10. März 2018

Korken sammeln - für den Kranichschutz

Seit Ende Januar ist Haar Teil der KorKampagne. Und sie wird wirklich sehr gut angenommen: Unsere Bürgerinnen und Bürger bringen sehr viele Korken in unsere Sammelstelle ins Rathaus. Unser Umweltreferent Andreas Nemetz hat hier die Menge, die seit Ende Januar eingegangen ist - und zwar NUR im Rathaus. Die Hauptsammelstelle bleibt der Wertstoffhof.

 

Hier nochmal die wichtigsten Infos zur Kampagne:

Wer jetzt Naturkorken sammelt, schützt nicht nur die Umwelt, sondern trägt auch zur Artenvielfalt bei und sichert gemeinnützige Arbeitsplätze. Seit Kurzem ist der Wertstoffhof offizielle Sammelstelle der KORKampagne.

Ein Korken ist viel mehr als nur ein reiner Flaschenverschluss. Kork ist ein Naturprodukt, ein nachwachsender Rohstoff mit besonderen Eigenschaften: Kork ist fest und dennoch elastisch, leicht und wasserabweisend, schwer entflammbar und dabei wunderbar wärmeisolierend. Kurzum: Kork ist wie gemacht als Dämmschutz für den ökologischen Hausbau und definitiv viel zu schade für den Hausmüll.

Bisher werden nur etwa zehn Prozent der 1,2 Milliarden Flaschenkorken, die jährlich in Deutschland anfallen, gesammelt und recycelt. Die KORKampagne des Naturschutzbund (NABU) Hamburg hat es sich zum Ziel gesetzt, möglichst viel Kork dem Stoffkreislauf wieder zuzuführen und als ökologisch wertvolles Dämmgranulat zu verwenden. Dabei werden die gesammelten Korken in einer gemeinnnützigen Werkstatt für Menschen mit Behinderung zu Dämmgranulat wieder aufbereitet. So entstehen dort einerseits Arbeitsplätze und andererseits ein nachhaltiger Dämmstoff für den umweltfreundlichen Hausbau.

Und was haben jetzt Kraniche mit Korken zu tun? Sehr viel! Aus dem Erlös des Dämmgranulatverkaufs unterstützt der NABU Kranichschutzprojekte in Spanien und Deutschland. Es sind nämlich die spanischen Korkeichenwälder der Extremadura, in denen bis zu 70.000 Kraniche aus ganz Mittel- und Nordeuropa den Winter verbringen. Die Eicheln der Korkeichen dienen den Kranichen als Winternahrung. Aber auch andere seltene Tierarten wie der vom Aussterben bedrohte Pardelluchs, der Spanische Kaiseradler oder der Mönchsgeier haben hier letzte Rückzugsgebiete gefunden.

In Deutschland werden die Mittel für den Schutz von Kranich-Brutplätzen an der Elbe eingesetzt. Und keine Sorge: Die Gewinnung von Naturkork ist eine sehr schonende Nutzung der Bäume. Etwa alle neun bis zehn Jahre werden Korkeichen geschält. Die Rinde wächst dann wieder nach. Bei regelmäßiger Ernte bindet sie dabei dreimal soviel CO2 wie eine ungenutzte Korkeiche. Werden diese allerdings nicht mehr rentabel genutzt, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis traditionelle Korkeichenwälder, die zu den ältesten, artenreichsten und wertvollsten Ökosystemen Europas zählen, durch
Eukalyptusplantagen oder neue Siedlungen ersetzt werden.

Sie sehen: Wer Korken für die
KORKampagne sammelt, tut dreimal Gutes. Für den Umweltschutz, für den Naturschutz und im sozialen Bereich. In Haar können Sie die Naturkorken am Wertstoffhof oder im Rathaus zu den allgemeinen Öffnungszeiten abgeben.

www.korkkampagne.de