European Energy Award für Haar 31.07.2010
Überdurchschnittliche energiepolitische Leistungen
Das Thema Klimawandel – immer wieder beherrscht es die Schlagzeilen. Und dann gibt es wieder Zeiten, in denen es eher ruhig wird, um die Verstärkung des Treibhauseffekts, um das Schmelzen der Gletscher oder die Erwärmung der Meere. Bei manchen Kommunen steht das Klima und somit auch das Thema Energie allerdings immer auf der Tagesordnung. Die Gemeinde Haar ist eine davon. Sie bekam nun mit 9 anderen bayerischen Kommunen den „European Energy Award“ verliehen.
63 Prozent der möglichen Punkte hat die Gemeinde Haar erreicht – damit liegt sie in Bayern auf den vordersten Plätzen: Lediglich die Gemeinde Ascha (79 %) und Wilpoldsried (65 %) konnten Haar überholen, Oberhaching liegt mit seinen 63 % gleichauf. Für überdurchschnittliche energiepolitische Leistungen überreichte Ministerialdirektor Wolfgang Lazik vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit Bürgermeister Helmut Dworzak die Auszeichnung.
Führend in Photovoltaik
Doch was macht Haar anders als andere Gemeinden? Zum einen zählt Haar bezüglich Photovoltaik zu den führenden Gemeinden im Landkreis München. Die Salmdorfer Freiflächenanlage ist nach wie vor die größte ihrer Art im ganzen Landkreis. Nicht zuletzt aus diesem Grund kommt Haar zu einem sehr guten Ergebnis bezüglich der regenerativen Energien: Mehr als 23 Prozent des Stromverbrauchs werden hier mittlerweile aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen.
Nachhaltigkeit in vielen Bereichen
Aber für die Gemeinde ist Nachhaltigkeit auch ein Thema außerhalb des Energiebereichs: Sie ist die Maxime für die Gemeindeentwicklung, für die Lebensqualität, der Zukunftsfähigkeit und den Umweltschutz. So wurde bei der Verleihung des „European Energy Award“ darauf hingewiesen, dass Haar den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs fördert, zudem konsequent den Radwegebau vorantreibe und mit gemeinsam mit „Statt-Auto“ Carsharing anbietet. Außerdem werden die Bürger mit einem Förderprogramm bei ihren Energiesparmaßnahmen unterstützt. Auch der Bereich Ver- und Entsorgung ist sehr gut aufgestellt – dank der eigenen Gemeindewerke, die schon 1999 gegründet wurden.
Motiviert in die Zukunft
Soviel Lob – aber wohin soll der Weg in Haar noch gehen? „Für uns ist diese Auszeichnung natürlich auch eine Motivation, unseren Kurs konsequent weiterzuverfolgen – und den Energie- und Klimaschutzgedanken auf noch breitere Beine zu stellen “, sagt Haars Bürgermeister Helmut Dworzak. Schon jetzt wurden neue Anreize für die Bevölkerung geschaffen, sich Gedanken über ihre Energieversorgung zu machen: Im kostenlosen Solarkataster im Internet (www.sonnendaecher-haar.de) können sich Hausbesitzer informieren, wie gut sich ihr Dach zur Nutzung der Sonnenenergie eignet. Zudem hat die Gemeinde eine CO2-Analyse sowie ein Energie- und Klimaschutzkonzept erstellen lassen und plant ein energetisches Sanierungskonzept für die kommunalen Gebäude.
Das Ziel ist also klar: Neben den Maßnahmen der Gemeinde sollen auch die Bürger zum Mitmachen begeistert werden. Und da muss man in Haar wohl keine allzu hohen Hürden nehmen.
Claudia Erl



