16. Dezember 2015

Ehrennadel für Edwin Busl

Er hilft dem Haarer Gymnasium, seine Prämissen in die Tat umzusetzen – nämlich auf die Umwelt zu achten, tolerant zu sein und sich gegen Rassismus zu engagieren. Und das auch, wenn seine offiziellen Lehrerstunden längst vorbei sind. Dafür gab es jetzt eine Auszeichnung vom Landratsamt für Edwin Busl, Lehrer am Ernst Mach Gymnasium. Vorgeschlagen hat ihn die Gemeinde Haar.

Eine Ehrennadel steckte Landrat Christoph Göbel dem engagierten Gymnasiallehrer bei den Feierlichkeiten am 3.Dezember ans Revers – für besondere Verdienste im Umweltschutz, so die Begründung.

Umweltschule, Bäume pflanzen, Klimabotschafter ausbilden
Doch das geht im Falle Busl auch noch deutlich genauer: Edwin Busl regte schon im Jahr 2011 den Arbeitskreis „Umweltschule in Haar“ an. Die Folge: In den letzten Jahren wurde nicht nur das EMG sondern auch die mit ins Boot gestiegenen Haarer Grundschulen für ihr Umwelt-Engagement ausgezeichnet. 2013 waren die Gymnasiasten sogar nach Berlin gereist, um vom Bundespräsidenten Joachim Gauck eine Auszeichnung entgegenzunehmen. Und Busl? Hat in der ganzen Zeit immer tatkräftig mitangepackt, seine Schüler motiviert, so auch beim Stadtradeln und großartige Aktionen initiiert und geleitet. So hat er beispielsweise im Rahmen der Schülerinitiative „Plant for the Planet“ auch in Haar Tausende von Bäumen gepflanzt – und zwar im Bezirkswald, am Wasserwerk und in der Dianastraße. Zudem bildet Busl im Zuge dieses Projekts auch immer wieder Schülerinnen und Schüler zu Klimabotschaftern aus, die als Multiplikatoren die Problematik und Handlungsempfehlungen rund um das Klima zu den anderen Kindern weitertragen.

Ein Mann der unbequemen Wahrheiten
Für all die Aktionen reichen die Lehrerstunden nicht aus. Doch Edwin Busl hat nie auf die Uhr geschaut und sich immer ganz der Sache gewidmet – auch in großen Teilen seiner Freizeit. So empfindet er die Auszeichnung durch den Landkreis als „Seelenschmeichler“, wie er betonte. Eigentlich spreche er aber nur „unbequeme Wahrheiten“ aus – was er auch in seiner Dankesrede umgehend tat. Denn es stimme ihn schon nachdenklich, wenn hier eine kleine Gruppe von Menschen für richtiges Verhalten geehrt wird – denn das bedeute ja im Umkehrschluss, dass sich zu viele Menschen falsch verhalten.

Lebensstil ändern
„Wenn man - wie wir Geehrten - für den Erhalt und Schutz unserer Lebensgrundlagen eintritt, wird man zunächst viel Zustimmung ernten - die verbale Aufgeschlossenheit, mit der die Notwendigkeit, dieses Ziel zu erreichen, betont wird, ist groß. Allseits wird augenblicklich hervorgehoben, dass man schon weniger Fleisch isst, mehr Rad fährt, usw.. Diese Zustimmung wird von den meisten allerdings nur ausgesprochen und nicht in ein umfassendes tatsächliches Handeln umgesetzt - die verbal zustimmende Mehrheit schmilzt sogar zu einer unbedeutenden Minderheit, wenn deutlich wird, dass der eigene Lebensstil auf den Prüfstand muss“, betont er in seiner Dankesrede. Das jedoch sei der einzige Weg, das System der Plünderung unseres Planeten zu verändern. Ein schwieriges Vorhaben. Aber Edwin Busl zeigt, wie es gehen könnte.

Claudia Erl