01. Dezember 2015

Übers Klima reden - auch in Haar

Während sich in Paris die Vereinten Nationen zur Weltklimakonferenz versammeln, steht auch das Ernst Mach Gymnasium am 30.11. ganz im Zeichen des Klimawandels. Unter dem Motto "Sorry, aber... wir müssen übers Klima reden..." waren den ganzen Vormittag Aktionen im Rahmen des "EMG-Climate Strike Day" geplant. Und die Ideen der Kinder waren genauso simpel wie gescheit.

Schon vor 8 Uhr wurden die Schülerinnen und Schüler von drei Eisbären mit Flyern und Handschlag an der Schule begrüßt, im Foyer spielte bereits eine Band, große Schautafeln wiesen auf die zahlreichen Aktionen des Tages hin. Und mit Bürgermeisterin Gabriele Müller, ihrem 2. Stellvertreter Thomas Reichel, den Gemeinderäten Horst Wiedemann und Andreas Rieder, dem Umweltreferenten Michael von Ferrari, Rainer Mendel, Vertriebsleiter der Gemeindewerke Haar, sowie dem Astrophysiker Prof. Harald Lesch, konnte Lehrer Edwin Busl schon frühmorgens bereits einige Ehrengäste begrüßen. Sie alle waren Teil einer „besonderen Gemeinderatssitzung“.

Dürre, Überschwemmung, Klimagerechtigkeit
Schon im Vorfeld hatten die anwesenden Schülerinnen und Schüler, allesamt aus dem Wahlkurs Umwelt-Schule, Wünsche an die Gemeinde formuliert. Wie weit die Klimaveränderung weltweit bereits fortgeschritten ist und was die Konsequenzen daraus sind, zeigten eine Schülerin und ein Schüler von der Bewegung „Plant for the Planet“ in einer Foto-Präsentation – und formulierten dann ihren Plan: Sie haben angefangen Bäume zu pflanzen. 1.000 Milliarden sollen es weltweit werden. „Stop talking, start planting“ ist ihre Prämisse. Und Kinder auf der ganzen Erde machen mit. „Wir wollen nicht alles den Erwachsenen überlassen“, betonten die beiden.

Kinder handeln, Erwachsene reden
Warum Kinder einfach handeln könnten und Erwachsene nicht mehr, fragte daraufhin Prof. Harald Lesch in die Runde. Die Antworten der Schülerinnen und Schüler waren einfach. Kinder würden eben nicht so sehr ans Geld denken, sondern mehr an die Welt, sagten sie. Und außerdem hätten Kinder verrücktere Ideen. Dennoch gibt es in der Erwachsenenwelt so viele Hürden, die man bei der Umsetzung nehmen muss. Auch in Haar. Ein Beispiel dafür: Die Kinder wünschen sich in der Gemeinde mehr Fahrradwege. Gabriele Müller erklärte, dass derzeit überall, wo der Grund an der Straße der Gemeinde gehört, bereits ein Fahrradweg besteht. An den anderen Stellen müssten Privatleute etwas von ihrem Grundstück abtreten – und daran scheitert das Vorhaben immer wieder. Gerade in der Leibstraße wäre ein Radlweg gerade aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens wichtig – und genau hier könne er nicht umgesetzt werden. Der pragmatische Kinderansatz: Wieso sperrt man die Autos nicht komplett aus der Leibstraße aus?

Gemeinde ist aktiv
Auch wenn der Verkehr in Haars Einkaufsstraße weiterfließen darf, so hat die Gemeinde Haar in den letzten Jahren und Jahrzehnten doch einiges auf die Beine gestellt, das der Umwelt und der CO2-Bilanz zuträglich ist. Manchmal sogar in Vorreiterrolle. So gibt es hier seit vielen Jahren Magerstandorte, die vielen Insekten Lebensraum sind. Die Gemeinde setzt zunehmend auf Elektroautos, veranstaltet wochenlange Fahrrad- und Fußgängeraktionen für Kinder und Erwachsene, baut selbst im öffentlichen Bereich Passivhäuser, installierte die erste Megawatt-Photovoltaikanlage im Landkreis und steht regenerativen Energien sehr offen und innovativ gegenüber. Eine Liste, die sich noch lange fortsetzen ließe – und die Dank der Ideen der Kinder mit Sicherheit noch erweiterbar ist.

 

Claudia Erl