25. August 2015

Neue Pläne für Asylbewerber-Unterkunft an der Vockestraße

Neue Pläne für Asylbewerberunterkunft an der Vockestraße einstimmig genehmigt

Es war von Anfang an ein Kompromiss, doch der Dringlichkeit geschuldet stimmte der Haarer Gemeinderat mehrheitlich zu: Die so dringend benötigte Asylbewerber-Unterkunft an der Vockestraße wurde mit Vorbehalten bezüglich Erscheinungsbild der geplanten Gebäude und vor allem der Lebensqualität für die Bewohner genehmigt. Als nun der Bauwerber seinen Antrag zurückzog, hatte die Gemeinde die Chance, mit dem nächsten Bauherren deutlich verbesserte Umstände für die Asylbewerber zu schaffen. Und auch die Gebäude fügen sich deutlich besser in die Umgebung ein. Die neuen Pläne bekam der Ferienausschuss der Gemeinde Haar nun vorgelegt – und stimmte ohne Gegenstimme zu.

Auch im neuen Plan sollen Gebäude in Holzständerbauweise errichtet werden, doch statt zwei lange einstöckige Riegel mit Flachdach sind nun drei würfelartige Einzelgebäude mit je zwei Etagen und einem Satteldach geplant. Eine deutliche Verbesserung bringt auch die Innengestaltung: In der vorherigen Variante waren 24 Personen pro Wohneinheit vorgesehen. Jetzt teilen sich acht Personen einen Aufenthaltsraum. Sowohl die Küchenzeilen als auch die Bäder werden von jeweils vier Personen genutzt. Schon alleine diese Aufteilung verringert das Konfliktpotential innerhalb der Einrichtung, denn gerade die Küchennutzung vieler Menschen sei schwierig, das habe die Erfahrung gezeigt, sagt Haars Bürgermeisterin Gabriele Müller. Die Verkleinerung geht noch weiter: Jeweils vier Personen teilen sich ein Zimmer, zwei solcher Zimmer bilden eine abgeschlossene Wohneinheit. Pro Haus sind vier solcher Einheiten geplant, sodass man bei drei Häusern auf maximal 96 Bewohner kommt. Die Erschließung der Gebäude ist über die Brunnerstraße geplant, es sind sowohl Fahrradständer als auch ein Spielplatz auf dem Gelände vorgesehen.

Durchwegs positiv beurteilt
Der Vorschlag erzeugte bei den Mitgliedern des Ferienausschusses durchwegs positive Resonanz: Ein Schritt in die richtige Richtung sei das, lobte Mikes Seckinger. Alexander Zill gab seiner Erleichterung Ausdruck, dass nun die Ansprüche der Gemeinde besser umgesetzt würden. Thomas Reichel freute sich ebenfalls über die deutliche Steigerung der Lebensqualität der Nutzer. Die Umsetzung des Projekts wird nun stark vorangetrieben: Sollte es einen milden Winter geben, dann könnten die Unterkünfte bereits zum Jahreswechsel bezogen werden, erklärte Bürgermeisterin Gabriele Müller.

Glücksfall Route 66
Außerdem betonte die Rathauschefin, dass man mit dem benachbarten Jugendkulturhaus Route 66 in engem Kontakt ist. "Hier wird große Bereitschaft signalisiert, vor allem die Jugendlichen und Kinder aus der Unterkunft einzubinden", sagt sie. Man müsse sich also keine Sorgen machen, ob die Schülerinnen und Schüler in der großen Unterkunft die Ruhe hätten, ihre Hausaufgaben zu erledigen. "Die machen die mit Sicherheit im Route 66", freut sich Gabriele Müller. Schon in den letzten Wochen hat das Jugendhaus engen Kontakt zu den Flüchtlingen aus der VHS-Turnhalle aufgebaut. Ein echter Glücksfall - für die Gemeinde und die Asylbewerber.

Einstimmig nahm der Ferienausschuss den Bauantrag auf dem Grundstück Brunner-/Vockestraße an.

Claudia Erl