19. November 2015

Haar bekommt eine Traglufthalle

Die siebte Traglufthalle des Landkreises wird in der Gemeinde Haar aufgestellt werden, dies teilte das Landratsamt Bürgermeisterin Gabriele Müller kürzlich mit. Der Bezirk Oberbayern hatte - als einer der größten Grundbesitzer in der Gemeinde - Flächen in Haar angeboten. Die Gemeinde selbst hat keine geeigneten Grundstücke.

Stehen wird die Traglufthalle, die rund 300 Flüchtlingen Platz bieten soll, am Ortsausgang Richtung Ottendichl an der B 471, so hat es das Landratsamt in Abstimmung mit dem Bezirk Oberbayern entschieden. Die Halle selbst belegt etwa die Größe eines Fußballfelds. Dazu kommen Umgebungsflächen und Zufahrten für Reinigungs-, Versorgungs- und Sicherheitsdienste. „Insofern ist der Standort schon richtig. Es gibt dort auch wenig Beeinträchtigung durch das Gebläse, das in den Hallen ständig läuft. Aber für die Menschen, die dort leben werden, wird es etwas problematisch“, meint Bürgermeisterin Müller. „Ich gehe davon aus, dass dort auch Familien unterkommen. Schulen und Kindergärten sind da wirklich weit weg und zugig ist es über das freie Feld auch.“

Alternativen durchgefallen

Geprüft wurden im Vorfeld auch ortsnähere Grundstücke. Eine Fläche westlich der Dreifachturnhalle im Sport- und Freizeitpark Eglfing schied aus, weil der Kanalanschluss fehlt. 125.000 Euro Anschlusskosten waren schlussendlich das k.o.-Kriterium für diesen Standort. Die Ecke Leibstraße / B 471 gegen über dem Verwaltungsgebäude des Isar-Amper-Klinikums, ist als Realschulstandort im Gespräch und schied ebenfalls aus.

Standort für ein Jahr

Aufgestellt wird die Traglufthalle voraussichtlich am Jahresanfang, so vermutet es Bürgermeisterin Müller. Die Vermessungsarbeiten haben bereits begonnen. Wie lange sie dort bleiben wird, regelt das Baugesetzbuch. Traglufthallen gelten als fliegende Bauten und dürfen nur sechs Monate an Ort und Stelle bleiben. Weitere sechs Monate sind mit einer Ausnahmegenehmigung möglich. „Wir gehen von einem ganzen Jahr aus“, sagt Bürgermeisterin Müller.

Noch unklar ist, ob die aktuell belegte Dreifachturnhalle im Schulzentrum am Jagdfeldring dann geräumt wird oder ob die Traglufthalle mit neuen Flüchtlingen belegt wird. Gabriele Müller: „Die zuständigen Stellen geben dazu noch keine Auskunft.“

Ute Dechent