21. November 2016

Weg für das Forschungs- und Entwicklungszentrum geebnet

Gemeinderat-Sondersitzung BMW

Haar ebnet den Weg für ein mögliches BMW-Forschungs- und Entwicklungszentrum für autonomes Fahren auf der so genannten Finck-Wiese: In einer extra anberaumten Sondersitzung fällte der Gemeinderat einstimmig die nötigen Beschlüsse, damit die Planungen weitergeführt werden können. Noch ist allerdings nichts entschieden - das alles sind weiterhin Vorbereitungen für eine mögliche Bebauung. BMW entscheidet am 5.12. wohin sie ihr Zentrum bauen. Baubeginn soll schon Frühjahr 2017 sein.

Es ging um den Beschluss, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufzustellen und den Vorentwurf für die Öffentlichkeit auszulegen. Auch die Träger öffentlicher Belange sollen bereits jetzt unterrichtet werden. Der städtebauliche Vertrag wird vorbereitet. Auch der Flächennutzungsplan muss geändert werden: Das mögliche Neubaugebiet wird zum „Sondergebiet für Forschungs- und Entwicklungszentrum“. All das wurde einstimmig beschlossen. Was hier erst einmal sehr bürokratisch klingt, ist in Wirklichkeit ein großer Schritt in einem großen Projekt.

Erster Bauabschnitt
Sebastian Kuhlen von der DIBAG Industriebau AG, die den BMW-Standort bauen würde, hatte die ersten Pläne zur Sitzung mitgebracht. Im ersten Bauabschnitt würden von dem 155.000-Quadratmeter-Grundstück etwa 10 Hektar bebaut Hier entstünde das Entwicklungszentrum mit Büros, Werkstätten, Parkhäusern und einer Teststrecke. Die Einfahrt zum Gelände soll ausschließlich über eine Stichstraße über die B304 erfolgen. Hier würde eine Ampelanlage mit zusätzlichen Abbiegespuren entstehen. Die Gebäudefassade entlang der Wasserburger Straße soll städtebaulich ansprechend sein. Die Gebäude werden höchstens vierstöckig und bleiben so unter 21 Metern.

Beachtlicher Grünplan
An die Grünplanung ist ebenfalls schon gedacht: Die Allee an der B304 würde stadtauswärts ergänzt, auch entlang der B471 ist ein einen grüner Saum geplant und auf dem Platz vor dem Hauptgebäude würde begrünt. 1.400 Quadratmeter Bannwald müssen für das Vorhaben weichen – Ersatzbäume werden aber auf gleicher Flurnummer nachgepflanzt. Der Wald würde sozusagen lediglich „versetzt“. Auch Teile der Gebäude werden begrünt – vor allem die beiden Parkhäuser, über die es derzeit noch am meisten Diskussionsbedarf gibt. Lieber sähen Teile des Gemeinderats hier Tiefgaragen – doch das sei angesichts der knappen Bauzeit im ersten Bauabschnitt einfach nicht umsetzbar, betonte Kuhlen. Ebenfalls zu diesem Zeitpunkt in Verhandlung sind die ökologischen Ausgleichsflächen, die aufgrund der hohen Versiegelung anfallen. Wohin die erforderlichen 3,5 ha genau platziert werden, wollte Manfred Hupfer noch nicht Preis geben. Man befinde sich in Verhandlung mit guten Aussichten auf Erfolg, betonte er.

Keine Kosten für die Gemeinde
Sämtliche Kosten für die Planung und den Bau übernimmt die DIBAG – angefangen von den Verkehrs- und Lärmgutachten über die Landschaftsplanung bis hin zum Straßenumbau. Wichtig ist der Gemeinde, dass der Bau auch ästhetisch gestaltet wird – schließlich ist es an dieser Ortseingangsstelle auch eine Art Visitenkarte der Gemeinde. Hierüber wird noch ausgiebig gesprochen werden – wenn sich BMW am 5.12. für Haar entscheidet.

BMW oder Mais
Und was, wenn sich BMW nicht nach Haar kommt? „Dann wird an dieser Stelle wieder Mais wachsen“, versichert Bürgermeisterin Gabriele Müller. Denn für eine andere Art der Bebauung wird vom Gemeinderat kein grünes Licht gegeben. Das zeigt sich schon in der Formulierung im geänderten Flächennutzungsplan: Hier steht für die Finck-Wiese festgeschrieben „Sondergebiet Forschung- und Entwicklungszentrum“. „Wir machen die Tür nur BMW und seinem Forschungszentrum auf“, versichert die Bürgermeisterin.

Am 24.11. ist die Haarer Bevölkerung ab 19 Uhr zu einer Informationsveranstaltung ins Bürgerhaus eingeladen. Hier können die Bürgerinnen und Bürger ihre Fragen loswerden.

Claudia Erl