05. November 2015

Positive Entwicklung

Man kann es in einem Satz zusammenfassen: Es geht finanziell aufwärts mit der Gemeinde Haar. Das zeigt der Nachtragshaushaltsplan für das laufende Jahr, der vom Gemeinderat einstimmig verabschiedet wurde.

Normalerweise ist ein Nachtragshaushalt ja eher ein Indiz für drohende Fehlbeträge. In Haar ist das anders: Das Haushaltsjahr verläuft weitestgehend planmäßig mit leichten positiven Tendenzen. So haben sich zwar im Laufe des Jahres einige deutliche Mehrausgaben ergeben, die jedoch durch Mehreinnahmen gedeckt werden können. Unterm Strich ist sogar eine Erhöhung der Zuführungsrate an den Vermögenshaushalt möglich. Und damit muss weniger Geld vom „gemeindlichen Sparbuch“ genommen werden.

Die Zahlen
In Zahlen bedeutet das: Der Verwaltungshaushalt verzeichnet unter dem Strich ein Plus von 1,344 Millionen Euro, die dem Vermögenshaushalt zugeführt werden können. Im Vermögenshaushalt gibt es zudem ein Plus von knapp 100.000 Euro. Das Ergebnis: 1,44 Millionen Euro müssen weniger aus den Rücklagen der Gemeinde Haar entnommen werden. So wird im laufenden Jahr nur noch eine gute Million Euro aus dem „Sparbuch“ gebraucht. Berücksichtigt man die Rechnungsergebnisse aus 2014, die gerade bekannt geworden sind, hat Haar zum Ende des Jahres 14,4 Millionen Euro angespart. Eine Kreditaufnahme ist im Nachtragshaushalt nicht vorgesehen, die Verschuldung beträgt damit weiterhin knapp 6,4 Millionen Euro, was eine Pro-Kopf-Verschuldung von 320,50 Euro ergibt. Im Landesdurchschnitt liegt Haar damit weit unter der Verschuldung vergleichbarer Kommunen – der liegt bei 673 Euro.

Wie hoch sind die Mehrausgaben?
Auf der Ausgabenseite stehen viele einzelne Mehrausgaben im Vermögenshaushalt, die sich zwischen Beträgen von 600 bis 44.000 Euro bewegen und insgesamt 212.000 Euro betragen. Beim Verwaltungshaushalt sind Mehrausgaben von 1,1 Millionen Euro verbucht worden – teilweise handelt es sich dabei lediglich um Verrechnungsausgaben.

Woher kommt das Plus?
Wenn man sich Verwaltungs- und Vermögenshaushalt genauer betrachtet, sieht man, woher das Plus kommt: Obwohl die Gewerbesteuereinnahmen nur um 300.000 Euro angestiegen sind, bringen sie zusammen mit Gewinnabführung der Gemeindewerke, mehr Miet- und Pachteinnahmen und ähnlichem das stattliche Plus von knapp 2,5 Millionen Euro. Auch im Kita-Bereich gab es durch höhere Zuschüsse vom Freistaat als bislang kalkuliert und eine Reduzierung der Ausgaben ein Plus von fast 280.000 Euro. Im Vermögenshaushalt gab es einige unerwartete Einnahmen, wie etwa Zuschüsse für Baumaßnahmen, Grundstückserlöse und ähnlichem.

Claudia Erl