04. Dezember 2015

Änderungen bei Bauprojekt

Die einzelnen Baukörper entlang der Bahn sind schmaler, dafür mehr geworden und der Zuschnitt sowie die Größe der Wohnungen wurden verändert. Ansonsten ändert sich bei der geplanten Bebauung an der Herzogstandstraße nichts. Sämtliche Vorgaben des Bebauungsplans werden eingehalten. Doch führten diese Änderungen, die aufgrund eines Bauträger-Wechsels entstanden sind, zu Diskussionen im Bauausschuss und auch bei der Ortsteilversammlung der Bürgermeisterin für die Gronsdorfer.

Auf einem früheren Grundstück der Bahn an der Herzogstandstraße entstehen Geschoßwohnungsbau, acht Reihenhäuser, ein gemeindlicher Kindergarten und zur Erschließung eine neue Straße entlang der Bahnlinie (wir berichteten).

Durchgesteckte Wohnungen
Nun fand im Frühjahr ein Investorenwechsel zur bpd statt - und deren Vertreter Florian Samadi präsentierte gemeinsam mit dem Architekten Werner Zeitler seine Veränderungen im Bauausschuss. Grundsätzlich bleibt die Planung von Architekt Christian Weigl (Goergens und Miklautz) erhalten. Unterschied: Die einzelnen viergeschossigen Baukörper an der Bahn werden schmäler – sind aber weiterhin als ein geschlossener Riegel mit Glaselementen als Schallschutz konzipiert. Die zweigeschossige Abstufung zur Herzogstandstraße bleibt. Allerdings wird es durch die kleineren Gebäude sechs Hauseingänge statt bislang vier geben.

Wohnungsschlüssel verändert
All das ist der Änderung der Wohnungen geschuldet ist: Die bpd-Planung sieht vor, dass jede einzelne Wohnung in Nord-Süd-Ausrichtung „durchgest(r)eckt“ ist und so Licht von beiden Seiten bekommt. Weil man sich auf höchstens 4-Zimmer-Wohnungen beschränkt, nimmt man noch acht 1-Zimmer-Wohnungen dazu. 5-Zimmer wie im Ursprungsentwurf sind nicht mehr vorgesehen. Die Zahl der 2-Zimmer-Wohnungen wird von 44 auf 38 gesenkt, die Zahl der 3-Zimmerwohnungen erhöht sich von 22 auf 33, die Zahl der 4-Zimmer-Wohnungen steigt ebenfalls – von 8 auf 18. In der Summe sind es 105 statt der bislang geplanten 95 Wohneinheiten im Geschoßwohnungsbau, die Zahl der Reihenhäuser bleibt bei acht. Die vorgeschriebenen Stellplätze können in der geplanten Tiefgarage untergebracht werden. Begründet wird das Mehr an kleineren Wohnungen mit der Nachfrage am Markt.

Größere Wohnungen gewünscht
Das sahen die Ausschussmitglieder quer durch die Fraktionen etwas anders: So ist sich Werner Kozlik (Bündnis 90 / Die Grünen) sicher, dass sich auch große Wohnungen verkaufen lassen. Alexander Zill (SPD) erinnert daran, dass gerade größere Familien große Probleme haben, Wohnungen zu bekommen. Auch Paul Wieser (CSU) betonte den politischen Willen, größere Wohnungen zu bauen. Der Bauherr betonte daraufhin, es gäbe die Möglichkeit, geplante kleinere Wohnungen zusammenzulegen. Dafür plädierte der Bauausschuss.

Kritik am Erscheinungsbild
Die Gronsdorfer Bürger sahen auf der Ortsteilversammlung – wie bereits in einer ersten Versammlung vor einem Jahr – das gesamte Erscheinungsbild und die Zahl der neuen Bürger als nicht passend zu Gronsdorf-Kolonie. Christian Weigl führte aus, dass es aus Schallschutzgründen nicht möglich sei, hier eine Einfamilienhaus- bzw. Doppelhausbebauung im Stil des Altbestands zu realisieren. „Selbst eine 13 Meter hohe Lärmwand wäre nicht ausreichend um den gesetzlichen Bestimmungen zu entsprechen.“ Eine „fürsorgliche Bebauung“, nannte der Architekt die Planung, die sich auch selbst vor Lärm schützt. Die Bebauung verringert den Lärm für den Bestand um bis zu 12 dB. „Das sind Welten. Es wird eine sehr begehrte Wohnanlage sein, glauben sie mir“, so Weigl. Die Befürchtung, dass 20 Prozent mehr Menschen und 20 Prozent mehr Autos durch die Änderungen ins neue Wohngebiet an der Herzogstandstraße ziehen würden, widerlegte Architekt Zeitler anhand seiner Berechnungen. Die Zahl der Autos steigt durch die Neuaufteilung der Wohnungen laut Stellplatzschlüssel lediglich von 158 auf 161.

Verkehrserschließung
Die Verkehrsanbindung war dann auch das zweite große Thema des Abends. Sie hat sich seit dem ersten Plan nicht verändert: Es wird eine Erschließungsstraße entlang der Bahn geben, die die Abwicklung des Neubaugebiets komplett tragen wird. Diese Straße ist gegebenenfalls ein Teilstück der von der Gemeinde Haar anvisierten „Spange Nord“, die von Eglfing bis zum Schwablhofweg verlaufen soll. Derzeit läuft der Verkehr des Neubaugebiets dann in der Schneiderhof- bzw. Bahnstraße an – und darin sehen eine Reihe der Gronsdorfer ein großes Problem, zweifeln das Verkehrsgutachten an, das zu anderen Ergebnissen kam.

Rappenweg
Ebenfalls im Gespräch war die Situation im wildgewachsenen Gewerbegebiet am Rappenweg: Hier hat sich eine Grundstückbesitzerin ein Baurecht für Gewerbehallen, die zu einem Handwerkerhof gehören sollen, erstritten. Die Erschließung soll laut Plan über die Herzogstandstraße laufen, einer der geplanten Baukörper blockiert dann die mögliche Fortführung der Spange Nord. „Es geht nicht an, dass ein Grundstückbesitzer alleine beinahe die gesamte Ortsentwicklung der Gemeinde Haar blockiert. Und deswegen haben wir jetzt geklagt“, sagte Bürgermeisterin Gabriele Müller. „Es wird zudem Gespräche mit der Grundstücksbesitzerin geben – nicht nur mit der Stadt München, sondern auch mit der Gemeinde Haar.“

Claudia Erl