28. Juli 2017

30 Jahre Maria Stadler Haus

Ein offenes Haus im Herzen Haars

40 Heimbewohner und 40 Pflegebedürftige: Das war die Erstbesetzung des Haarer Maria-Stadler-Hauses. Damit war das Haarer Alten- und Pflegeheim schon bei der Eröffnung vor genau 30 Jahren voll belegt. An dieser Auslastung hat sich bis zum heutigen Tag nichts geändert – und auch der besondere Geist des Hauses mitten im Herzen Haars ist geblieben.

Das Haus war voller Leben, in allen Stockwerken hatten sich Bewohner, Angestellte, Angehörige, Freunde und Gönner des Pflegeheims versammelt. Dieses Bild passt sehr gut zum Maria Stadler Haus, denn es ist auch nach drei Jahrzehnten ein lebendiger Ort in Haar. Und das, obwohl die 99 Plätze durchwegs mit Pflegefällen belegt sind. Besonders herausgestellt wurde während der Feierlichkeiten die Offenheit des Hauses, die nicht zuletzt durch das unglaubliche Engagement der Ehrenamtlichen zustande kommt: Täglich kommen sie zur Unterstützung des Personals ins Haus, geben Essen ein, tanzen oder musizieren mit den Bewohnern. Das sei auch der Grund, dass sich die manchmal verunsicherten neuen Bewohner schon nach wenigen Tagen so gut eingelebt hätten, freut sich Hans Scherer von der Bewohnervertretung. Das Sterben gehöre hier im Haus dazu – und trotzdem höre man überall auch ein Lachen, betonte Pfarrerin Dr. Johanna Imhof in ihrem Grußwort. Und das ist wohl das größte Kompliment, das man einem Haus wie diesem machen kann. 

Zur Entstehungsgeschichte ...

Die Diskussionen waren lange und durchaus hitzig: Bereits Ende der 70er-Jahre beschäftigte sich der Haarer Gemeinderat damit, welche Einrichtung für die älteren hilfsbedürftigen Haarer Bürger das Richtige wäre. Einig war man sich schließlich, dass die alten Menschen im Herzen der Gemeinde untergebracht werden sollten. Die Wende in der Diskussion kam mit Sofie Scheuerer-Zeiler, die 1983 an die Gemeinde herangetreten ist: Sie wollte ein kleines, menschliches, privates Alten- und Pflegeheim errichten - der Auslöser dafür, dass die Gemeinde Haar keinen großen Träger für die Altenbetreuung suchte, sondern das Heim selbst baute. Grundsteinlegung war am 5. Juli 1985. Kurz danach gründeten die Bürger  einen Verein – den Maria Stadler Haus e.V., den es bis heute gibt. Bis ins Jahr 2011 war er sogar Träger des Altenheimes. Doch je komplexer die Pflegemodalitäten wurden, desto schwieriger wurde es für die Ehrenamtlichen, darauf adäquat zu reagieren. So wurde die Gemeinde vor 6 Jahren Betreiberin und alleiniger Gesellschafterin der gemeinnützigen GmbH.

Wer war Maria Stadler?

Die Namensgeberin des Hauses, Maria Stadler, war eine 1898 geborene Haarer Bürgerin, die Zeit ihres Lebens ein offenes Ohr für gemeindliche Probleme hatte. Kein Wunder, war sie doch die Tochter von Josef Stadler, Haarer Bürgermeister von 1907 bis 1910. Schon zu Lebzeiten hatte sie der Gemeinde 100.000 Mark für einen Rettungswagen gestiftet. Als sie starb vermachte sie der Gemeinde ihr gesamtes Vermögen – 14 Hektar land- und forstwirtschaftlichen Grundbesitz. Als Ehrung für diese Großzügigkeit wurde schließlich das Altenheim nach ihr benannt.

Auf dem Foto:  Die Gratulanten v.l. Pfarrerin Dr. Johanna Imhof kam für die evangelische Pfarrgemeinde; Alois Rath sorgte mit dem Leierkasten für die Unterhaltung; Pfarrer Albert Schamberger gratulierte für die katholische Pfarrgemeinde; Bürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende Gabriele Müller, Theresa Heil Vorsitzende des MSH Vereins der ersten Stunde, Altbürgermeister und Errichter des Hauses Hans Wehrberger und MSH-Hausleiter Klaus Stierstorfer