17. November 2017

„Helpers for Haar“ wieder im Einsatz

Soziales Engagement als Wahlfach

Jugendliche, die freiwillig ihre Nachmittage für das Allgemeinwohl opfern? Die gibt’s. In Haar sind es viele. Die „Helpers for Haar“ sind zum zweiten Mal gestartet – extrem erfolgreich.

Es klingelte und klingelte im Kinderhaus Fortschritt in Haar, immer mehr Stühle mussten hereingetragen werden, der Raum war schließlich fast zu klein – und Haars Bürgermeisterin zeigte sich tief beeindruckt: „Unglaublich, wie viele ihr in diesem Jahr seid. Das ist einfach nur noch schön“, sagte Gabriele Müller, als endlich alle Jugendlichen Platz genommen hatten, bei der offiziellen Start-Veranstaltung der „Helpers for Haar“.

33 Helfer im Einsatz

33 Helfer haben sich in diesem Schuljahr aus insgesamt drei Schulen gefunden. Diese sind ab sofort in insgesamt 14 Haarer Institutionen – von der Kindertagesstätte und die Ganztagesklassen über die Freizeitheime, den TSV und die Dansation Tanzschule bis hin zum Asylhelferkreis und den Haarer Tisch – als Helfer mit dabei. Manche einmal pro Woche, andere im Block, manche opfern ihre Samstage oder sogar die eigenen Ferien.

Wahlfach Helfen

Die „Helpers for Haar“, das ist ein von der Gemeinde Haar initiiertes Wahlfach, zu belegen sowohl an der Haarer Mittelschule als auch am Ernst Mach Gymnasium sowie an der Montessorischule Hohenbrunn. „Wir wollen damit den jungen Leuten ermöglichen, sich zu engagieren - und ihnen das gute Gefühl vermitteln, das ein soziales Engagement mit sich bringt“, formulierte es Bürgermeisterin Gabriele Müller.

Mitten im Leben

Die Idee kommt gut an – und das nicht nur bei den Haarer Institutionen und den Schulen, sondern tatsächlich bei den Schülerinnen und Schülern selbst: Die Erfahrungen, die die jungen Menschen machen, sind ihnen sehr wertvoll. Dass es in Haar Familien gibt, deren Geld nicht einmal fürs Essen ausreicht – beispielsweise. Oder, wie bereichernd es ist, mit kleinen Kindern zu spielen, zu sporteln oder zu tanzen. „Ich find‘s da richtig gut und könnte mir vorstellen auch ohne Schule weiterzumachen“, sagt einer der Jungs, der sich am Haarer Tisch engagiert. Mit diesem Projekt landen die Jugendlichen mitten im Leben – und genau das war auch der Plan.

Bereicherung für alle

Auffällig in diesem Jahr: Es sind besonders viele männliche „Helpers“ – was vor allem die Kindergärten freut. Denn hier kommen die jungen Herren besonders gut an, da diese ansonsten im Kleinkindbereich eher Mangelware sind. Manch einer der Helpers überlegt nun schon laut, beruflich in diesen sozialen Bereich zu gehen. Für die Institutionen sind die jungen Menschen Gold wert – auch wenn sie natürlich Anleitung brauchen. Am Haarer Tisch ist vor allem die Energie und Kraft gefragt, denn viele der Ehrenamtlichen hier sind bereits älter und freuen sich, wenn sie nicht alle Kisten alleine tragen müssen. Im Jugendkulturhaus Route 66 beteiligt sich ein Helper an der Behindertenarbeit – ein absoluter Gewinn für alle Beteiligten.

Schritt in die richtige Richtung

„Man lernt als Jugendlicher bei den Helpers einfach auch Zuverlässigkeit“, betont Tobi Gläser vom Jugendtreff Dino. Was für ein wichtiges Gut. „Alle Vereine kämpfen um Nachwuchs, da sind die „Helpers“ ein Schritt in die richtige Richtung“, betont Peter Schießl, Lehrer an der Mittelschule. Insgesamt sei das Engagement für die Mitmenschen ein gutes Zeichen, in einer Welt, in der die schlechte Stimmung so präsent ist, betont Susanne Hehnen aus dem Referat Kindertagesstätten und soziale Einrichtungen, das im Rathaus das Projekt federführend betreut.

Ausgezeichnet

Wie gut die Idee des Ehrenamt-Wahlfachs auch im Rest der Bevölkerung ankommt, zeigt unter anderem eine Auszeichnung: Im Sommer bekamen die  „Helpers for Haar“ den Jugendsozialpreis des Lions-Club München-Blutenburg verliehen. Und es gibt noch eine Auszeichnung: Nach Ablauf des Schuljahres erhalten die Jugendlichen ein Zertifikat, das den Einsatz bestätigt. Das können sie dann ihrem Lebenslauf zufügen – macht sich immer gut bei Bewerbungen, betont die Rathauschefin.

Einstiegsgeschenk

Zum Einstieg erhielten die „Helpers for Haar“ schließlich einen Matchsack mit dem „Helpers for Haar“-Logo – zwei Händen, die ein Herz formen - und ein „Haarer Busserl“ als süßes Dankeschön von der Bürgermeisterin Gabriele Müller. „Ihr habt euch jetzt für ein Jahr verpflichtet – und bekommt kein Geld für euren Einsatz. Ich habe großen Respekt vor euch“, dankte Bürgermeisterin Müller der Helpers-Truppe.