15. November 2019

Eglfinger Kindergarten-Familie packt selbst mit an

Große Garten-Umgestaltung als Gemeinschaftserlebnis

19 Jahre ist es her, dass die ersten Kinder den Garten der Kita Eglfing in Besitz genommen haben. Hunderte Drei- bis Sechsjährige haben seitdem hier im Sandkasten gebuddelt, im Wasserlauf geplantscht, haben gewippt und geschaukelt, sind geklettert und balanciert und haben von den Obstbäumen genascht. Doch der Garten ist in die Jahre gekommen – und wird deshalb jetzt umgebaut, erneuert und ergänzt. Entstehen wird ein naturnaher Erlebnisgarten - mit viel Eigeninitiative der Kinder, Eltern und dem pädagogischen Team.

Mit Hacken, Schaufeln, festen Arbeitshandschuhen über den kleinen Fingern und ganz großen Augen – so empfingen die Kitakinder am vergangenen Wochenende ihr beeindruckendes Arbeitsmaterial: Riesige bayerische Natursteine wurden auf einem Hänger angeliefert. Die Findlinge sind die Hauptakteure in der neuen Steininsel in ihrem Kitagarten, arrangiert an einer Stelle, an der noch vor einigen Tagen ein kleiner wenig genutzter Sandkasten war. Hier lässt es sich in Zukunft wunderbar balancieren, sitzen und spielen. Dafür wurde die „typische Spielplatz-Möblierung“ des Gartens etwas reduziert: Eine Wippe ist raus, die Holzwannen der Wasserstelle werden folgen, die alte Schaukel wird durch eine Doppelschaukel ersetzt. Doch weniger spannend wird der Spielort für die Kleinen dadurch nicht – im Gegenteil.

Weniger ist oft mehr

Gemeinsam mit Herbert Österreicher, Diplom-Ingenieur für Gartenbau und Freianlagengestaltung und ökologischer Psychologe, hatten sich die Kindergartenleiterinnen, Andrea Frankenberger und Sabine Pieger Gedanken gemacht, wie der Kita-Garten zum Abenteuer- und Erlebnisgarten werden könnte. Dabei ist weniger oft mehr. „Die Kinder waren auch vorher im Garten schon immer sehr kreativ beschäftigt“, freut sich Sabine Pieger. So war beispielsweise der kleine Obstgarten hinter dem Haus schon immer ein beliebter Ort, denn hier durfte gebuddelt und gegraben, gebaut und gestaltet werden – ganz nach Lust und Laune. Und dazu gibt es in Zukunft mehr Möglichkeiten. So der Plan.

Kostensparend und gemeinschaftsfördernd

„Uns war klar, dass wir die Umgestaltung nicht einfach von einer Gartenbaufirma machen lassen würden. Zum einen aus finanziellen Gründen und zum anderen ist eine Aktion ein wunderbares Gemeinschaftserlebnis. Und dann hat dankenswerterweise auch der gemeindliche Bauhof richtig angepackt und schon mal alles für die Gestaltungsaktion vorbereitet“, berichte Andrea Frankenberger. Der erste große Aktionstag war dann auch ein voller Erfolg: 45 Menschen waren erschienen – Kinder, Eltern, das Team – und alle packten richtig an. Neben der Steininsel wurde auch der alten Weidentunnel wieder aktiviert, Sitzhölzer ausgetauscht, eine Hecke gepflanzt und die Obstbäume geschnitten.

2. Aktionstag im Frühling

Damit ist aber noch nicht genug. „Im Frühjahr wird es einen zweiten Aktionstag geben“, freut sich Andrea Frankenberger. Da wird die heutige Wasserstelle zum Wasserlauf mit natürlichen Materialien, ein Insektenhotel entsteht mitsamt insektenfreundlichen Blüh- und Duftpflanzen, das Hochbeet wird erneuert, der Hügel neu befestigt und ein Weg durch den Garten gezogen. „Wir hoffen, dass auch im Frühjahr wieder ganz viele dabei sind, die mithelfen“, so die beiden. Die Kinder stehen mit Sicherheit wieder parat - damit sie danach ganz schnell ihren neuen Garten erobern können.

 

Auf dem Foto auch Planer Herbert Österreicher