04. Mai 2017

Auf der Finckwiese wächst wieder Mais

Mit einer Gegenstimme hat der Haarer Gemeinderat auf Antrag der CSU die Aufstellungsbeschlüsse zur Änderung des Flächennutzungsplans sowie zum Bebauungsplan für das BMW Forschungs- und Entwicklungszentrum an der B 304 aufgehoben. Nachdem der Automobilhersteller Unterschleißheim den Vorzug vor Haar gab, ist die offizielle Beendigung der Planungsverfahren nur konsequent, so sehen es die Fraktionssprecher von CSU und SPD, Dr. Dietrich Keymer und Dr. Alexander Zill und auch die Grünen.

Antonius van Lier, Vertreter der Freien Wählergemeinschaft schloss sich der allgemeinen Meinung nicht an. „ Die Nutzung des Areals war eng definiert. Niemand will normales Gewerbe auf der Finckwiese. Aber es ist noch anderes nicht-alltägliches Gewerbe denkbar außer BMW.“ Van Lier hätte die Flächennutzungsplanänderung lieber durchgezogen, um bei künftigen Anfragen im Wettbewerbsvorteil zu sein. „Symbolpolitik“ sei mit ihm nicht zu machen.

Die anderen Fraktionen zogen es vor, das Planungsverfahren formal juristisch zu beenden. Bürgermeisterin Gabriele Müller: „Ich stehe zu meinem Wort. Es wächst dieses Jahr ja auch wieder Mais. Aber – und auch dazu stehe ich: Das Grundstück ist aus seinem Dörnröschenschlaf erwacht. Es werden neue Ideen kommen.“

Dem Haarer Rat wie auch der Verwaltung ist bewusst, dass sich Haar mit der Ausweisung von Gewerbeflächen zeitnah befassen muss. In der Sitzungsvorlage heißt es dazu, die Entwicklungsmöglichkeiten für Gewerbe seien trotz guter Lage und Anbindung stark eingeschränkt. Wo will Haar also künftig neue Unternehmen ansiedeln? Die Verwaltung schlägt eine Gewerbeentwicklungsplanung für das gesamte Gemeindegebiet vor und will nach einer sorgfältigen Analyse mit Vorschlägen auf die Kommunalpolitiker zukommen.

 

Ute Dechent