05. August 2016

1.000 Euro für eine Himmelsschaukel

Tagelang haben sie gebangt, immer wieder die Wettervorher-sagen geprüft und sich dann schließlich trotz der einen oder anderen Regenprognose getraut: Die Gronsdorfer Straßenfes-tler haben auch heuer wieder einen Teil der Dittmannstraße zur örtlichen Feiermeile umgewandelt. Und das mit riesigem Erfolg. Den Erlös aus dem Fest haben sie jetzt als Spende ins Rathaus gebracht – und sich gleich gewünscht, was mit dem Geld geschehen soll: 1.000 Euro für eine Himmelsschaukel am Gronsdorfer Spielplatz.

Das Straßenfest ist mittlerweile eine feste Institution für die Gronsdorfer: Einmal im Jahr werden Bierbänke und Grills in der Dittmannstraße aufgestellt, Pavillons und die Musikanlage platziert, Getränke geschleppt, Würstl, Fleisch und Fisch vorbereitet, Kuchen gebacken – und dann ab dem frühen Nachmittag gewartet, dass die Gronsdorfer vorbeischauen. Und warten muss man da nie lange. Auch heuer nicht. “Unsere Tische waren von Anfang an vollbesetzt und am Schluss mussten wir die Leute direkt heimschicken”, erklärten die beiden Organisatorinnen Hannelore Heindl und Christine Rötzer lachend.

Komplett ausverkauft
Offiziell ist um 23 Uhr Schluss, doch das reicht den feierfesten Gronsdorfern teilweise eben nicht ganz aus. Gezählt hat die Gäste keiner so recht, aber bis zu 500 waren es allemal, sind sich die beiden Gronsdorferinnen sicher. Appetit und Durst hatten sie auf jeden Fall – denn die Essensvorräte waren tatsächlich schon vor Ablauf der Uhrzeit ratzekahl aufgeputzt. Dabei hatten die Gronsdorfer Straßenfestler sehr großzügig eingekauft: 92 Steckerlfische, 18 Halsgrat, 7 Kilo Würstl, 180 Brezen, 120 Semmeln und mindestens 35 selbstgebackene Kuchen, dazu noch von den Gronsdorfer Mädchen gebackene Waffeln – alles ausverkauft. 320 Liter Bier und 70 Flaschen Prosecco flossen ebenfalls durch die Gronsdorfer Kehlen. Und die Gronsdorfer Buben haben noch gesunde Smoothies gemixt. “Dass die Kinder so mitgemacht haben und am Ende ihren Gewinn sogar noch spontan gespendet haben, hat uns wirklich sehr gefreut”, sagt Christine Rötzer.

Himmelsschaukel für Gronsdorf
Im Endeffekt hat der Nachwuchs tatsächlich zum eigenen Vorteil gespendet – denn wiederum soll der Erlös des Festes dem Spielplatz an der Dittmannstraße zugute kommen: Eine Himmelsschaukel wünschen sich die Gronsdorfer. Im Riemer Park gibt es solche bereits und die sind bei den Gronsdorfer Kindern so beliebt, dass sie gerne eine eigene hätten. Bürgermeisterin Gabriele Müller hat sowohl das Geld als auch den Wunsch gerne in Empfang genommen – und ver-sprochen, sobald als möglich in Erfahrung zu bringen, was solch ein Spielgerät kostet.

24-jährige Tradition – mit Unterbrechung
Eines ist klar: Das Gronsdorfer Straßenfest wird von Jahr zu Jahr be-liebter – was nicht nur die ständig steigende Spendensumme belegt. Für viele scheint diese Feier relativ “neu”, doch das stimmt nicht. “Das erste Straßenfest hat als Flughafenabschiedsfest 1992 stattgefund-en”, erklärt Hannelore Heindl. Damals, als das letzte Flugzeug in Riem gestartet war, hatten sich die Gronsdorfer zu einem Fest zusam-mengefunden. Und das war so schön, dass man das ab diesem Zeit-punkt jährlich machte – bis dann das Grundstück, auf dem immer noch mitgefeiert wurde, verkauft und neu bebaut wurde. “Dann hatten wir bestimmt 5, wenn nicht gar 7 Jahre Pause”, erklärt Christine Rötzer. Doch ganz ohne Feier wollten die Gronsdorfer nicht bleiben – und so suchten sie ein Ausweichgrundstück, und fanden zwei. Seit 2012 wird nun also wieder gelacht, geratscht und sogar getanzt in der Dittmannstraße. Der Termin für 2017 steht auch schon fest: Am 15.7.2017 wird wieder gefeiert. Wenns nicht regnet. Aber das tut es nie, wenn die Gronsdorfer auf die Straße gehen.

Claudia Erl

Im Bild von links: Hannelore Heindl, Bürgermeisterin Gabriele Müller, Christine Rötzer