16. März 2016

Der Haarer Maibaum kommt

Eines ist jetzt schon so sicher wie das Amen in der Kirche: Der Haarer Maibaum wird wieder 30 Meter hoch. Warum? Weil man sonst mit der Feuerwehrleiter den Gockel nicht mehr oben drauf setzen könnte. Ansonsten ist das Traditionsstangerl noch komplett „in Arbeit“, wie Werner Schwarz von den Haarer Maibaumfreunden mitteilt. Doch trotz der vielen Arbeit ist die Vorfreude auf die nächsten Wochen groß.

Man schrieb das Jahr 2011, als am Kirchenplatz in Haar zuletzt feierlich ein Maibaum aufgestellt wurde. Fünf Jahre steht so ein Traditionsbaum dann. Eigentlich. In Haar ist man bei einer Routineüberprüfung im Mai 2014 auf einen langen Riss gestoßen – und es war klar, dass die Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann. Pech. Der Maibaum wurde gekappt, lange Zeit hatte man in Haar einen „Gestutzten“ in der Ortsmitte stehen, bis die Halterung dann vor ein paar Wochen komplett geräumt wurde. Aber keine Bange: Schon seit 29. Dezember liegt die gefällte Fichte mit stattlichen 30 Metern im Finckschen Forst. Geschepst, also die Rinde abgezogen, wurde sie auch schon – am 9.Januar, erklärt Rudi Künig, der schon immer für die Baumfällung zuständig ist. Gesponsert wurde der Baum übrigens wieder einmal vom Haarer Autohaus Feicht.

Schilder werden ganz neu
Während die blanke Fichte jetzt noch im Wald ruht und trocknet, kann sich von den insgesamt 14 Maibaumfreunden keiner mehr ausruhen – denn die Vorbereitungen sind in vollem Gange. „In diesem Jahr werden unsere Schilder nicht nur nachgebessert, sondern komplett sandgestrahlt, pulverbeschichtet und neu bemalt“, erklärt Werner Schwarz. Viel Arbeit. Und wer ist der Künstler? „Wir selber“, antwortet der Haarer Maibaumchef lachend. Es gäbe einen „Vormaler“, schiebt er hinterher - nämlich Michael Hubeny, der alle Motive vorskizziert. „Wir haben dann so ein bisserl Malen nach Zahlen miteinander“, berichtet Schwarz. Dafür hat die VHS im Poststadl einen Raum zur Verfügung gestellt.

Im Zelt vorm Poststadl
Überhaupt bleibt der Poststadl die Heimat der Maibaumfreunde. Naja, zumindest beinahe. Bislang wurde immer im Alten Poststadl gefeiert, die Maibaumwache fand hier statt, geselliges Beisammensein und viele Besuche der Bürger inklusive. Ihre Wachstube in den neuen Poststadl einzurichten, das wollten die Maibaumfreunde dann trotz Angebot lieber doch nicht: Zu neu und schön seien hier die Räume – und wer weiß, was die Feierei da für Spuren hinterlassen könnte. Deswegen haben sich die Maibaumbewacher für ein großes Zelt entschieden, das zwischen Bürgerhaus und Poststadl errichtet wird. Mit festem Boden und Heizung wird man es sich auch hier gemütlich machen und ein gutes Auge auf den Baum haben, der direkt daneben gelagert, geschliffen und bemalt wird. Ein großer Grill wird aufgestellt, es gibt eine Bar und immer nette Leute, die hier ihre Maibaumwachen abhalten. „Wir werden sechs Wochen lang ein fester Anlaufpunkt in der Haarer Ortsmitte sein“ freut sich Schwarz, der alle Bürger herzlich zu Besuchen einlädt.

Am 19. März kommt der Baum
Doch noch ist der Baum nicht in Haar: Am 19. März etwa um 11 Uhr wird das Stangerl festlich in der Gemeinde willkommen geheißen. Das heißt: Ab dieser Auftaktveranstaltung ist Betrieb in der Wachstube – bis zum 1. Mai zur großen Maifeier. Geplant sind während der Wachzeit auch besondere Veranstaltungen wie etwa ein Watt-Turnier (1.April), die Versteigerung des alten Maibaums (16.April ab 19 Uhr) und ein Schafkopfrennen (23.April). Und die Maibaumfreunde wünschen sich viel Besuch, denn jeder Umsatz kommt dem Maibaum zugute. Die Maibaumdiebe, die können gerne bleiben wo sie sind. Aber die haben eh keine Chance, ist sich Werner Schwarz sicher – denn: Zentraler könnte der Baum ja nicht liegen...

Es sind noch einige Wachzeiten unbesetzt! Wenn es noch Gruppen, Vereine, Institutionen in Haar gibt, die sich für den Maibaum auch mal die Nacht um die Ohren schlagen wollen, dann bitte melden unter maibaumhaar2016@web.de

25.3. von 6 bis 19 Uhr
27.3. von 19 bis 6 Uhr
03.4. von 19 bis 6 Uhr
17.4. von 19 bis 6 Uhr
19.4. von 19 bis 6 Uhr
24.4. von 19 bis 6 Uhr
26.4. von 19 bis 6 Uhr

 

Claudia Erl