19. November 2020

Haarer Schulweghelferin der ersten Stunde

Christine Jelic seit 25 Jahren als „Engel mit Kelle“ im Einsatz

Die rote Kelle und die gelbe Weste – sie gehören fest zum Leben von Christine Jelic.  Seit 25 Jahren ist die Haarerin als ehrenamtliche Schulweghelferin engagiert. Und somit steht die zweifache Mutter seit Gründung der Initiative mit am Straßenrand – egal ob es regnet, schneit oder die Sonne scheint. Dafür gab es nun ein Dankeschön von Haars Bürgermeister Dr. Andreas Bukowski.

„Warum machst Du das eigentlich immer noch?“ Diese Frage hört Christine Jelic häufig. Schließlich sind ihre eigenen Kinder längst dem Schulalter entwachsen und bereits aus dem Haus. Trotzdem ist es der engagierten Frau wichtig, dass die Haarer Kinder sicher zur Schule kommen. „Mir macht’s Spaß und ich tu damit auch was für das Gemeinwohl“, sagt sie lächelnd zu Bürgermeister Bukowski, der ihr einen Blumenstrauß überreichte.  

Ein Urgestein als Vertretung

Ja, eigentlich wollte sie schon mal aufhören, gesteht sie lachend – spätestens als ihre Mitstreiterin der ersten Stunde, Edith Spreng, vor einigen Jahren die Organisation an Eva Übermasser abgegeben hat. Da mitzugehen, das wäre ja irgendwie logisch gewesen. Aber Christine Jelic blieb – sehr zur Freude der neuen Organisatorin, die gerade solch erfahrene und zuverlässige Kräfte dringend braucht. Jetzt ist Christine Jelic quasi „das Urgestein“ der Schulweghelfer – auch wenn Sie heute keinen festen Überweg mehr hat, sondern „nur noch“ Vertretungsdienste macht. „Das geht heute mit WhatsApp auch noch total unkompliziert“, freut sie sich. Wenn jemand ausfällt oder krank geworden ist, schnappt sich Christine Jelic ihre Kelle und stellt sich an den Straßenrand.

1995 nur an der Vockestraße

An die Anfänge 1995 erinnert sich Christine Jelic noch gut: Es war Annemarie Hanika, die die Idee der ehrenamtlichen Schulweghelfer angeregt hatte. So ganz konnte man die Notwendigkeit vielerorts nicht sehen. Es war Überzeugungsarbeit nötig. „Doch dann standen wir an der Vockestraße – und das nicht nur in der Früh, sondern sogar zu drei verschiedenen Mittagszeiten“, erinnert sich Jelic. Der Verkehr war damals noch nicht ganz so wild auf der Bundesstraße, die Autofahrer insgesamt weniger gestresst. Mittlerweile gibt es neben der Vockestraße mit Leibstraße, Bahnhof, B304, Jagdfeldring und den Dörfern viel mehr Stellen im Gemeindegebiet, an denen morgens die „Engel mit der Kelle“ warten, um die Kinder sicher über die Straße zu geleiten. Mittags sind die Überwege schon länger nicht mehr von Schulweghelfer*innen besetzt, denn sehr viele der Kinder besuchen eine Nachmittagsbetreuung.

Vieles anders, eines gleich

Es hat sich also einiges verändert, in den letzten 25 Jahren. Doch eines ist laut Christine Jelic in ihrem Ehrenamt immer gleich geblieben: „Die Kinder gehen fröhlich in die Schule. Das war immer so und ist noch heute so“, sagt sie. Und solange sie morgens in lachende Gesichter sehen kann, wird die treue Schulweghelferin der ersten Stunde immer noch freudig ihre gelbe Weste anlegen.