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Gemeinde setzt professionellen Sicherheitsdienst ein 03.05.2012 


Ein Jahr lang wird ein professioneller Sicherheitsdienst in Haar eingesetzt – nicht als Dauerüberwachung, sondern sporadisch an von Vandalismus besonders betroffenen Plätzen. Es soll eine Testphase sein.

Es gäbe wohl eine „recht aktive Gruppe“, die derzeit in Haar ihr Unwesen treibe, erklärte Bürgermeister Helmut Dworzak im Gemeinderat. Die jüngsten Vorkommnisse: An der Mittelschule wurden acht Scheiben eingeworfen und am AWO-Hort gab es grobe Verschmutzungen. Der  Sport- und Freizeitpark mit angrenzendem Spielplatz sei ohnehin immer im Visier. Hier kommen die Hausmeister an ihre Grenzen - denn es gäbe sogar Auseinandersetzungen mit Jugendlichen, in denen das Sportplatz-Personal sich teilweise nicht mehr durchsetzen könne. Die Haarer Polizei  ist allerdings zeitlich keinesfalls in der Lage, dieses Objekt durchgehend zu bewachen.

Gute Erfahrungen mit Sicherheitswache der Polizei
Gute Erfahrungen hat man bislang mit der seit Januar 2012 aktiven Sicherheitswache gemacht: Sie erfüllt laut Leiter der Haarer Polizeiinspektion, Erster Polizeihauptkommissar Karl-Heinz Schilling, die in sie gesetzten Erwartungen. Die immer als Doppelwachen eingesetzten Haarer Bürger werden positiv aufgenommen und überwachen in ihren Streifgängen neuralgische Punkte. Die Anzahl der Streifgänge – derzeit zwischen elf  und vierzehn im Monat – sollen vermehrt werden und bei schöner Witterung auch möglichst zu späteren Uhrzeiten als bisher stattfinden.

Antrag der SPD-Fraktion
Die SPD-Fraktion hatte nun einen Antrag gestellt, man möge überprüfen, ob die Zusammenarbeit zwischen der Polizei und der Sicherheitswache durch Haarer Bürger noch mit einem professionellen Sicherheitsdienst ergänzt werden sollte. Es gibt in Haar nämlich bereits positive Erfahrungen mit solch einem Dienst: Während der Bauphase des Abenteuerspielplatzes im vergangenen Jahr hatten die Profis eine Auge auf das Gelände – und der Vandalismus ging deutlich zurück. „Wir wollen den erzieherischen Effekt vom letzten Jahr beibehalten“, betonte Dworzak.

Sporadische Tätigkeit wirkungslos?
Thomas Reichel, Fraktionsvorsitzender der CSU, nannte dies nun „Stufe 3“ der Sicherheitsmaßnahmen in Haar – nach der Polizei und der Sicherheitswache. „Und mit dieser Stufe können wir uns nicht anfreunden“, betonte er. Zum einen sei Haar derzeit  ja nicht für auffälligen Vandalismus bekannt. Zum anderen könnte gerade durch die sporadische Tätigkeit des Sicherheitsdienstes Reichels Überzeugung nach zum Beispiel die ärgerlichen Beschmierungen im Gemeindegebiet nicht verhindert werden. Dazu benötige man einen Dauerdienst und Kameraüberwachung – und das sieht er nicht als angezeigt. „Wir sollten der Sicherheitswacht ein Jahr Zeit geben, damit sie selbstbewusst ins Rollen kommen kann“, sagte er.

Zurück zur Eigenverantwortung und Zivilcourage
Auch Mike Seckinger (Grüne) sieht nicht die Notwendigkeit des Einsatzes eines professionellen Sicherheitsdienstes. Man nehme durch diese Überwachungen die Selbstverantwortung von Bürgern und Vereinen. Auch der vielgepredigte Begriff der Zivilcourage verliere seine Bedeutung, wenn diese nur noch darin bestünde, das Handy zu zücken um den Sicherheitsdienst zu verständigen. Helmut Dworzak betonte, dass eine Überwachung aller gemeindlichen Einrichtungen mit einer 24-Stunden-Rufbereitschaft – wie sie beispielsweise in der Nachbargemeinde Vaterstetten verwirklicht wurde – für Haar ohnehin nicht in Frage käme. Schon alleine aus Kostengründen.

Mehrheitlich für 1 Jahr Testphase
Schließlich kam ein Kompromissvorschlag zur Abstimmung: Ein Jahr soll der private Sicherheitsdienst getestet werden. Die Einsätze sollen dabei sporadisch sein, die im Haushalt 2012 eingestellten 23.500 Euro keinesfalls komplett ausgegeben werden, sagt Bürgermeister Dworzak. Dieser Vorschlag wurde mehrheitlich angenommen -  CSU und Bündnis90/Grüne stimmten dagegen.

Claudia Erl

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