08. Juli 2015

Erweitern statt neu bauen

Die Haarer Schullandschaft steht vor einem Quantensprung. Während im Gemeinderat noch über den bestmöglichen Standort für eine Realschule und eine Fachoberschule diskutiert wird, präsentiert Bürgermeisterin Gabriele Müller einen vielversprechenden Lösungsansatz für eine neue Grundschule.

Eine Studie des Münchener Architekturbüros m8 zeigt, dass auf dem Grundstück des Schulzentrums am Jagdfeldring sowohl die Grundschule als auch das Ernst-Mach-Gymnasium erweitert werden können. Der Trick: Die oberirdischen Parkplätze werden in eine Tiefgarage verlegt. Die neuen Grundschulräume stehen auf Stelzen, so dass für die Kinder große Freiflächen erhalten bleiben. Beide bestehenden Klassenzimmertrakte können um ein Stockwerk erhöht werden. Damit kann an der bestehenden Schulanlage so viel neuer Raum geschaffen werden, dass viele gemeindliche Ziele erreichbar sind: Der Zuwachs an Schülern in beiden Schularten kann aufgenommen werden. Ganztagsbetreuung und neue pädagogischen Konzepte finden zeitgemäßen Raum. Erprobte und bewährte Organisationsstrukturen können erhalten bleiben. Es muss kein zusätzliches Grundstück erworben werden, keine Grünfläche geht verloren. Bürgermeisterin Gabriele Müller wünscht sich die optimale Ausnutzung der gebäudlichen Möglichkeiten.“ Letztlich wird die Finanzkraft der Gemeinde entscheiden ob in mehreren Stufen gebaut werden muss oder die Investitionen in einem Zug verwirklicht werden kann.“

Realschule / Fachoberschule
Bei der Schaffung der staatlichen Realschule und der Fachoberschule ist die Gemeinde dem Landkreis intensiv bei der Standortsuche behilflich. Nur wenige noch freie Grundstücke stehen zur Verfügung. Und zugleich wird um die Ansiedlung von neuen Gewerbebetrieben geworben. Und es steht auch noch lange nicht fest, ob die Eigentümer zu einem Verkauf bereit sind, denn die möglichen Grundstücke befinden sich nicht in Gemeindehand.

Gemeindefinanzen im Auge behalten
„Bei der Realschule wird es sich zeigen, ob der Verschuldungsspielraum auch für eine zeitnahe Verwirklichung seitens der Gemeinde gegeben sein wird“, sagt Bürgermeisterin Müller. Obwohl die weiterführenden Schulen Pflichtaufgabe des Landkreises sind, besteht der Landkreis München auf einer Beteiligung der Gemeinde über einen Zweckverband. Dass es dabei um beeindruckende Investitionen im hohen zweistelligen Millionenbereich geht steht außer Zweifel. Auch in Zeiten üppiger Einnahmen wäre dies eine große Belastung. Kreditaufnahmen stehen jetzt schon fest. Für die knapp 300 Realschüler aus Haar hat die Kommune bereits hohe Beträge in den Zweckverband Realschule Vaterstetten investiert. Die Versorgung der Haarer Kinder sei damit garantiert, stellt die Rathaus-Chefin fest. „Es war immer Tradition in unserer Gemeinde die Finanzmittel sorgfältig und vorausschauend einzusetzen.Manches Wünschenswerte musste deshalb auch Jahre auf die Verwirklichung warten. Aber so blieb die Gemeinde immer handlungsfähig und konnte eine beispielhafte Infrastruktur aufbauen.“ So werde es auch Schritt für Schritt gelingen, die Schullandschaft in Haar auf ein neues Niveau zu heben. Bürgermeisterin Müller ist sich sicher: „Mit der Erweiterung des Jagdfeld-Schulzentrums ist ein entscheidender Schritt eingeleitet.“

Ute Dechent