25. März 2019

Erste Bürgerwerkstatt zum Mobilitätskonzept

Wie lauft's in Haar? Online noch beteiligen

„Vor Ihrer Haustüre sind Sie die Experten“ – das war der Slogan, unter dem die Gemeinde Haar gemeinsam mit dem Äußeren Planungsverband zur ersten Bürgerwerkstatt für ein integriertes Mobilitätskonzept eingeladen hat. Die Haarer*innen sollten ihre Denkanstöße, Probleme und Ideen, die sie für die Straßen vor ihrer Haustüre haben, den Planern mit auf den Weg geben. Und das taten sie.

Ein Radweg von Eglfing nach Salmdorf und einen entlang der Leibstraße; eine Fußgängerampel an der Vockestraße und ein Zebrastreifen am Bahnhof; mehr Geschwindigkeitskontrollen in den 30er-Zonen und Maßnahmen gegen den Schleichverkehr durch die Wohngebiete; verbesserte Barrierefreiheit auf den Fußwegen und längere Grünphasen für die Fußgänger an der B304; mancherorts Parkgebühren einführen und Carsharing vorantreiben; ein Kreisverkehr an der Kreuzung der beiden Bundesstraßen und durchgängiger 10-Minuten-Takt der S-Bahn: Die großen Ortskarten im hinteren Teil des Bürgersaals waren bunt bemalt, zig Kärtchen pinnten nebendran, Kreuzchen waren gesetzt, Punkte geklebt – all das war das beeindruckende Ergebnis aus den Köpfen der Haarer*innen.

Mit Stichpunkten zur Veranstaltung

Die Ideen, Anmerkungen und Forderungen waren vielfältig bei der ersten Bürgerwerkstatt zum integrierten Mobilitätskonzept. Etwa hundert sehr engagierte Bürger*innen waren erschienen, viele von ihnen bereits mit Listen und Stichpunkten in der Tasche. Zunächst hörten sie interessiert den Ausführungen der Verkehrsexperten zu: An vielen Karten und noch mehr Zahlen zeigten sie auf, was die Verkehrszählung und –befragung aus dem Jahr 2017 hervorgebracht hat. Meist zustimmend nickend verfolgten die Bürger die Ausführungen, die Problempunkte benannten, Prognosen eröffneten und schon einmal mögliche Lösungsansätze formulierten.

Meinungen hören, Ideen sammeln

„Wir gehen nicht mit einem vorgefertigtem Konzept hier in die Veranstaltung und in das Verfahren – wir wollen ihre Meinungen hören und viele Ideen sammeln“, betonte Haars Bürgermeisterin Gabriele Müller. Eines stellten sowohl die Verkehrsplaner als auch die Rathauschefin vorweg klar: Auf die Bundesstraßen und den dadurch entstehenden Durchgangsverkehr kann man von Seiten der Gemeinde allein wenig Einfluss nehmen. „Die Bundesstraßen beeinflussen aber uns enorm“, betonte Müller. Jedoch entwickelt sich auch innerörtlich der Verkehr – und das, obwohl die Haarer*innen überdurchschnittlich viel radeln und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind. „Für den Fahrradverkehr haben sie auch optimale Distanzen im Gemeindegebiet“, betonte Birgit Kastrup vom Äußeren Planungsverband.  Das Radewegenetz zu optimieren, sollte deshalb eines der großen Haarer Ziele sein.

Online noch mitmachen

Doch nicht nur die Karte für den Fahrradverkehr wies am Ende des Abends vielfältige Anregungen, eingezeichnete Wege und Problempunkte auf: Auf allen Verkehrsebenen gab es ausformulierte Gedanken – und es entwickelten sich angeregte Diskussionen zwischen den Anwesenden. All das nehmen die Planer nun mit in die Entwicklung. Und sie wünschen sich noch mehr: Alle, die an diesem Abend nicht dabei sein konnten, können trotzdem ihre Meinung abgeben – und zwar online. Bis zum 7.April gelangt man hier Online-Befragung  auf das Mobilitätskonzept und hat die Möglichkeit, dort selbst zu agieren.

Zweiter Workshop im Oktober

Diese Bestandsaufnahme wird dann in verschiedene Konzepte umgewandelt, die ebenfalls mit den Bürger*innen abgeglichen werden: Im Oktober lädt die Gemeinde zu einer zweiten Bürgerwerkstatt ein. Und dann wird es bereits konkreter.