23. März 2018

Nicht ins kalte Wasser geschmissen …

Haarer Grundschulkinder bekommen Schwimmunterricht - Förderverein Konrad-Grundschule unterstützt finanziell

Schwimmen – das ist nicht nur im Sommer ein Riesenvergnügen und zudem eine gesunde Sportart, sondern auch eine Grundkompetenz, die am besten alle Menschen haben sollten. Denn sich über Wasser halten zu können, kann auch schnell mal überlebenswichtig werden. Und trotzdem: Es gibt immer mehr Grundschulkinder, die Nichtschwimmer sind. Das will die Grundschule St. Konrad jetzt ändern…

Wenn in der 3.Klasse Schwimmen auf den Stundenplan kommt, dann ist das für viele Kinder eine große Freude. Aber längst nicht für alle. Denn es gibt Kinder, die bislang nicht schwimmen gelernt haben. Manche haben regelrecht Angst vor dem Wasser. Für die Sportlehrerin Petra Kienbacher aus der St. Konrad Grundschule ein nicht haltbarer Zustand - vor allem, weil sich die Zahl der Nichtschwimmer in den letzten Jahren deutlich erhöht hat. Und das liegt keinesfalls ausschließlich an den Kindern aus den Flüchtlingsfamilien, die nahezu durchwegs im Wasser hilflos sind.

Schwimmen lernen im Unterricht?

Dürfte doch kein Problem sein, dafür haben sie doch Schwimmen in der Schule, mag sich der eine oder andere jetzt denken. Doch im regulären Schwimmunterricht gibt es so einiges zu beachten: Nichtschwimmer und Schwimmer dürfen nicht zusammen unterrichtet werden, genau genommen muss es sogar zwei Becken geben und natürlich eine zweite Lehrkraft. Doch das ist in den allermeisten Schulen weder personellen noch von der räumlichen Ausstattung her möglich. Doch die Kinder jede Stunde neben das Becken zu setzen und ihnen so nichts an ihrem Nichtschwimmer-Dasein zu ändern – das hat Petra Kienbacher nicht ausgehalten. Lange hat sie nach einer Lösung gesucht und schließlich eine gefunden. Es wurde eine „Coproduktion“ aus Förderverein, TSV, Schule und dem gemeindlichen Schwimmbad: Mit finanzieller Unterstützung des Fördervereins der Grundschule St. Konrad, den beiden TSV-Trainerinnen Katharina Roeger und Alexandra Pawelczak, bietet sie nun einen Kurs für die Dritt- und Viertklässler an. Mit durchschlagendem Erfolg.

Bereits große Erfolge

„Die Kinder haben sehr viel Spaß, haben komplett ihre Angst vor dem Wasser überwunden“, freut sich die Sportlehrerin Petra Kienbacher. Durch spezielle Übungen lernen die Kinder, gleich unter Wasser auszuatmen und richtig Brust zu schwimmen. Voraussichtlich werden mindestens neun der zehn Kinder das Seepferdchen schaffen – denn schon nach wenigen Stunden der Übung können manche Kinder mittlerweile schon eine ganze Bahn schwimmen. „Ich bin sehr stolz auf unsere Schüler – und dankbar, sowohl für die Unterstützung der beiden Schwimmlehrerinnen wie auch der Finanzierung durch den Förderverein“, sagt Petra Kienbacher.

Der Schwimmkurs wird keine einmalige Angelegenheit: Für alle "Nichtschwimmer- Zweitklässler" wird nun auch  ein Folgekurs angeboten. Um die Problematik präventiv anzugehen …