01. Dezember 2017

Golden, Diamanten und Eisern

Ehejubiläumsempfang im Haarer Rathaus

Umgerechnet 1385 Ehejahre hatten im großen Sitzungssaal des Haarer Rathauses Platz genommen. Was diese Jahre wohl alles gebracht haben? Häufig Kinder, manchen Streit aber sicher auch viele Glücksmomente, kleine und große Sorgen, ausgelassene Feiern, harmonische Stunden, tolle Reisen und Abenteuer. Ganze Bücher könnte man mit den Geschichten der 26 Ehepaare füllen, die der Einladung von Bürgermeisterin Gabriele Müller zum Ehejubiläumsempfang gefolgt sind. Und so gab es auch viel zu erzählen.

Zum ersten Mal wurde das Standesamt zu klein für den Empfang, den die Haarer Bürgermeisterin zweimal im Jahr gibt. Denn so viele Paare hatten sich im Rathaus noch nie versammelt, die in den letzten Monaten ein besonderes Ehejubiläum begehen konnten. Man schrieb die Jahre 1952, 1957 und 1967 – als die Paare „Ja“ zueinander sagten. Scheint so, als wären die Wirtschaftswunderjahre aber auch politisch turbulente Zeiten mit studentischen Unruhen ein gutes Pflaster für  Eheschließungen gewesen.

Strauß und Neuauflage des Hochzeitsbilds

Zum großen Hochzeitsjubiläum überreichte Bürgermeisterin Gabriele Müller jeder erschienenen goldenen, diamantenen und eisernen Braut einen Brautstrauß und schenkte den Paaren die Möglichkeit, sich für ein neues Hochzeitsbild von einer Fotografin ablichten zu lassen. Sekt und Häppchen gaben dem ganzen einen noch festlicheren Rahmen. Die Rathauschefin erinnerte auch an die Jahre der Eheschließung -  un dieser Zeitreise folgten die Anwesenden gerne, kommentierten und schwelgten in Erinnerungen.

Von der Vergangenheit in die Gegenwart

Doch die Paare sind auch fest verankert in der Gegenwart und gehen mit sehr offenen Augen durch ihre Gemeinde, was im Laufe des Empfangs deutlich zu spüren war: Es wurde viel gefragt zur aktuellen Ortsentwicklung, das Interesse galt dem Neubau des Maria-Stadler-Hauses und den Gewerbeansiedlungen oder der Einzelhandelssituation am Ort. Großes Lob gab es für den Fahrservice der Gemeinde, aber auch für die etwas „unsichtbarerern“ Maßnahmen, wie etwa die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED - und ein Dankeschön galt der Verwaltung für ihre Freundlichkeit.

Ein Rezept?

Selbstverständlich konnte angesichts des großen versammelten Knowhows schließlich auch die Frage nicht ausbleiben, ob es ein denn nun ein Rezept gibt, für eine solch lange Ehe. „Zammhalten“, sagten die einen. „Aushalten“, die anderen – was für Lacher im Saal sorgte. Gemeinsamen Interessen und dennoch genügend Freiraum, miteinander reden, Respekt – und einfach in guten und in schlechten Zeiten füreinander da sein. Klingt einfach. Ist es aber gar nicht. „Ich weiß nicht, ob der Saal in 50 Jahren bei einem meiner Nachfolger immer noch so voll sein wird“, philosophierte Gabriele Müller abschließend. Nun ja – da werden vermutlich einige Stühle weniger benötigt.