02. Dezember 2016

„Helpers for Haar“ sind gestartet

Soziales Engagement als Wahlfach

„Es ist schon toll, wie sich die älteren Damen dort engagieren. Es ist aber auch wirklich ein gutes Gefühl, Menschen zu helfen.“ Es sind genau Aussagen wie diese, die sich die Gemeinde Haar mit dem neuen Wahlfach „Helpers for Haar“ erhofft hat. Ein Projekt, das in diesem Herbst in der Haarer Mittelschule und im Ernst Mach Gymnasium gestartet ist. Jetzt trafen sich die Beteiligten zum ersten Austausch.

Seit Beginn des neuen Schuljahres sieht man am Haarer Tisch, im Dino und Route 66, in der Kita Casinostraße, bei der Flüchtlingshilfe, beim TSV und der DLRG und im Kinderpark neue Gesichter – sehr junge Gesichter. 14 Schülerinnen und Schüler helfen hier mit, sortieren Essen für Bedürftige, spielen und sporteln mit den Kindern, helfen bei Hausaufgaben und kümmern sich um Flüchtlinge. Sie alle sind „Helpers for Haar“. Das ist sozusagen „Soziales Engagement als Wahlfach“ – initiiert von der Gemeinde.

Begeisterung über die Idee

Die Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Haar und des Ernst-Mach-Gymnasiums etwa im Alter zwischen 13 und 16 Jahren. Sie hatten die Möglichkeit, sich zwischen verschiedenen Haarer Institutionen zu entscheiden, bei denen sie mitanpacken wollen. Auch die waren von der Idee begeistert und sehr viele gleich mit an Bord. Die Institutionen konnten dabei selbst bestimmen, wie die Jugendlichen eingesetzt werden – ob wöchentlich oder im Block und zu welchen Aufgaben. Vorgabe war lediglich, dass die Helpers keine Zaungäste sein dürfen oder lediglich Aufgaben wie Kaffeekochen übernehmen dürfen.

Ein großes Plus für die Jugendlichen

Besonders erfreulich sind die Reaktionen der beiden Schulen: Die Rektorinnen und die zuständigen Lehrer waren von der Idee von Anfang an begeistert. Verantwortung zu übernehmen, ein Miteinander zu spüren, das Selbstbewusstsein zu stärken, den Blickwinkel auf andere Generationen, soziale Schichten und Nationen zu verändern – und eventuell sogar erste „Berufserfahrungen“ zu bekommen, das empfanden sie als großes Plus. Nach Ablauf des Schuljahres erhalten die Jugendlichen ein Zertifikat, das den Einsatz bestätigt. Das können sie dann ihrem Lebenslauf zufügen – macht sich immer gut bei Bewerbungen.

Ein Projekt der Gemeinde

Vorbereitet wurde das Projekt durch die Gemeinde Haar: Als SPD-Antrag wurde die Idee in den Gemeinderat eingebracht – dieser  konnte sich dafür erwärmen und stimmte zu. Danach wurde in Schülerkreisen ein Name gesucht und gefunden. Im Rathaus wurde ein Logo kreiert und die Werbetrommel gerührt. Auch die Vernetzung zwischen Schulen und Institutionen liegt bei der Gemeinde, bei Kerstin Onwuama und Susanne Hehnen.

Etwas zurückgeben

Und so steht sie nun also, die erste Generation an Helfern. Die Jugendlichen erzählen beim Treffen in der Kindertagesstätte Casinostraße mit glänzenden Augen von ihren Einsätzen. Gerade der Haarer Tisch hinterlässt Eindrücke. Alte Geschichten von den anderen Helfern zu hören, während man das Gemüse putzt, das gefällt den Mädchen sehr gut. Eine berichtet, dass sie mit besonderem Herzblut dabei ist, weil ihre Familie vor vielen Jahren in einer Notsituation auch Kunde beim Haarer Tisch war. „Ich möchte da jetzt was zurückgeben“, sagt sie. Überhaupt klappt das Zusammenspiel zwischen Institutionen und Jugendlichen gut. Und im Freundeskreis der Jugendlichen wird ihr sozialer Einsatz auch nicht als „uncool“ angesehen. Im Gegenteil. Die Schulen glauben gar, dass es bald noch mehr Helpers geben wird – wenn sich rumspricht, wie besonders dieses Wahlfach ist.

Einstiegsgeschenk

Zum Einstieg erhielten die ersten „Helpers for Haar“ nun einen Matchsack mit dem „Helpers for Haar“-Logo – zwei Händen, die ein Herz formen - und mit dem „Haarer Busserl“ ein süßes Dankeschön von der Bürgermeisterin Gabriele Müller. „Es ist einfach eine schöne Sache, mitten im Leben zu stehen“, sagt die Rathauschefin. Und die Jugendlichen nicken. Sie beginnen zu verstehen, was die Bürgermeisterin meint.

Claudia Erl