02. Februar 2017

Neue Betreuungsplätze für Kleinkinder

Großtagespflege und Übergangskrippe

Die Kinderbetreuung ist in der Gemeinde Haar immer ein großes Thema: Es vergeht kaum ein Jahr, in dem nicht eine Erweiterung des Angebots vom Kleinkind- bis zum Grundschulalter ansteht – und umgesetzt wird. Darum ist Haar auch immer gut aufgestellt. 2017 wird es aber bei der Betreuung der ganz Kleinen von 1 bis 3 Jahren eng: 10 Krippenkinder haben im Januar keinen Platz bekommen. Tendenz: eher steigend. Der Gemeinderat stimmte nun mehrheitlich einer vorübergehenden Krippen-Containerlösung am Wieselweg zu, sowie einstimmig für die Einrichtung einer weiteren Großtagespflege der Nachbarschaftshilfe am Ahrntaler Platz.

„Wir werden langfristig ein zweistelliges Defizit im Bereich Krippe haben, das hat die Bedarfsanalyse ergeben. Und schon derzeit fehlen zehn Plätze. Das heißt, wir haben eine hohe Dringlichkeit“, erläuterte Haars Bürgermeisterin Gabriele Müller im Gemeinderat. So fährt man in der Gemeinde nun gleich zweigleisig.

Großtagespflege am Ahrntaler Platz

Das erste Projekt betrifft eine ehemalige Gewerbeimmobilie am Ahrntaler Platz: Hier kann die Gemeinde Haar von der Oberbayerischen Heimstätte Räumlichkeiten anmieten, die Platz für zwei getrennte Großtagespflegegruppen bietet. Zwischen 16 und 18 Kinder könnten dann hier von Tagesmüttern betreut werden. Allerdings ist noch eine ganze Reihe an Umbauarbeiten zu erledigen, damit das Landratsamt eine Betriebserlaubnis erteilen kann: Da müssen Sanitäranlagen verlegt und verändert, Trockenbauwände erstellt, Bodenbeläge ausgetauscht, Heizkörper und die großen Schaufenster müssen verkleidet, Treppen zum Keller mit Türen verschlossen werden: Insgesamt muss alles kindgerecht und -sicher gestaltet sein. 170.000 Euro werden dafür notwendig, 10.000 Euro schießt die Oberbayerische Heimstätte zu. Der Gemeinderat gab nun grünes Licht, sodass die erste Gruppe voraussichtlich im Juni, die zweite dann im September 2017 starten kann.

Krippencontainer am Wieselweg

Ergänzt werden soll die Kleinkinderbetreuung durch zwei Krippengruppen mit insgesamt 24 Plätzen ab September 2017 am Wieselweg: Hier, auf der Freifläche zwischen dem Freizeitheim Dino und dem Hubertusweg, soll mit Containern eine temporäre und schnell zu realisierende Betreuungseinrichtung entstehen. Im Vorfeld wurden verschiedene gemeindliche und private Grundstücke geprüft, sowie bei bestehenden Einrichtungen nachgefragt, ob dort noch zusätzliche Plätze angeboten werden können. Am Ende favorisierte die Verwaltung die Containerlösung am Standort Wieselweg. Der ist im Besitz der Gemeinde und erschlossen, was der Umsetzung sowohl finanziell als auch dem Zeitplan sehr entgegenkommt.

Kita im Jugendstilpark geplant

Es wurde darauf geachtet, dass die Container weder mit dem Freizeitheimbetrieb noch mit irgendwelchen Veranstaltungen wie etwa dem Mittelaltermarkt, dem Abenteuerspielplatz oder Haar United kollidieren. Allerdings wird die Übergangs-Krippe in einem Grün- und Außenbereich entstehen, der höchstens für fünf Jahre bebaut werden darf. „So lange wollen wir diese Interimslösung gar nicht haben“, stellte Bürgermeisterin Gabriele Müller klar. Schließlich soll im Jugendstilpark  eine neue Kindertagesstätte entstehen, die diese Kinder dann mitaufnehmen kann. Die Container am Wieselweg könnten im Anschluss noch für einige Monate als Ausweichquartier für den Jugendtreff DINO fungierien, denn dieses Geäbude muss ebenfalls dringend restauriert werden.  Der Grünzug am Wieselweg soll danach wiederhergestellt werden. Für diese Lösung stimmte der Gemeinderat mehrheitlich.

Claudia Erl

Das Foto zeigt den geplanten Standort der Krippencontainer am Wieselweg