30. April 2018

Neuer Bus für inklusive Arbeit

Route 66 bedankt sich bei den Sponsoren

Es ist ein Neunsitzer. Das ist das Ausschlaggebende. Alles andere ist für Franz Meier-Dini, Leiter des Haarer Jugendkulturhauses Route 66, fast schon Nebensache. Der Bus, der seit einigen Tagen vor der Türe steht, wird nämlich aufs Dringendste gebraucht – für die inklusive Arbeit des Hauses. Möglich gemacht hat ihn eine Reihe an Sponsoren.

Wenn die Route Rockers mal wieder einen Auftritt am anderen Ende von Deutschland haben, dann setzen sie sich künftig einfach in den Ford Transit - und die Instrumente und sogar der eine oder andere Rollstuhl findet auch noch Platz im Kofferraum. Seit über 30 Jahren ist das Route 66 in der Gemeinde Haar in Sachen inklusiver Arbeit ganz weit vorne dabei: Neben dem damals gegründeten B&N-Treff gibt es mittlerweile ein weiteres offenes Freizeitangebot für Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Behinderung und zwei inklusive Bands – die Blue Dolphins und die Route Rockers.

Von den Reifen bis zum Dach

Ganz so einfach war es nicht, Sponsoren zu finden, erklärt Franz Meier-Dini – aber jetzt sei er rundum glücklich. Und der Dank für die, die dabei sind, ist umso größer. 23 Sponsoren aus Haar und der näheren Umgebung sind es geworden: Handwerker und Läden, die Sparkasse, das Taxiunternehmen, Baugesellschaften, ein Restaurant, eine Tanzschule, eine Steuerkanzlei, aber auch das Kino und die Bürgerstiftung zieren nun mit ihren Anzeigen den Bus – und das wirklich von der Radkappe bis zum Dachholm. „Wir werden das Auto viel bewegen, ihre Anzeige wird also viel unterwegs sein“, verspricht Franz Meier-Dini lachend.

Gemeinde mit an Bord

Besonders bedankte er sich bei Alexander Dordevic, dem Behindertenbeauftragten des Landkreises München, der ihn sehr unterstützt hat. Und bei Haars Bürgermeisterin Gabriele Müller, denn die Gemeinde hat nicht nur eine Werbefläche gesponsert, sondern übernimmt den kompletten Unterhalt und die Wartung für das Fahrzeug. „Wir sind gerne auch mit dabei, denn eure inklusive Arbeit ist einzigartig für die Gemeinde. Das zeichnet euch aus“, lobt die Bürgermeisterin während sie Franz Meier-Dini ganz offiziell den Fahrzeugschlüssel überreicht.

Barrieren nur im Kopf

Der erste große Einsatz des Busses steht kurz bevor: Über Christi Himmelfahrt geht es schon traditionell mit der Behinderten-Nichtbehinderten-Gruppe nach Bibione. Zu weit? Zu anstrengend? Der Leiter des Route 66 winkt ab. Barrieren gibt es für ihn definitiv nur im Kopf. „Es ist alles machbar. Und wir machen alles“, sagt er. Fünf Jahre steht das Auto dem Haus nun zur Verfügung, bevor erneut auf Sponsorensuche gegangen werden muss.

Gabriele Müller freut sich indes schon auf die nächste Karte, die sie aus Bibione bekommt. Denn die B&N-ler denken alleine schon wegen ihres fahrbaren Untersatzes auch im Urlaub immer an ihre Bürgermeisterin. Und an alle anderen Sponsoren natürlich auch.