu den Mitmenschen gefordert. Mit der geplanten Taktausdünnung bei der Münchner S-Bahn gehen die Entscheider einen nicht hinnehmbaren Weg, findet Bürgermeisterin Gabriele Müller.  In Ihrem Brief an die Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH, an das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, Frau Staatsministerin Kerstin Schreyer an Frau Schreyers Stimmkreisbüro sowie an die DB Regio AG, S-Bahn-München schreibt sie: "Mit E-Mail vom 24.03.2020 wurden wir von der Deutschen Bahn darüber informiert, dass die S-Bahnen ab 30.03. bis zunächst 19.04.2020 ganztags nur noch im 20-Minuten-Takt fahren sollen, auch in der morgendlichen und nachmittäglichen Hauptverkehrszeit. Andernorts, z.B. in Stuttgart, hat eine Taktausdünnung bei der S-Bahn bereits dazu geführt, dass in den Bahnen eine drangvolle Enge entsteht. Das wäre in Zeiten von Corona sehr kontraproduktiv.

Haar ist Klinikstandort – vor allem Pflegekräfte, die in diesen Zeiten wertvoller sind denn je – sollten auf ihrem Arbeitsweg maximal geschützt sein. "Nachdem insbesondere auch das Personal in den Pflegeberufen oft auf den ÖPNV angewiesen ist, hätte das unter Umständen fatale Auswirkungen auf das Gesundheitswesen", so Müller. Sie plädiert dafür die geplanten Maßnahmen zu überdenken und regt, zumindest die S4 im Zeitraum zwischen 06:30 und 09:30 Uhr sowie zwischen 16:00 und 19:00 Uhr statt von/bis Trudering zumindest bis von/bis Haar fahren zu lassen. "Haar ist eine Station mit sehr hohen Fahrgastbewegungen. Eine Verlängerung bis Haar dürfte die größten Fahrgastströme deutlich entzerren", so die Rathaus-Chefin.