29. Oktober 2014

Der "blaue Baum" steht wieder

Der „Blaue Baum“ ist zurück: Die Skulptur die seit guten fünf Jahren den Ahrntaler Platz in Haar ziert, ist nach zwei Monaten wieder zurück an seinem Platz. Der Grund für sein Fehlen: Der Baum musste repariert werden, da ein Autofahrer gegen das Kunstwerk gefahren war.

Es war im Juli 2009, als in Eglfing ein sonderbarer Baum aus dem Boden wuchs: Der „Blaue Baum“ stammt vom Südtiroler Künstler Friedrich Sebastian Feichter und ragte hier seitdem 13 Meter in die Höhe. Er war zusammen mit dem Ensemble kranichartiger Figuren „homo solaris“ ein künstlerisches Symbol der Verbundenheit Haars mit ihrer Partnergemeinde, dem Ahrntal. Über Kunst lässt sich ja bekanntlich trefflich streiten, aber den Stahlbaum mit seinen blauen Glasblättern haben die Eglfinger offensichtlich sehr schnell in ihr Herz geschlossen. Schon beim Aufstellen waren damals viele Anwohner gekommen, um zuzusehen. „Moderne Kunst, die Anklang findet“, lautete das erfreute Urteil des damaligen ersten Bürgermeisters Helmut Dworzak.

Zu Fall gebracht
Doch am 23. August diesen Jahres wurde das Kunstwerk zu Fall gebracht – auf durchaus tragische Art und Weise: Ein junger Haarer Mann war mit seinem Auto über die Grünfläche auf den Ahrntaler Platz gedonnert und ungebremst auf den „Blauen Baum“ geknallt. Der 26-Jährige hatte damals, offensichtlich aufgrund persönlicher Probleme, absichtlich diesen Unfall verursacht. Körperlich hat er sich glücklicherweise letztlich – soweit bekannt - nicht allzu schwer verletzt. Das Kunstwerk musste noch am gleichen Abend von der Feuerwehr umgelegt werden, da er durch den Aufprall eingeknickt war.

Hoher Schaden
Der Künstler selbst kam angereist, um die Beschädigungen zu begutachten. Nahezu alle blauen Glaselemente waren gesprungen, der Stamm an zwei Stellen geknickt. Ein wenig Glück im Unglück: Das Fundament hatte den Aufprall überstanden. Die „blauen Blätter“ nahm Friedrich Sebastian Feichter mit in sein Ahrntaler Atelier, in dem er glücklicherweise auch noch zwei „Ersatzstämme“ für den Baum gelagert hatte. So wechselte er sämtliche blauen Glasscheiben aus, befestigte diese an dem Ersatzstamm und erneuerte die große Metallscheibe, mit der der Baum am Fundament befestigt wird. Alleine die Kosten des Künstlers werden sich auf etwa 25.000 Euro belaufen. Alles in allem wird der Schaden, mit Transport, Feuerwehr- und Notarzt- sowie Hubschraubereinsatz, Hebebühne und Baukran, Schlosser- und Pflasterarbeiten und dem Schaden am Unfallauto sicherlich an die 100.000 Euro betragen. Dafür aufkommen wird die Versicherung des Unfallverursachers, diese Zusage wurde schon gegeben.

Großes Interesse beim Aufstellen
Als nun, am 27.Oktober gegen Mittag, der „Blaue Baum“ mit Hilfe eines großen Autokrans wieder aufgestellt wurde, war fast so viel los, wie beim ersten Aufstellen: Nicht nur der Künstler Friedrich Sebastian Feichter war dabei, aus unzähligen Fenstern wurde zugesehen, die Kinder haben sich im Rondell versammelt und von allen Seiten wurde das Ereignis geknipst. Das Kunstwerk ist wohl wirklich sehr beliebt – und hat den Eglfingern gefehlt. „Wir hatten in den letzten Wochen zig Anrufe bei uns, ob denn der Baum auch wirklich wieder auf den Ahrntaler Platz zurückkommt und wie lange das noch dauert“, berichtet Bauamtsleiter Rainer Wöhrl. Das Warten hat jetzt ein Ende.

In der Bildmitte in der gelben Jacke der Künstler Friedrich Sebastian Feichter, links Horst Blank von der Bautechnik und Wolfgang Hillner von der Sektion Haar des Dt. Alpenvereins, rechts des Künstlers Bauamtsleiter Rainer Wöhrl mit BauhofKollegen.

Claudia Erl