23. September 2019

Ausgezeichnet naturnah

Im Rahmen eines bundesweiten Fachkongresses wurde der Gemeinde das Label „Stadtgrün naturnah“ verliehen – für ihre naturnahe Vielfalt in der kommunalen Grünflächengestaltung. Haar landete dabei ganz oben am Treppchen – und bekam Gold.

Jetzt ist es amtlich – Haar spielt eine Vorreiterrolle bei der Förderung und beim Erhalt der biologischen Vielfalt.  Mit dem Magerrasen-Konzept und seinen blütenreichen Blumenwiesen, mit heimischen Sträucher- und Baum- pflanzungen, mit dem Erhalt wertvoller Totholzbiotope sowie mit der naturnahen Gestaltung von Pausenhöfen und dem Urban-Gardening-Projekt „Haar zum Anbeißen“ konnte die Gemeinde auch bei der Jury von „Stadtgrün naturnah“ punkten. In einer feierlichen Zeremonie wurde die Gemeinde am 19. September in Bonn mit dem Label „Stadtgrün naturnah“ ausgezeichnet. Insgesamt 14 Kommunen aus ganz Deutschland hatten an der Ausschreibung teilgenommen, drei errangen Gold. Eine davon ist Haar.

Die Auszeichnung ist Teil des Projektes „Stadtgrün – Artenreich und Vielfältig“, das von 2016 bis 2021 im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert wird. „Stadtgrün ist unverzichtbar“, sagte Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz. „Denn es schafft nicht nur Lebensräume für Tiere und Pflanzen, sondern auch gesunde und attraktive Lebensbedingungen für uns Menschen. Deshalb ist es wichtig, dass sich immer mehr Kommunen für eine naturnahe Gestaltung und Aufwertung von Grünflächen stark machen.“ 

In der Gemeinde Haar hat man genau damit lange Erfahrung. „Wir sind in einer echten Vorreiterposistion, denn wir setzen uns schon seit Ende der 1990er Jahre für eine naturnahe Gestaltung unserer Grünflächen ein“, berichtet Bürgermeisterin Gabriele Müller. Damit hat die Gemeinde einen langen Erfahrungsschatz - Misserfolge inklusive. Heute wird das Haarer Umweltreferat regelmäßig von anderen Kommunen, Vereinen und Institutionen bezüglich Information, Vorträge und Führungen angefragt.

„Mittlerweile blüht und summt es auf rund 40 Standorten quer durch die Gemeinde. Unser Engagement hat sich für die Natur auf alle Fälle ausgezahlt. Aber mit der Auszeichnung wird es jetzt auch für alle sichtbar,“ freut sich die Bürgermeisterin.

Ein bisschen Zeit haben die Bürger*innen von Haar nämlich schon gebraucht, um sich an das nicht durchwegs adrette Gesicht der naturnahen Gestaltung zu gewöhnen. Denn auch wenn die Flächen über Monate wunderbar blühen, so gibt es eben die langstängeligen unansehnlichen Zeiten, die aber gerade zur Aussamung besonders wichtig sind. „Über die Jahrzehnte hat ein absoluter Bewusstseinswandel bei den Haarer*innen stattgefunden“, freut sich die Bürgermeisterin.

 Genau das will sich Umweltreferent Andreas Nemetz zunutze machen. „Begleitet wird unser Grünflächenkonzept auch künftig mit Info- und Mitmachangeboten für unsere Bürger und Bürgerinnen.“ Eine neuer Baum- und Gehölz-Lehrpfad wurde bereits angelegt. Ein Magerrasen-Wildbienen-Lehrpfad soll demnächst folgen.

 

Auf dem Foto: Stolz konnte Bürgermeisterin Gabriele Müller (2. v. l.)  gemeinsam mit Umweltreferenten Andreas Nemetz (3. v. l) das Zertifikat entgegennehmen.