07. Juni 2021

Mehr Platz fürs Gymnasium

Das Ernst-Mach-Gymnasium ist zu klein geworden. Es wurden bereits Fachräume aufgelöst, um die Klassen unterzubringen. Der Engpass soll nun behoben werden – mit Aufstockung und kleinen baulichen Abrundungen.

1.000 Schüler*innen in 34 Klassen – dafür wurde das Haarer Ernst-Mach-Gymnasium Anfang der 70er-Jahre konzipiert. Heute sieht der Bedarf ganz anders aus. Als gesetzt gilt, dass in Zukunft pro Jahrgangsstufe sechs Klassen die Schule besuchen – das entspricht 40 bis 42 Klassen mit 1.300 Schüler*innen. Derzeit werden etwa 1.200 am EMG unterrichtet. Und die Rückkehr zum G9 wird noch einmal einen Engpass schaffen, denn auch die bedeutet ein Plus von sieben Klassen.

Ohne eine Erweiterung reichen die Räume bei dieser Schülerzahl für den Unterricht nicht aus – schon gar nicht bei einer modernen Unterrichtsgestaltung. 2020 hat das Architekturbüro Jürgen Smets in einer Machbarkeitsstudie bereits geprüft, wie die Kapazitäten des Gebäudes erweitert werden können. Die Ergebnisse wurden sowohl im Gemeinderat als auch mit dem Landratsamt, im Zweckverband und natürlich mit der Schulleitung diskutiert und abgestimmt.

Nun ist die Entscheidung gefallen: Das EMG wird zum einen um kleinere Anbauten in den Bauteilen F und K (s. Plan rechts) erweitert und dort um je eine Etage in Leichtbauweise (Holz-  und Stahlbaukonstruktion) aufgestockt. Zudem soll im zweiten Stock eine Verbindungsbrücke zwischen dem neuerstellten Stockwerk in F und dem Bauteil G geschaffen werden. Der von der Grundschule angemietete Teil bleibt auch weiterhin in der Nutzung des Gymnasiums. Ebenfalls im Plan: ein „grünes Klassenzimmer“, das direkt aus dem Kunstraum sowie den beiden Werkräumen erreichbar ist. Hierzu werden vom Untergeschoss im Böschungsbereich Sitzstufen geschaffen, die Unterricht im Freien ermöglichen. Außerdem bekommt der Parkplatz acht Stellplätze mehr. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Es entstehen 42 neue Klassenräume sowie neun Kursräume und 14 Räume für moderne Unterrichtsgestaltung auf insgesamt 1.496 m2  zusätzlicher Fläche.

Die Kosten für die Maßnahme liegen bei gut 14 Millionen Euro, wobei knapp 12,4 Millionen der Landkreis trägt und die Gemeinde etwa 1,6 Millionen aufbringen muss. Mit in der Summe sind auch noch Kosten für die Errichtung einer PV-Anlage auf dem Bauteil G und weitere Ertüchtigungen sowie Sanierungen im Gebäudebestand. Die werden aber zu 100 % vom Landkreis München getragen.

Ein bisschen Geduld müssen die Haarer*innen aber noch haben: Der Zeitplan sieht die Jahre 2021 und 2022 für die Planung des Projekts vor. Der Umbau selbst soll – vorrangig während der Schulferien – innerhalb der Jahre 2023, 2024 und 2025 durchgeführt werden.