16. September 2016

Grosstagespflege eröffnet in Ortsmitte

Sonnendurchflutet und niedlich hergerichtet sind die Räume, in denen seit Ende Juli acht der kleinsten Haarerinnen und Haarer ihre Tage verbringen: Die Großtagespflege „Kindernest“ der Nachbarschaftshilfe (NBH) Haar hat direkt in der Ortsmitte ihre dritte Einrichtung eröffnet – in einem ehemaligen Laden. Bürgermeisterin Gabriele Müller hat die Kleinkinder in den neuen Räumen besucht.

Es ist, als beträte man eine gemütlich eingerichtete Wohnung – ein Haushalt mit vielen Kindern zugegebenermaßen. Die Kleinen sausen und krabbeln über die Teppiche, sie spielen miteinander, tanzen zur Musik, die leise läuft. Sie laufen lachend auf die beiden Frauen Barbara Bellanger und Aurelia Nartowska-Bylek zu, die hier tagsüber in die Mutterrolle schlüpfen. Großtagespflege, das ist ein Konzept, in dem sich Tagesmütter zusammenschließen: Sie betreuen die Kinder im Alter von 10 Monaten bis 3 Jahren genau wie im ursprünglichen Tagesmutter-Entwurf, nur nicht bei sich zuhause und im Verbund mit anderen Tagesmüttern. Familiär ist es trotzdem. Ein Konzept, das in Haar sehr gut ankommt, wie man an der großen Nachfrage sieht.

Große Nachfrage in der Kleinkindbetreuung

Die Nachfrage war so groß, dass die NBH eine weitere Einrichtung eröffnet hat. Kurzfristig war sie dabei in einem Gewerbegebäude in der Hans-Pinsel-Straße untergekommen, die Räume waren jedoch langfristig für den Hort reserviert. Aber im Rathaus machte man sich gleich auf die Suche nach einer anderen, passenderen Unterkunft. Als ein Ladengeschäft gegenüber des Poststadls frei wurde, reagierte man. Auch wenn es im ersten Moment unkonventionell erschien, so entpuppte sich die Idee als Glücksgriff. Die Gemeinde prüfte die Umsetzbarkeit einer solchen Einrichtung auf dieser Fläche, mietete dann den Laden an und fing an, ihn kindgerecht umzugestalten.

Mitten im Ort

Als ein Manko mag im ersten Moment die fehlende Außenfläche gesehen werden. Tagesmutter Barbara Bellanger winkt jedoch ab: Nur wenige Meter entfernt befindet sich der schöne Garten des Familienzentrums (FAM), den die Kleinen aus dem Kindernest mitnutzen dürfen. „Und da finden unsere Kinder zudem gleich noch Anschluss zu den FAM-Kindern, das ist sehr schön“, sagt sie. Die zentrale Lage und die schönen Räume zählen für die beiden Tagesmütter deutlich stärker. Und das freut auch die Bürgermeisterin. „Es ist ein guter Weg, den steigenden Bedarf an Kleinkindbetreuung auch auf diese Weise decken zu können. Und die zentrale Lage des Kindernests ist wie ein Geschenk – und zwar für alle.  Nur ein Beispiel:  Die Kleinen sieht man immer mal wieder hinter unserem Seniorenheim am Teich - was für ein schöner Besuch für unsere älteren Mitbürger.“

Claudia Erl

Das Foto zeigt v.l.n.r. Barbara Bellanger (Tagesmutter), Sandra Saalmann (Ressortleitung Kinder- und Großtagespflege NBH), Gabriele Müller (Bürgermeisterin), Margareta Förster (Leiterin NBH), Aurelia Nartowska-Bylek (Tagesmutter) und die Rasselbande.