19. Dezember 2014

Ehrung für langjährige Gemeinderatsmitglieder

Gemeinderatssitzungen, Ausschusssitzungen, Fraktionssitzungen, Besprechungen, Abendveranstaltungen, Vereinsversammlungen und stundenlanges Studieren von Sitzungsvorlagen: Die Arbeit eines engagierten Gemeinderatsmitglieds fordert doch viele Stunden ehrenamtliches Engagement – und das Monat für Monat. Und doch scheint diese „geopferte“ Zeit für viele gar nicht so sehr ins Gewicht zu fallen: die Freude daran, für die Heimatgemeinde etwas bewegen zu können, überwiegt. Und so bleiben viele nicht nur eine Legislaturperiode im Gremium, sondern stehen immer wieder auf der Wahlliste. In Haar gibt es einige Gemeinderatsmitglieder, die sich dieser verantwortungsvollen Aufgabe seit vielen Jahren widmen und vom Bürger immer wieder gewählt werden. Sie wurden nun von der Haarer Bürgermeisterin Gabriele Müller geehrt.

Horst Wiedemann
40 Jahre im Gemeinderat, vier verschiedene Bürgermeister, locker 4.000 Stunden im Rathaus: So sieht die Bilanz von Horst Wiedemann aus. Der SPD-Mann war schon aufgrund seines Berufs als Studienrat immer nah am Thema Schule und Bildung. Nicht nur die örtlichen Grund- und Mittelschulen sowie Gymnasium oder die Realschule in Vaterstetten, sondern auch die Musikschule oder die Volkshochschule waren immer in seinem Fokus. Er ist Vorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft und bei den Gemeindewerken seit ihrer Gründung 1998 im Aufsichtsrat. Für alle seine Leistungen hat er 2000 das Bundesverdienstkreuz und 2005 die Verdienstmedaille für kommunale Selbstverwaltung verliehen bekommen. „Du hat Deine Zeit hier nicht abgesessen, sondern aktiv gestaltet“, betonte Gabriele Müller in ihrer Laudatio. Gerade seine ruhige, freundliche und ausgleichende Art habe dazu beigetragen, im Gremium einen Konsens zu finden, so die Bürgermeisterin. Er sei immer gerne ins Gremium gegangen betonte Horst Wiedemann. Und er sei glücklich, an der positiven Entwicklung seiner Gemeinde beteiligt gewesen zu sein, erklärte der Geehrte.

Peter Ziegler
Auf 30 Jahre kommunales Engagement kann Peter Ziegler von der SPD zurückblicken: 1984 wurde er ins Gremium gewählt, arbeitete mit drei Bürgermeistern und unzähligen Gemeinderatskollegen zusammen. Er kam als „1.Generation“ der Jagdfelder ins Rathaus. Als Sozialpädagoge war ihm immer der soziale Aspekt ein Anliegen, jahrelang bekleidete er das Amt des Sozialreferenten, war vor allem der Nachbarschaftshilfe als auch dem Familienzentrum zugewandt. 2000 zog er sich aus dem „jüngeren Teil der Sozialpolitik“ zurück – und wandte sich für viele überraschend als noch weit Unter-Sechzigjähriger dem Seniorenclub zu, wurde dort Vorsitzender. „Du bist im Gremium kein sehr Lauter – aber im Hintergrund sehr erfolgreich“, ehrte ihn Gabriele Müller. Seine Arbeit sei geprägt vom Vertrauen in die Menschen und der festen Überzeugung, dass man alles lösen kann, wenn man nur miteinander redet. Das bewies er auch durch seinen anschließenden Appell an seine Kollegen: Die Misstöne der letzten Monate im Gremium sollten einer Fairness weichen. Jeder solle sein eigenes Ego wieder etwas zurücknehmen und wieder konstruktiv miteinander arbeiten, wünscht sich Peter Ziegler.

Paul Wieser
Auch Paul Wieser gehört dem Gremium schon seit dem Juni 1995, also seit 19 Jahren, für die CSU an. Es sind die Ortsteile, die dem Gronsdorfer Landwirt besonders am Herzen liegen -  dabei hat er als ständiges Mitglied des Bauausschusses  im Auge, dass sich die Dörfer entwickeln und trotzdem ihren Charakter erhalten. Hartnäckig sei er, aber dabei sehr fair, betonte Bürgermeisterin Gabriele Müller. Und zudem trage er eine mehrheitlich gefällte Entscheidung in einer wohltuend demokratischen Art mit. Sie dankte dem vierfachen Vater für seine offene und loyale Unterstützung im Gremium. Es war schließlich auch seine Familie, der Paul Wieser dankte. Sie ist es, die ihm den Freiraum schafft, um dieses Ehrenamt auszuüben – das ihm „mal mehr, mal weniger Spaß“ mache, wie er lachend betonte.

Ingrid Fäth
Seit 18 Jahren sitzt Ingrid Fäth bereits für die SPD im Haarer Gemeinderat. Der Steuerfachgehilfin war die Nachbarschaftshilfe immer ein Anliegen, im Maria-Stadler-Haus sitzt sie im Aufsichtsrat und ist in zahlreichen Vereinen vertreten.  Ihren Beruf konnte sie in ihrer Tätigkeit im Rechnungsprüfungsausschuss einfließen lassen. „Du bist die Frontfrau für das Soziale“, erklärte Gabriele Müller. Ihre standfeste und vermittelnde Art mache sie zu einem wertvollen Mitglied des Gremiums. Ingrid Fäth bedankte sich für die Ehrung. „Ich habe viel gelernt“, sagt sie.

Claudia Erl