07. Oktober 2016

Neue Schulweghelfer-Leiterin

Neongelbe Weste und Kelle – so ausgerüstet rücken seit über 20 Jahren in Haar morgens schon vor halb 8 die Schulweghelfer an den gefährlichen Stellen der Gemeinde an. Und seit Beginn gibt es ein Gesicht, das die ehrenamtlichen Helfer vertritt: Edith Spreng. Jetzt hat sie zum letzten Mal die Eltern und Großeltern, die sich in den Dienst der Schulwegsicherheit stellen, koordiniert: Ab dem kommenden Schuljahr übernimmt Eva Übermasser die Leitung.

„Ich sag ja schon ein paar Jahre, dass ich gerne aufhören würde – aber irgendwie hat mich ja keiner ernst genommen." Edith Spreng lacht, als sie Bürgermeisterin Gabriele Müller ihre Nachfolgerin präsentiert. Es ist genau diese lockere Art und der Humor, der die Haarerin bei den Schulweghelfern so gut ankommen lässt. Dabei hat sie wirklich eine Mammutaufgabe gestemmt: Jedes Jahr ging sie wieder auf die Suche nach Ehrenamtlichen, besuchte die Elternabende der ersten Klasse, präsentierte die Vereinigung mit einem Stand an Veranstaltungen, gab Elternbriefe raus.

Eltern haben weniger Zeit

Ganz einfach ist es nicht – gerade in den letzten Jahren wird es schwieriger, Eltern zu finden, die sich morgens für 30 Minuten an die Straße stellen. Der Grund ist nicht etwa weniger Interesse am Nachwuchs in der Gemeinde, sondern vielmehr die Tatsache, dass die meisten Väter und Mütter morgens ebenfalls aufbrechen, um in ihre Arbeit zu kommen. Die Mittagstermine sind schon seit einigen Jahren nicht mehr besetzt, aber das liegt auch daran, dass immer weniger Kinder den Heimweg direkt nach Schulschluss antreten: Die meisten gehen in eine nachmittägliche Betreuung. Doch morgens werden neuralgische Punkte, wie etwa die B471, die Leibstraße oder auch der Bahnhof besetzt.

Organisation wird abgegeben

Und bislang hat das immer geklappt, was mit Sicherheit auch Edith Sprengs verbindlicher Art zuzusprechen ist. So stehen heute teilweise noch Eltern oder Großeltern an den Haarer Straßen, deren Kinder dem Grundschulalter längst entwachsen sind. Manche fahren sogar aus den Dörfern nach Haar, um hier zu helfen. Jetzt ist Edith Spreng froh, die Organisation in andere Hände abgeben zu können – und freut sich über Eva Übermasser, mit der sie in diesem Schuljahr noch als Team agiert. Ihre Nachfolgerin ist selbst Mutter zweier Grundschulkinder und nimmt die Herausforderung, die Schulwegsicherheit zu koordinieren, gerne an.

Einweisung gelaufen – Verstärkung immer noch gesucht

Die Teamarbeit in diesem Jahr hat auf jeden Fall schon mal prächtig funktioniert: Gerade eben konnten die 16 neuen Schulweghelfer durch Kajetan Pfister von der Polizeiinspektion Haar in ihren Dienst eingewiesen werden. Trotzdem: Nachmeldungen durch interessierte Eltern und Großeltern sind immer willkommen – denn eine Lücke gäbe es noch zu schließen: Am Freitagmorgen ist der Ampel-Überweg über die B304 nicht mit Schulweghelfern besetzt. Zwei Ehrenamtliche würden von Seiten der Jagdfeldschule noch gesucht. Die Botschaft von Edith Spreng ist klar: „Wenn sich keiner zum Helfen meldet, dann steht eben morgens keiner an der Straße. Wir können nur helfen, wenn wir die Leute dazu haben. So ist es eben." Zur Einsatzplanung hat traditionell Bürgermeisterin Gabriele Müller den Schulweghelfern den großen Sitzungssaal im Rathaus aufgesperrt und eine kleine Brotzeit kredenzt. Und im Sommer gibt es ein Dankeschön-Essen auf Kosten der Gemeinde. Ein kleines Dankeschön für einen großen Einsatz, so Gabriele Müller.

Wer noch mithelfen möchte soll sich bitte eine Mail an schulweghelfer-haar@gmx.de schreiben.

auf dem Foto v.l. Eva Übermasser, Edith Spreng und Bürgermeisterin Gabriele Müller