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Interview zur Geothermie mit Bürgermeister Helmut Dworzak 15.12.2009
Die Geothermie-Nutzung für Vaterstetten und Grasbrunn ist wirtschaftlich nur sinnvoll mit einem leistungsstarken Partner. Zorneding, vor allem aber Haar, gehören zu den Wunschkandidaten. Ein schnelles Ja ist von dort aber nicht zu bekommen.
Fragen an Haars Bürgermeister Helmut Dworzak
Hallo: Die geologischen Voraussetzung für ein Geothermie-Projekt sind günstig. Warum ziert sich Haar mit der Entscheidung?
Dworzak: Zieren ist sicher der falsche Ausdruck. Wir müssen gründlich abwägen. Fakt ist, dass Vaterstetten und Grasbrunn allein das Projekt nicht verwirklichen können. Erst mit Haar oder Zorneding könnte es interessant werden.
Hallo: Die finanzielle Größe des Projekts ist also ausschlaggebend?
Dworzak: Natürlich. Die Pioniergemeinde Unterhaching hat rund 100 Millionen Euro investiert. Die meisten anderen Projekte im Münchner Umland liegen deutlich unter 100 Mio. Euro. Die Erdwärmeversorgung für Haar, Vaterstetten, Grasbrunn ist mit 240 Millionen Euro veranschlagt. Das können locker auch 300 Mio. Euro werden. Das wäre das größte Geothermie-Projekt, das je in unserer Region angegangen wurde.
Hallo: Die Pro-Kopf-Verschulding in Haar liegt ja bisher deutlich unter dem Landesdurchschnitt und Haar verfügt über ordentliche Rücklagen.
Dworzak: Die reichen aber bei Weitem nicht aus. Alle drei Gemeinden können die Beteiligung nicht selbst finanzieren. Selbst wenn private Kapitalgeber mitwirken, wäre die Belastung über zwei Jahrzehnte so hoch, dass die Finanzierung sozialer Projekte (z. B. von Kindertagesstätten) oder anderer Umwelttechnologien gefährdet wäre.
Hallo: Die Gemeinden also als Risikoabfederung für private Investoren?
Dworzak: Die Wirtschaftlichkeitsberechnung sieht eine Rendite von ca. 6 % vor, was für private Anleger nicht besonders lukrativ ist. Bei solchen Risikoinvestitionen werden in der Regel Margen an und um 10 % angesetzt. Wenn der Ölpreis kräftig steigt, wird es auch für Private interessanter.
Generell git: Zeit ist Geld. Je schneller Kunden angeschlossen werden, desto rentabler das Ganze. Es muss also unser Ziel sein, das Netz zügig aufzubauen und es nicht auf 10 bis 15 Jahre hinzuziehen wie es der Projektplan vorsieht.
Die Frage ist, wie lange Vaterstetten die Claimrechte wird halten können.
Hallo: Also doch Finger weg aus Haarer Sicht?
Dworzak: Meiner persönlichen Meinung nach könnte Vaterstetten sogar auf die Rechte verzichten. Private Energieerzeuger müssten in jedem Fall mit der Gemeinde zusammenarbeiten.
Es stellt sich grundsätzlich die Frage, ob ein Gebiet mit vielen Einzel- und Reihenhäusern für Geothermie geeignet ist, ob es Sinn macht, Fernwärme durch ein teures Leitungsnetz im Kreis zu schicken.
Hallo: Sehen Sie denn Alternativen?
Dworzak: Wirklich regenerativ sind nur Wind, Wasser und Sonne. Warum also nicht überlegen, ob man in Offshore-Stromproduktion, also Windkraft vor Meeresküsten, oder in Solarkraftwerke in südlichen Länder effektiver investiert. Auch die heimische Biogasproduktion ist eine Alternative, die geprüft werden muss. Um so mehr als man davon ausgehen kann, dass der Energieverbrauch pro Haus im nächsten Jahrzehnt sinken wird. Der Gesetzgeber wird sicher künftig auch die Isolierung von Altbauten fordern.
Hallo: Das heißt, die Kunden brauchen weniger Energie?
Dworzak: Richtig. Dann muss die geringe Wärmeabgabe an ein Haus hohe Fixkosten für das Fernwärmenetz tragen.
Hallo: Der Kunde müsste die umweltfreundliche Erdwärme also teuer bezahlen.
Dworzak: Möglicherweise. Deshalb ist es so wichtig, sorgfältig zu prüfen, ob andere Wege sinnvoller sind.
Hallo: Wenn in Haar II neu gebaut wird, wäre Geothermie dann die richtige Energieform ?
Dworzak: Das ist die Entscheidung des Investors. Wir planen deshalb im Januar einen Workshop mit Vertretern der Immobilienwirtschaft, um deren Vorstellungen kennenzulernen. Das Gespräch ist Teil der Strategieanalyse „Energieversorgung und Klimaschutz“, die der Gemeinderat beauftragt hat, um Aspekte besser gewichten, neue Technologien besser beurteilen und dann darüber entscheiden zu können.
Hallo: Die Entscheidung Geothermie ist also nur aufgeschoben, nicht aufgehoben?
