13. Oktober 2014

Einwände gegen Pläne an Herzogstandstraße

Das Bauvorhaben in der Gronsdorfer Herzogstandstraße war der Hauptpunkt der vergangenen Bauausschusssitzung des Haarer Gemeinderats. Nachdem es sehr viele Einwände von Seiten der Bürger gab, hatte man die Sitzung in den großen Sitzungssaal verlegt, da man mit vielen Zuhörern rechnete. Diese Maßnahme wäre nicht notwendig gewesen, offensichtlich war die Anwohnerinformationsveranstaltung vor einigen Wochen für viele ausreichend.

Zweieinhalb Stunden befasste sich der Bauausschuss mit den Einwänden, die nach der öffentlichen Auslegung zum Bebauungsplan Nr. 186 eingegangen waren. Zur fachlichen Unterstützung hatte auch Christian Weigl vom Architekturbüro Goergens & Miklautz in der Runde Platz genommen. Neben den Bürgereinwänden fielen die meist redaktionellen Anmerkungen der Träger öffentlicher Belange eher klein aus.

Ausgetüftelte Planung
Punkt für Punkt arbeiteten die Räte die Einwände ab, die sowohl in schriftlicher Form eingegangen waren (größtenteils als ein gleichlautendes Musterschreiben), als auch bei der Anwohnerversammlung formuliert wurden. Einer der Hauptvorschläge war es, die Bebauung direkt an der Bahn von vier auf drei Stockwerke zu reduzieren, sowie zwei geplante Reihenhausriegel an der Herzogstandstraße zu streichen um die Dichte der Bebauung zu verringern. Auf die Reihenhäuser zu verzichten wäre möglich, da sie zu dem Lärmschutz nichts beitragen, doch genau das sind die „Filetstücke“ des Geländes, auf die man nicht verzichten sollte. Die Reduzierung der Stockwerke ist laut Christian Weigl nicht möglich: Nur in dieser Höhe und mit dieser Form kann man den Schallschutz erreichen, der für eine Wohnbebauung dringend erforderlich ist. „Das ist ausgetüftelt bis ins Letzte“, betonte der Architekt. Zudem sei diese Planung mit der Planung auf dem Nachbargelände, dem ehemaligen Schneiderhofgrundstück, abgestimmt. Die beiden Bebauungen ergeben einen idealen Schallschutz für die Gronsdorfer Kolonie: Schon die Bebauung des Feldes bringt den schon vorhandenen Häusern bis zu 12 dB weniger Lärm von den Bahngleisen.

„Harte Schale, weicher Kern“
Natürlich hätte man städtebaulich gesehen auf dem derzeitigen Feld eine andere Bebauung, als sie sonst in Gronsdorf üblich sei, räumte Weigl ein. Aber man müsse diese eben als schützende Randbebauung sehen. „Harte Schale, weicher Kern. Die Kolonie an sich wird sich nicht verändern“, sagte er. Das wollte auch Paul Wieser noch einmal bestätigt haben: Seine Frage, ob man dieses Gebiet dann als Vergleichsfall für Neubebauungen in Gronsdorf Kolonie heranziehen könnte, verneinte Christian Weigl. Aufgrund des Immissionsschutzrechts und der besonderen Lage direkt an der Bahn ist diese Baudichte und Höhe ein nicht übertragbarer Sonderfall.

Verkehr läuft flüssig
Als Reaktion auf die Bedenken der Anwohner wurde nicht nur ein weiteres Lärm- sondern auch nochmal ein Verkehrsgutachten für den Bereich Brünnstein- / Schneiderhofstraße durchgeführt - mitsamt Berechnungen, Zählung und Videodokumentation. Das Ergebnis: Derzeit besteht hier Verkehrsqualität A und so wird es auch nach dem Bauvorhaben bleiben.

Empfehlung an den Gemeinderat
Es gab noch viele Detaildiskussionen und Einwürfe, Möglichkeiten wurden erörtert und Einschätzungen dargelegt. Am Ende wurden die vielen Einzelpunkte teils einstimmig, manchmal mit einer Gegenstimme, vom Bauausschuss angenommen. Mit einer Gegenstimme von Andreas Rieder empfiehlt nun der Bauausschuss dem Gemeinderat, den überarbeiteten Entwurf als Satzung zu beschließen.

Claudia Erl