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Fahnenausstellung in der Ortsmitte 19.06.2012 


Großformatige Fahnen, mit denen sie öffentliche Räume und Plätze temporär bespielt, sind längst das Markenzeichen der Weilheimer Künstlerin Beate Oehmann geworden. Im April 2012 zeigt Beate Oehmann neue Fahnen in Mailand im „Orto della Fede“ der Chiesa Cristiana Protestante di Milano, im Mai und Juni stellt sie ihre Fahnen im Rahmen des GEDOK-Projekts „Die Dinge“ auf Gut Altranft in Brandenburg aus und im Juni und Juli im Kloster Wieshausen bei Celle.  Bis zum 1. Juli sind Oehmanns „Windsbräute“, so die poetisch-künstlerische Bezeichnung, auch in der Ortsmitte von Haar zu bewundern. 

Fahnen_Oehmann
© Gemeinde Haar 
Sich im Raum ausbreiten, ihn als Ganzes begreifen, ohne ihn endgültig in Beschlag zu nehmen, dafür erscheint Beate Oehmann Leichtes, Textiles, „Unedles“ das adäquate Material. Ihre Fahnen, die sich im Wind bewegen, sieht sie in der Nähe von kinetischen Objekten, die geeignet sind, weite Räume und Plätze zu gliedern und Zusammenhänge zwischen Form, Farbe, Rhythmus und Ordnung sichtbar zu machen. Dabei ist ihr jedoch insbesondere der temporäre Aspekt ihrer Installationen wichtig: „Dass sie wieder entfernt werden können, nimmt einen Teil der Aggressivität zurück, die Fahnen zwangsläufig mit sich bringen.“ 

Seit beinahe drei Jahrzehnten beschäftigt sich Beate Oehmann mit dem Thema Fahnen. Experimentierte sie dabei zunächst mit den traditionellen Ornamenten Treppe, Raute, Eichenlaub und Windfahne, so nimmt sie in ihren jüngst entstandenen Polyesterfahnen Formen aus dem floralen Bereich auf, so etwa Blatt, Stempel, Schwengel. 

Zuletzt installierte sie ihre Fahnen 2011 auf dem Gelände des Naturfreundehauses in Weilheim, 2010 im Kurpark von Herrsching am Ammersee und 2008 in Altdöbern für die Kunstscheune Pritzen, die von der Internationalen Bauausstellung Fürst-Pückler-Land unterstützt wurde. Außerdem waren sie auf Messen in Paris, Friedrichshafen und Dortmund zu sehen. 

Die Gemeinde Haar zeigt eine kleine Auswahl von Oehmanns Fahnen bis zum Straßenfest „Künstlermeile“, das am 1. Juli stattfindet. Von der „Krautinsel“ nahe des S-Bahnhofs bis zum Biergarten am Bürgerhaus setzen die bis zu 5 Meter hohen fröhlich-bunten Farben Akzente im öffentlichen Straßenraum, umschwingen den Rathaus-Vorplatz und rahmen den Zugang zur Pfarrkirche St. Konrad. 

Beate Oehmann wurde 1937 in Nürnberg geboren. Von 1957 bis 1962 studierte sie an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Professor Charles Crodel. I Rahmen eines DAAD-Stipendiums verbrachte sie ein Jahr in Dublin. 1963 und 1965 legte sie die Staatsexamen für das künstlerische Lehramt ab. Von 1965 bis 2000 war Beate Oehmann Kunsterzieherin am Gymnasium Weilheim. Sie lebt und arbeitet in Weilheim. Mit ihren Arbeiten war sie in zahlreichen Ausstellungen in Museen und Galerien vertreten.

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