Dworzak: Defnitiv. Ende Februar werden die Fachleute im Gemeinderat einen Zwischenbericht vorgelegen. Soviel Zeit muss sein. Die Erdwärme läuft uns ja nicht davon .
Fragen an Haars Bürgermeister Helmut Dworzak
Hallo: Die geologischen Voraussetzung für ein Geothermie-Projekt sind günstig. Warum ziert sich Haar mit der Entscheidung?
Dworzak: Zieren ist sicher der falsche Ausdruck. Wir müssen gründlich abwägen. Fakt ist, dass Vaterstetten und Grasbrunn allein das Projekt nicht verwirklichen können. Erst mit Haar oder Zorneding könnte es interessant werden.
Hallo: Die finanzielle Größe des Projekts ist also ausschlaggebend?
Dworzak: Natürlich. Die Pioniergemeinde Unterhaching hat rund 100 Millionen Euro investiert. Die meisten anderen Projekte im Münchner Umland liegen deutlich unter 100 Mio. Euro. Die Erdwärmeversorgung für Haar, Vaterstetten, Grasbrunn ist mit 240 Millionen Euro veranschlagt. Das können locker auch 300 Mio. Euro werden. Das wäre das größte Geothermie-Projekt, das je in unserer Region angegangen wurde.
Hallo: Die Pro-Kopf-Verschulding in Haar liegt ja bisher deutlich unter dem Landesdurchschnitt und Haar verfügt über ordentliche Rücklagen.
Dworzak: Die reichen aber bei Weitem nicht aus. Alle drei Gemeinden können die Beteiligung nicht selbst finanzieren. Selbst wenn private Kapitalgeber mitwirken, wäre die Belastung über zwei Jahrzehnte so hoch, dass die Finanzierung sozialer Projekte (z. B. von Kindertagesstätten) oder anderer Umwelttechnologien gefährdet wäre.
Hallo: Die Gemeinden also als Risikoabfederung für private Investoren?
Dworzak: Die Wirtschaftlichkeitsberechnung sieht eine Rendite von ca. 6 % vor, was für private Anleger nicht besonders lukrativ ist. Bei solchen Risikoinvestitionen werden in der Regel Margen an und um 10 % angesetzt. Wenn der Ölpreis kräftig steigt, wird es auch für Private interessanter.
Generell git: Zeit ist Geld. Je schneller Kunden angeschlossen werden, desto rentabler das Ganze. Es muss also unser Ziel sein, das Netz zügig aufzubauen und es nicht auf 10 bis 15 Jahre hinzuziehen wie es der Projektplan vorsieht.
Die Frage ist, wie lange Vaterstetten die Claimrechte wird halten können.
Hallo: Also doch Finger weg aus Haarer Sicht?
Dworzak: Meiner persönlichen Meinung nach könnte Vaterstetten sogar auf die Rechte verzichten. Private Energieerzeuger müssten in jedem Fall mit der Gemeinde zusammenarbeiten.
Es stellt sich grundsätzlich die Frage, ob ein Gebiet mit vielen Einzel- und Reihenhäusern für Geothermie geeignet ist, ob es Sinn macht, Fernwärme durch ein teures Leitungsnetz im Kreis zu schicken.
Hallo: Sehen Sie denn Alternativen?
Dworzak: Wirklich regenerativ sind nur Wind, Wasser und Sonne. Warum also nicht überlegen, ob man in Offshore-Stromproduktion, also Windkraft vor Meeresküsten, oder in Solarkraftwerke in südlichen Länder effektiver investiert. Auch die heimische Biogasproduktion ist eine Alternative, die geprüft werden muss. Um so mehr als man davon ausgehen kann, dass der Energieverbrauch pro Haus im nächsten Jahrzehnt sinken wird. Der Gesetzgeber wird sicher künftig auch die Isolierung von Altbauten fordern.
Hallo: Das heißt, die Kunden brauchen weniger Energie?
Dworzak: Richtig. Dann muss die geringe Wärmeabgabe an ein Haus hohe Fixkosten für das Fernwärmenetz tragen.
Hallo: Der Kunde müsste die umweltfreundliche Erdwärme also teuer bezahlen.
Dworzak: Möglicherweise. Deshalb ist es so wichtig, sorgfältig zu prüfen, ob andere Wege sinnvoller sind.
Hallo: Wenn in Haar II neu gebaut wird, wäre Geothermie dann die richtige Energieform ?
Dworzak: Das ist die Entscheidung des Investors. Wir planen deshalb im Januar einen Workshop mit Vertretern der Immobilienwirtschaft, um deren Vorstellungen kennenzulernen. Das Gespräch ist Teil der Strategieanalyse „Energieversorgung und Klimaschutz“, die der Gemeinderat beauftragt hat, um Aspekte besser gewichten, neue Technologien besser beurteilen und dann darüber entscheiden zu können.
Hallo: Die Entscheidung Geothermie ist also nur aufgeschoben, nicht aufgehoben?
Dworzak: Defnitiv. Ende Februar werden die Fachleute im Gemeinderat einen Zwischenbericht vorgelegen. Soviel Zeit muss sein. Die Erdwärme läuft uns ja nicht davon .
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